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125 Jahre Göttinger Tageblatt Freie Bürger und freie Meinung
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16:10 29.08.2014
Die Grenzen sind offen: Trabbis – wie hier in der Steinmetzkurve – prägen das Stadtbild. Quelle: GT-Archiv
Göttingen

Die Region Göttingen fand sich von einem Jahr auf das andere aus einer sogenannten Zonenrandlage in die Mitte der „neuen“ Republik katapultiert und war aufgefordert, diese zunächst ungewohnte Rolle im Herzen Deutschlands auch anzunehmen.

Was zunächst mit schier unendlichen Trabbi-Konvois und riesenlangen Schlangen vor den Ausgabestellen für das Begrüßungsgeld begann, hat sich mittlerweile zur völligen deutschen Normalität entwickelt, wobei die traditionell sehr engen Bindungen innerhalb des Eichsfeldes wie eine Klammer zwischen Thüringen und dem südlichen Niedersachsen wirkten.

Das hatte nicht nur wirtschafts- und beschäftigungspolitisch positive Folgen und stärkte das Oberzentrum Göttingen, das auch dank des zwischenzeitlichen Exzellenz-Status der Georg-August-Universität seine Bedeutung als wichtigster niedersächsischer und wichtiger deutscher Hochschul- und Wissenschaftsstandort ausbauen konnte.

Künftig auch mit Blick auf Berlin und Brüssel weniger lokal als regional zu denken und zu handeln – das war die Herausforderung. Bis zur 2014 besiegelten Zusammenführung der Landkreise Göttingen und Osterode am Harz war es zunächst noch ein weiter Weg.

Die Fusion der Sparkassen von Stadt und Landkreis machte einen ersten Schritt aus. Ihm folgten beispielsweise die Gründung des Regionalverbandes Südniedersachsen und später der Südniedersachsen-Stiftung sowie von Zweckverbänden zur gemeinsamen Abfallentsorgung und zur Organisation des öffentlichen Personennahverkehrs in der Region.

Die Zeit vor dem Jahrtausendwechsel, der den Kommunen nicht nur eine letztlich problemlose Bewährungsprobe für alle Formen öffentlicher Elektronik, sondern wenig später auch eine arbeitsreiche Umstellung auf den Euro bescherte, steht für die Bemühungen vieler gesellschaftlicher Kräfte, die verbriefte Gleichstellung von Frau und Mann auch im wirklichen Leben zu verankern.

Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte nahmen vielerorts auch in der Region Göttingen ihre Arbeit auf und stießen einen Prozess zur Verwirklichung von Chancengleichheit an, der inzwischen schon vielfach von Teilerfolgen gekrönt wurde, aber noch längst nicht alle gesetzten Ziele erreicht hat.

Gesellschaftlicher Konsens herrschte im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts weitgehend in der Diskussion um mehr oder erweiterte Bürgerbeteiligung. Das Thema spielt im kommunalpolitischen Geschehen von Stadt und Landkreis zunehmend eine wichtige Rolle.

Zur Nutzung von Windenergie, zum Verlauf einer neuen Stromtrasse, zur Bebauung in ihrer Nachbarschaft – die Bürgerinnen und Bürger in der Region Göttingen wollen mitreden.

In der Stadt gab es 2010 erstmals eine Bürgerbefragung (zum Straßenbauprojekt „Südspange“), zwei Jahre später einen aufwändigen Beteiligungsprozess zum geplanten Entschuldungshilfeprogramm, das Göttinger Kassenkredite letztlich um 113 Millionen Euro senkte.

Unterschiedliche Formen von Beteiligung werden auch künftig in der Göttinger Kommunalpolitik eine Rolle spielen, aufmerksam begleitet durch die Redaktion des Tageblatts, wie in den vergangenen 25 Jahren.

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