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Weltweit Scorpions gewinnen mit 4:2 gegen Ingolstadt
Sportbuzzer Sportmix Weltweit Scorpions gewinnen mit 4:2 gegen Ingolstadt
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23:15 18.09.2009
Von Björn Franz
Die Scorpions haben 4:2 gegen Ingolstadt gewonnen.
Die Scorpions haben 4:2 gegen Ingolstadt gewonnen. Quelle: Ulrich zur Nieden
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Der Trainerroutinier der Hannover Scorpions beorderte Torhüter Youri Ziffzer auf die Ersatzbank, schickte für ihn einen sechsten Feldspieler aufs Eis; im Wissen, dass der Puck nicht in einer Sekunde über die ganze Eisfläche ins eigene Tor gelangen kann. Und dann ging es ganz schnell. Bullygewinn Martin Hlinka, Gewaltschuss Sascha Goc, Tor zur 2:1-Führung, Sirene zur Drittelpause.

Für die hannoverschen Fans gab es am gestrigen Freitagabend so gleich zwei gute Gründe zum Feiern: Mit dem 4:2 (1:0, 1:1, 2:1) im dritten Anlauf den ersten Heimsieg der jungen Saison in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) – und eines des kuriosesten Scorpions-Tore überhaupt.

Der Spieler, die beim Treffer von Goc ganz besonders tief durchgeatmet haben dürfte, hatte von der Bank aus beste Sicht. Ausgerechnet der stark haltende Ziffzer spielte nämlich eine unglückliche Rolle beim Ausgleich der Oberbayern zweieinhalb Minuten zuvor. Der 23-Jährige hatte bei eigener Unterzahl – Nikolai Goc erhielt nach einem sauberen Check vom schwachen Schiedsrichter Martin Reichert zwei Strafminuten – versucht, den Puck aus dem eigenen Drittel zu befördern. Doch weil die Scheibe seitlich über die Plexiglasumrandung ins Publikum flog, kassierte Ziffzer eine weitere Strafe, und Ingolstadts Schlagschuss-Spezialist Jakub Ficenec traf zum Ausgleich. Dass die Gäste vor lediglich 2719 Zuschauern ihre zweite doppelte Überzahl benötigten, um Ziffzer zum ersten Mal zu überwinden, war allerdings bezeichnend. Denn die Hannoveraner besannen sich wieder auf ihre große Stärke. Nach 14 Gegentoren in drei Spielen zeigten die Gastgeber sich im Defensivverhalten deutlich verbessert, ermöglichten den Oberbayern nur selten klare Torchancen und hatten im Gegensatz zu den ersten beiden Heimspielen auch das nötige Glück, dass ihre durchaus noch vorhandenen Fehler nicht postwendend bestraft wurden.

So gab es am Freitag auf Scorpions-Seite mit Ausnahme des Kassierers eigentlich nur Gewinner: Ziffzer, der das Torwartduell gegen seinen Vorgänger Dimitri Pätzold trotz seiner Strafzeit gewann. Sascha Goc, der mit seinen Saisontreffern Nummer 2 und 3 großen Anteil am Sieg hatte. Und Zach, der nicht vor ungewöhnlichen Maßnahmen zurückschreckte. Und zwar nicht nur der, die dem 2:1 vorausging. Der 60-Jährige schickte David Wolf, der Sonntag in Mannheim durch sein erstes 
DEL-Tor geglänzt hatte, gestern zum Kooperationspartner Bremerhaven in die 
2. Liga. Dort solle der 19-Jährige Spielpraxis sammeln – und wohl auch etwas Bodenhaftung behalten.

Tore: 1:0 (5:22) Mitchell (Dzieduszycki, Herperger bei 5-4), 1:1 (37:22) Ficenec (Motzko bei 5-3), 2:1 (40:00) S. Goc (Vikingstad bei 6-5) 3:1 (53:06) S. Goc (Dolak), 4:1 (53:18) Hlinka (Festerling, Cottreau), 4:2 (56:57) Bakos (bei 5-4) – Zuschauer: 2719 – Strafminuten: Hannover 14 plus 10 für S. Goc, Ingolstadt 10 plus 10 für Nikolov – Beste Hannoveraner: Sascha Goc, Hlinka, Patrick Köppchen – Nächstes Spiel: Iserlohn Roosters – Scorpions (Stg., 18.30 Uhr).