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Weltweit Nach Button-Sieg: Hoffen auf 2010
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22:17 19.10.2009
Von Jens Reinbold
Jenson Button holte am Sonntag in seinem Brawn GP den Weltmeistertitel. Quelle: afp
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Bloß schnell weg aus São Paulo. Sebastian Vettel konnte gar nicht hastig genug in das Flugzeug steigen. Weg aus Brasilien, weg aus dem Land, in dem der Traum des deutschen Formel-1-Fahrers vom ersten Weltmeister-Titel platzte. Der 4. Platz beim Großen Preis von Brasilien am vergangenen Sonntag reichte nicht, um dem direkt hinter ihm ins Ziel fahrenden Jenson Button den Triumph noch zu vermasseln. Und während Vettel die Flucht ergriff, feierte der britische Weltmeister an der Rennstrecke von Interlagos seinen ersten Titel ausgiebig.

Dieses für ihn bittere Szenario wird Vettel so schnell nicht vergessen. Ein Rennen noch am 1. November in Abu Dhabi, dann ist diese Saison in der „Königsklasse“ des Motorsports beendet. Für Button werden es dort lauter Ehrenrunden, für Vettel geht es immerhin noch um den 2. Platz in der WM-Wertung – und anschließend darum, in der Saison 2010 den Spieß umzudrehen: Wir schauen schon einmal auf die neue Saison und beantworten die wichtigsten Fragen.

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Hat Sebastian Vettel das Zeug zum Weltmeister?

Der 22-Jährige ist schnell, hat aber in der aktuellen Saison zu viele Fehler gemacht. Der Lernprozess ist also in vollem Gange. Der Heppenheimer bleibt bei seinem Red-Bull-Team, das ihm aller Voraussicht nach erneut ein konkurrenzfähiges Fahrzeug zur Verfügung stellen kann. Mit ein bisschen Glück – das hatten Red Bull und Vettel in dieser Saison nicht immer – ist durchaus der Titel drin.

Kann Jenson Button seinen Triumph wiederholen, oder hat ihm das Glück den Titel beschert?

Der Brite galt in der Formel 1 immer schon als Talent, allerdings als eines, das seine Begabung verschwendet. Zu viele Partys, zu wenig harte Arbeit – das galt für den 29-Jährigen lange Zeit. Doch in dieser Saison sahen die Fans einen anderen Button: Zielstrebig, geschickt und stabil – mit solchen Attributen dürfte der Brite im Brawn-GP auch 2010 ein harter Konkurrent für Vettel werden.

Was wird aus den anderen deutschen Fahrern in der „Königsklasse“?

Das Fahrerkarussell hat ordentlich Fahrt aufgenommen. Dass Fernando Alonso (Spanien) von Renault zu Ferrari wechselt, steht fest. Kimi Räikkönen kehrt dagegen für seinen finnischen Landsmann Heikki Kovalainen wohl von Ferrari zurück zu McLaren-Mercedes. Und spätestens da kommen auch die deutschen Fahrer ins Spiel. Mercedes, so wird spekuliert, könnte Williams-Fahrer Nico Rosberg für ein Jahr bei BrawnGP parken, was wiederum Talent Nico Hülkenberg das vakante Williams-Cockpit bescheren könnte. Timo Glock (Toyota) und Adrian Sutil (Force India) hoffen auf eine Verlängerung ihrer Verträge, während die Zukunft von Nick Heidfeld nach dem Ausstieg von BMW völlig offen scheint.

Welche Regeländerungen gibt es in der neuen Saison?

Teams, die die neue Budgetobergrenze von 45 Millionen Euro einhalten, dürfen Windkanäle und Testfahrten ohne Beschränkung nutzen und zudem ihre Autos mit beweglichen Flügeln und mit Motoren ohne Drehzahlbegrenzung ausstatten. Zudem ist von 2010 an das Nachtanken der Boliden verboten. Mit dieser Regel sollen die Motorenhersteller zu mehr Sparsamkeit angehalten werden.

Was wird 2010 noch neu in der Formel 1 sein?
Das Fahrerfeld wird aufgestockt; statt zwölf werden künftig voraussichtlich 13 Teams um Punkte fahren. Neu sind Lotus, Campos Meta, Manor Grand Prix und Team USF1. Ob der Nachfolger von BMW (soll an die Investorengruppe Qadback verkauft werden) als 14. Team zugelassen wird, ist noch offen. Gesichert ist dagegen der Große Preis von Deutschland: Nach einer Einigung von Betreiber und Veranstalter dürfen sich die Fans auf ein Rennen am 25. Juli auf dem Hockenheimring freuen. Neu dabei ist ein Rennen in Korea: Der Lauf in Yeongam, rund 300 Kilometer südlich von Seoul, ist für den 17. Oktober terminiert. Spätestens vier Wochen später, am 14. November, steht nach dem Großen Preis von Brasilien der Weltmeister 2010 fest.