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125 Jahre Göttinger Tageblatt Seit 1927 werden in Göttingen Klimawerte regelmäßig erfasst
Thema Specials 125 Jahre Göttinger Tageblatt Seit 1927 werden in Göttingen Klimawerte regelmäßig erfasst
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20:21 14.04.2014
Von Britta Bielefeld
Leiter der Wetterwarte in Geismar: Matthias Hans mit dem alten Heliographen, der heute nur noch selten zur Sonnenmessung benutzt wird. Quelle: Hinzmann
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Geismar

Hochwasser“ steht mit rotem Buntstift in dem vergilbten Heft. Aufgeschlagen ist eine Seite mit  Göttinger Wetterdaten, und zwar die Seite vom 2. Juni 1961. „Schreckensnacht über Südhannover“ titelt das Göttinger Tageblatt am darauffolgenden 3. Juni. Ein Unwetter „mit nicht enden wollendem Gewitter“ war demnach über Südniedersachsen und Nordhessen niedergegangen.

Das Heft im Archiv der Wetterwarte des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Geismar verrät die Daten zur Schlagzeile von damals: Binnen 24 Stunden fielen 46,3 Liter Regen.

Manuelle Messungen und Beobachtungen

Auch heute liefern die Mitarbeiter der Göttinger Wetterwarte die amtlichen Messwerte – unter anderem für die Berichterstattung im Tageblatt. Bei Hochwasser: die Niederschlagsmenge. Im Sturm: die Windgeschwindigkeit. Mit Eisregen: die Temperatur. Rund um die Uhr ist die Wetterwarte in der Geismaraner Feldmark besetzt, manuelle Messungen und Beobachtungen leisten die vier Männer vom DWD von 5 bis 22 Uhr.

Denn: Auch wenn heute die meisten Daten digital auf dem Messfeld erfasst werden, für Wolken, Nebel, Vogelzug oder botanische Beobachtungen ist das menschliche Auge nur schwer ersetzbar. Denn: „Beispielsweise Wolken verhalten sich nicht immer wie im Schulbuch“, sagt Wetterwarten-Chef Matthias Hans.

Seit 1927 werden in Göttingen regelmäßig Wetterdaten aufgezeichnet. Zuerst am Kreuzbergring, dann an der Sternwarte, später am Flugplatz und von 1967 an am Hermann-Föge-Weg. 1993 wurde die neue Wetterwarte am Rischen in Geismar eröffnet.

Tageblatt-Zeitreise: Seit 1927 werden in Göttingen Klimawerte regelmäßig erfasst. Der Deutsche Wetterdienst liefert Daten für Tageblatt-Berichte.

Dort sorgen zurzeit Matthias Hans, Wilfried Senger, Harald Frischtatzky und Ronald Radtke dafür, dass alle Daten pünktlich nach Hamburg und Offenbach zum DWD übermittelt werden können. Für Sauberkeit ist seit Jahren Erika Schachtebeck zuständig. Die Göttinger Einrichtung ist eine von bundesweit 80 Wetterwarten.

Seit mehr als 80 Jahren werden nahezu identische Daten erfasst. Nur: Heute läuft der Transfer der Informationen elektronisch und die Erfassung minütlich. In früheren Zeiten regierte der spitze Bleistift. Einmal pro Stunde wurden die Werte fein säuberlich in die Tabellen eingetragen.

Temperatur (acht Werte in verschiedenen Lufthöhen und Bodentiefen), Feuchtigkeit, Wind, Niederschlag, Sichtweite, Sonnenschein, Luftdruck, Wolken und Blitze werden aber heute wie damals aufgezeichnet.

Göttinger Extremwerte

Höchste Temperatur: 37,9 Grad (9.8.1992).

Tiefste Temperatur:  -32,2 Grad am Boden, -28 Grad in der Luft (16.02.1956).

Wärmstes Jahr: 1990 (10,2 Grad im Mittel), kältestes Jahr: 1940 und 1963 (7 Grad).

Trockenstes Jahr: 1959 (392 Liter), nassestes Jahr: 1981 (1043 Liter).

Größte Schneehöhe: 33 Zentimeter (21.01.1940 und 18.02.1969).

Sonnigstes Jahr: 1959 (1972 Stunden), sonnenärmstes Jahr: 1987 (1217 Stunden).

Weltweite Extremwerte

Tiefste Temperatur: -89,2 Grad (21.07.1983, Antarktis)

Höchste Temperatur: 56,7 Grad (10.07.1913, Kalifornien)

Hagelkorngrößen-Umfang: 47,6 Zentimeter (22.06.2003, Nebraska).

Regenmenge in 24 Stunden: 1825 Liter (7./8. 01. 1966, La Réunion).

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