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Weltweit Maskottchen und Pferde rennen um die Wette
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00:16 22.06.2016
Von Carsten Schmidt
Während den ersten Maskottchen die Luft ausgeht, machen die Pferde Tempo. Quelle: Petrow/Montage/no
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Langenhagen

Wer auf der Neuen Bult in diesem Jahr Erfolge feiern will, muss vorher fleißig Rede und Antwort stehen – wie Michael Cadeddu. Der Mailänder präsentierte sich vor seinen Starts am Sonntag in Langenhagen geduldig und aufgeschlossen dem Publikum. „Italien ist ein wunderschönes Land“ lobte er seine Heimat. Er erzählte, dass man ihn unter dem Geburtsnamen Michael gar nicht kennt, sondern vielmehr unter der kürzeren Form „Micky“. Und er lächelte vielsagend, als er erfuhr, dass seine Vorgänger beim „Jockey Talk“ jeweils ordentlich Siegerlorbeer ernten duften.

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Cadeddu ritt nach den Anfangsplaudereien hochkonzentriert und landete gleich fünf Siege in den zehn Wettkämpfen des VGH-Renntages. Er sicherte sich mit der Favoritin Arles aus dem Stall von Andreas Wöhler auch den Erfolg im Hauptrennen, dem großen Preis der VGH-Versicherungen. In dem mit 25 000  Euro dotierten Listenrennen übernahmen Cadeddu und Arles sofort die Führung. Bis weit in die Zielgerade hinein sah es nach einem Durchmarsch aus, doch dann griffen Salve Estelle und Jockey Marc Robert Lerner an. Arles wehrte sich und kam letztlich zu einem knappen aber verdienten Sieg. Der Amerikaner Barry Howard Irwin und seine Frau Kathleen, denen die siegreiche Stute gehört, waren – mit einem Zwischenstopp in Ascot – nach Langenhagen gekommen. Die Reise hatte sich nicht nur wegen des Sieges gelohnt. „Hier gibt es eine wunderschöne Anlage, auf der die Pferde hervorragend laufen können“, sagten die Gäste aus Übersee über die Rennbahn.

Relativiert wurde am Sonntag allerdings die Faustregel, dass die Rennen auf der Außenseite der Grasbahn gewonnen werden. Gleich im Auftaktwettbewerb über 1300 Meter kam auf der Innenseite Andreas Boltes Petite Paradise unter Jockey Francisco Franco Da Silva als Sieger ins Ziel. Im 3. Rennen über 2200 Meter feierte Maxim Pecheur einen Start-Ziel-Sieg mit Markus Klugs dreijähriger Stute She’s Gina – das Duo blieb die ganze Zeit innen. Und im nächste Rennen für die Dreijährigen siegten ebenfalls an der Innenseite Santano und Lerner, Trainer des Pferdes ist Waldemar Hickst.

Ohne Sieg blieben die Trainer aus den benachbarten Ställen. Hans-Jürgen Gröschel stellte im 8. Rennen mit Shy Moon (Reiter Stephen Hellyn) und Silicon Valley (Ian Ferguson) immerhin die Zweit- und Drittplatzierten. Melanie Sauer verbuchte mit Banana Split und Si Signora zwei 3. Ränge in den beiden ersten Wettkämpfen. Funky Groove, von Christian Sprengel vorbereitet, kam im letzten Rennen des Tages nicht über den 4. Platz hinaus.

Hermann Kasten, Vorstandsvorsitzender der VGH-Versicherungen, erlebte mit Regionspräsident Hauke Jagau einen entspannten Renntag. „Es ist gut, dass wir solche treuen Partner haben“, lobte Gregor Baum, Vorsitzender des Hannoverschen Rennvereins, das Engagement des Werbepartners. 8800 Besucher hatten viel Spaß beim Familienprogramm. Einziger Wermutstropfen: Der Totalisator fiel vor dem letzten Rennen aus. Daher konnten keine Gewinne an den Kassen ausgezahlt werden. Wer in diesem Rennen aber aufs richtige Pferd gesetzt hat, kann den Schein am 12. Juli beim nächsten Renntag einlösen.

Eddi freut sich zu früh – Ente Elli zieht vorbei

Verblüffung im Maskottchenrennen: Normalerweise lassen sich die Pferde auf der Neuen Bult nicht die Butter vom Brot nehmen. Auch im Einlagerennen von diversen Sport-Maskottchen waren sie gut vertreten – sechs von 15 Spaßmachern waren den eleganten Vierbeinern nachempfunden, die üblicherweise um Sieg und Platz auf der Grasbahn kämpfen.

Durchsetzen konnte sich aber niemand aus dem Sextett, die Ehre der Pferde musste auch noch ein Auswärtiger retten. Pferdi von Baden Racing aus Iffezheim lief auf den 3. Platz und gewann wenigstens die „Arten“-Wertung. Den Heimvorteil leichtfertig vergaben sowohl Hektor von den Bundesliga-Handballern der TSV Hannover-Burgdorf als auch Hajo von Eichels:event. Letzterem mag die Distanz mit rund 500 Metern zu kurz gewesen sein. Er ist normalerweise beim Marathon oder Triathlon im Einsatz, da braucht man auch als Maskottchen Ausdauer, um während der gesamten Veranstaltung präsent zu sein.

Vorjahressieger Eddi kam unterdessen auf den letzten Metern auf den Hund. Das Maskottchen des Fußball-Zweitligisten Hannover 96 jubelte schon vor der Ziellinie und übersah Ente Elli. Der „Rossmann“-Glücksbringer watschelte auf großem Fuß am Schweißhund vorbei und sorgte für den seltenen Triumph eines Wasservogels an Land.

Viel Spaß hatten die kleinen Zuschauer bei dieser Einlage, sie umlagerten auch nach dem Wettkampf und der Siegerehrung die Maskottchen, ließen sich mit ihnen fotografieren und spendierten reichlich Streicheinheiten. Dabei waren wiederum die Pferde am populärsten. In irgendeinem Bereich muss sich ihr Heimvorteil auf der Neuen Bult doch auszahlen.

Weltweit VGH-Renntag auf der Neuen Bult - Stelldichein der Meistertrainer
Carsten Schmidt 18.06.2016
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