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Weltweit Scorpions erwarten die DEG
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10:22 24.09.2009
Von Björn Franz
Thomas Dolak
Thomas Dolak Quelle: Ulrich zur Nieden
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Die Zahlen sprechen für sich. 13 Tore haben die Hannover Scorpions, die Donnerstagabend (19.30 Uhr) die Düsseldorfer EG empfangen, in den vergangenen drei Spielen der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) erzielt. Zum Vergleich: In den ersten beiden Partien waren es gerade einmal zwei Treffer gewesen. Und auch die Tatsache, dass die Mannschaft von Trainer Hans Zach nach den beiden 1:5-Heimniederlagen zum Auftakt zuletzt sieben der möglichen neun Punkte holte, spricht für einen Aufwärtstrend – der auffällig mit einer Personalie zusammenfällt. Seit Zach das Experiment beendet hat, Thomas Dolak vom Stürmer zum Verteidiger umzuschulen, haben die Scorpions in jedem Spiel gepunktet.

Nun wäre es natürlich viel zu einfach, diese Entwicklung ausschließlich mit der Rückkehr des 30-Jährigen in den Angriff zu begründen. Doch es gibt durchaus Hinweise darauf, dass der „Dolak-Effekt“ eine Rolle spielt. Immerhin glänzten zuletzt mit Tore Vikingstad und Sascha Goc zwei hannoversche Profis als Torjäger, die nun wieder regelmäßig gemeinsam mit dem gebürtigen Tschechen auf dem Eis stehen. Der norwegische Stürmer erzielte bei der 4:5-Niederlage in Iserlohn drei seiner vier Saisontreffer – als Vorlagengeber trat zweimal der Mann mit der Rückennummer 9 in Erscheinung, der schon im Vorjahr gemeinsam mit Klaus Kathan und Vikingstad stürmte.

Noch auffälliger ist die Entwicklung bei Goc. Der schussgewaltige Verteidiger, der in der Vorrunde der abgelaufenen Spielzeit mit 24 Toren einen neuen DEL-Rekord für Abwehrspieler aufstellte, war in den vergangenen drei Partien viermal erfolgreich und führt die klubinterne Torschützenliste damit gemeinsam mit Vikingstad an. Dabei servierte Dolak seinem langjährigen Weggefährten, mit dem er als Jugendlicher schon in der Baden-Württemberg-Auswahl zusammenspielte, zwar nicht jedes Mal mustergültig den Puck. Aber man kann sich als Beobachter nicht des Eindrucks erwehren, dass die Rückkehr des Aushilfs-Verteidigers sich speziell bei Goc positiv bemerkbar macht.

„Natürlich ist es ein Vorteil für mich, dass Thomas wieder in meinem Block spielt“, gibt der ehemalige Nationalspieler zu. „Immerhin spielen wir schon zusammen, seit ich vor vier Jahren nach Hannover gekommen bin.“ Zu beobachten ist das blinde Verständnis der beiden allem im Überzahlspiel, in dem Dolak immer wieder einen Weg findet, Goc in Schussposition zu bringen. Und als diese Rolle in den ersten beiden Partien der kanadische Neuzugang Ben Cottreau übernahm, bleib der Verteidiger nicht nur ohne Torerfolg. Man konnte den mehr als 100 Kilogramm wiegenden Abwehrhünen, unter dessen rauer Schale sich ein weicher Kern verbirgt, auch das eine oder andere Mal mit hängendem Kopf in Richtung Spielerbank fahren sehen.

Auch Zach ist diese Situation natürlich nicht entgangen. Daher darf man die Umstellung, Dolak zurück in den Angriff und dafür mit Nikolaus Mondt einen anderen Stürmer in die Abwehr zu beordern, wohl auch als psychologisches Manöver werten. Als ein überaus erfolgreiches. Denn Goc hat seine Treffsicherheit zurückgewonnen – wohl auch dank des „Dolak-Effekts“.

Norbert Fettback 21.09.2009
Björn Franz 18.09.2009
Jens Reinbold 18.09.2009