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Weltweit Sina Selter träumt davon, Weltmeisterin zu werden
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08:48 23.11.2011
Von Christian Purbs
Sina Selter (2. v. rechts) will Karate-Weltmeisterin werden.
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Hannover

Manchmal tut es auch weh. Richtig weh. Doch Sina Selter kann einstecken, meistens teilt sie allerdings aus. „Es kommt schon mal vor, dass man sich im Kampf ein blaues Auge holt“, sagt die erfolgreiche Karate-Kämpferin aus Hannover, für die kleine Kampfspuren zu ihrer Sportart dazugehören. „Das ist dann die direkte Rückmeldung, ob man gut war oder nicht“, sagt die 23-Jährige, die für den emsländischen Klub Bunkai Haren startet. Ohne blaue Flecken kehrte Selter vor ein paar Tagen von den „Karate Deutsche Meisterschaften der Länder“ zurück, was darauf schließen lässt, dass sie sich gut geschlagen hat. Es lief sogar sehr gut für die Hannoveranerin. Das niedersächsische Quartett von Bunkai Haren holte sich den 1. Platz und damit den etwas hölzern klingenden Titel „Deutscher Meister der Bundesländer“.

Ein schöner Erfolg für die Polizeibeamtin, die in Hannover beim Kriminalermittlungsdienst der Polizeiinspektion West arbeitet. Und ein wichtiger, denn die ehrgeizige Karateka hat noch eine Menge vor. Durch den 2. Platz bei den deutschen Meisterschaften hat sie sich im nächsten Jahr für den Nationalkader qualifiziert, mit guten Leistungen will sie nun bei internationalen Turnieren wie am Wochenende in Venedig „den Bundestrainer auf mich aufmerksam machen“. In ein paar Monaten bei der EM in Spanien, vielleicht sogar bei der WM in Paris im November 2012 möchte Selter allzu gerne für Deutschland auf die Matte gehen. „Ich will noch etwas reißen“, sagt die selbstbewusste Kämpferin.

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Dafür trainiert sie hart, zweimal am Tag, am Wochenende stehen mit ihrem niederländischen Trainer Wim Hakkenes sogar bis zu sieben Einheiten auf dem Programm. Viel Freizeit für Freunde und Familie bleibt da nicht, Selter lebt für ihren Sport – und für ihr großes Ziel. „Ich möchte gerne meinem Traum nachjagen, Weltmeisterin zu werden, weil ich glaube, dass ich das Potenzial dazu habe“, sagt die 23-Jährige, die in der Kategorie Kumite bis 68 Kilogramm startet. Und Olympia? „Karate ist leider keine olympische Disziplin“, sagt Selter, „dafür gibt es die ,World Games‘, die alle vier Jahre stattfinden.“

Angefangen mit Karate hat Selter als Achtjährige, „aber eigentlich wollte ich damals lieber Fußball spielen. In meinem Heimatort Staßfurt in Sachsen-Anhalt gab es damals aber keine Mädchenmannschaft“, erzählt die junge Frau, die seit sieben Jahren mit ihrer Familie in Hannover wohnt. Wohl aber einen Karateverein. „Das hat mir sofort viel Spaß gemacht, weil der Sport sehr vielseitig ist. Die verschiedenen Techniken, die Taktik, der Respekt gegenüber dem Gegner, das gefällt mir“, sagt die Polizistin.

Mittlerweile ist Karate für sie „mehr als nur ein Sport, vieles lässt sich ins tägliche Leben übertragen“. Eine Menge guter Ansätze finden die Karateka in den vom Japaner Gichin Funakoshi aufgestellten 20 Regeln, die für ein angemessenes Verhalten in diesem Kampfsport sorgen sollen. „Karate beginnt mit Respekt und endet mit Respekt“, heißt die 1. Regel, „denke nicht an das Gewinnen, doch denke darüber nach, wie man nicht verliert“, lautet eine andere. Und Selters Lieblingsregel? Lange überlegen muss sie nicht: „Karate ist wie heißes Wasser, das abkühlt, wenn du es nicht ständig warm hältst.“ Ihre Leidenschaft Karate auf Sparflamme – bei Sina Selter unvorstellbar.

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