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125 Jahre Göttinger Tageblatt Fritz Paul: Von 1962 bis 1981 für das Tageblatt mit Kamera unterwegs
Thema Specials 125 Jahre Göttinger Tageblatt Fritz Paul: Von 1962 bis 1981 für das Tageblatt mit Kamera unterwegs
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21:29 11.07.2014
Von Marie Luise-Rudolph
Turnier auf dem Reitstalllgelände der Universität vor dem Abriss des Gebäudes: Im Hintergrund ist der Kirchturm von St. Jacobi zu sehen. Quelle: Paul
Göttingen

Fritz Paul stammte ursprünglich aus Ostpreußen,  dort wuchs er mit Pferden auf. Eine Faszination, die ihn nie losließ. „Beim Burgturnier war er eigentlich immer dabei“, erinnert sich sein Sohn. Einmal habe er bei einem Turnier ein Pferd wieder eingefangen und erntete erstaunte Gesichter bei den anwesenden Reitern. Logisch, dass Fritz Paul nicht nur für das Tageblatt den Abriss des Reitstalls dokumentierte. Von ihm stammen auch Fotos, die den Betrieb im Reitstall zeigen: Heute eine Rarität. „Vorher waren Pferde in der Innenstadt ein tägliches Bild, das kann man sich heute ja gar nicht mehr vorstellen“,  so Christian Paul.

Immer mit der Kamera unterwegs: Am Spielfeldrand bei Fußballspielen, im Gericht oder bei gesellschaftlichen Anlässen. Paul, der auch zeitweise die Tageblatt-Bildredaktion leitete und die Auto- und Motorsportseite betreute, war in Göttingen ein bekanntes Gesicht. Ihn verbanden Freundschaften mit Otto Hahn und Heinz Hilpert, für den er auch als Theaterfotograf tätig war.

Doch nicht nur die Großereignisse fotografierte Paul. Auch die kleinen, kuriosen Ereignisse hatten es ihm angetan: Er begleitete eine Gruppe Dänen beim Autowandern mit Pannen  und dokumentierte die Reise des blinden Amerikaners Leslie Zacharias, der durch Deutschland trampte.   

Fritz Paul war technikbegeistert, eigentlich wollte er Kamerakonstrukteur werden, doch weil er sein Maschinenbaustudium wegen des Krieges nicht fortsetzen konnte, verlegte er sich aufs Fotografieren. Doch auch bewegte Bilder faszinierten ihn. Früh startete er erste Versuche mit Filmkameras.  

Nach seiner Flucht aus der russischen Kriegsgefangenschaft verschlug es Paul in die Region Göttingen. Zunächst lebte die Familie in Treuenhagen, später in Geismar, unter anderem an der Hauptstraße. „Wenn die Feuerwehr an unserer Wohnung vorbei fuhr, sprang mein Vater  sofort ins Auto und fuhr hinterher“,  so Christian Paul. Besonders in Erinnerung geblieben sind ihm die Fotos von heftigen Verkehrsunfällen, die sein Vater zu Hause entwickelte. „Mir war ganz früh, ungefähr mit sechs Jahren klar, dass ich nicht den Beruf meines Vater ergreifen will.“ 

Weitere Bilder aus dem Archiv Fritz Paul gibt es in einer Galerie auf der Tageblatt-Jubiläumsseite 125jahre-gt.de

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