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125 Jahre Göttinger Tageblatt Taggi für die jungen Leser
Thema Specials 125 Jahre Göttinger Tageblatt Taggi für die jungen Leser
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18:09 14.08.2014
Auf Erkundungstour im Druckhaus: Taggi macht es sich im Jahr 2000 in der Auslieferung bequem, um das Göttinger Tageblatt zu lesen. Quelle: Beuermann
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Göttingen

1999 kam Taggi. So wurde das Känguru genannt, das seitdem Maskottchen der Tageblatt-Kinderseite ist. Als Tageblatt-Erkennungszeichen ist Taggi unterwegs bei vielen Aktionen für Kinder: Fasching auf der Eisbahn in Nörten, Zieleinfahrt bei der Tour d‘Energie auf der Göttinger Bürgerstraße, Fotoaktion in der Rosdorfer Kinderstadt sind nur ein paar der Einsätze für die große Figur, die Kinder auf das Tageblatt aufmerksam macht.

Einer derjenigen, die mit Leidenschaft das Känguru-Kostüm überstreifen ist Christian  Hebestreit: Der große blonde Mann verwandelt sich bei der Tour d‘Energie und beim Kinderfasching auf der Eisbahn in Nörten-Hardenberg in das Tageblatt-Maskottchen: ein schweißtreibender Job, schließlich ist das Konstüm schwer und das Sichtfeld eingeschränkt. Doch auch wenn die ersten Schritte im Kängurukostüm unsicher wirken, genießt er die Blicke aus vielen strahlenden Kinderaugen.

Mit Taggi begann beim Tageblatt 1999 eine neue Zeit  der Berichterstattung für Kinder. Bis einige Jahre zuvor gab es sonnabends eine Geschichte von Puck und dazu viele Zeichnungen oder kurze Geschichten von Kindern. Tageblatt-Redakteur Holger Dwenger kann sich noch an seine erfolgreiche Zeit als Nachwuchsautor erinnern. „Wurde etwas veröffentlicht, kam sonnabends der Postbote mit einer Geldanweisung und zahlte bar: Bis zu zehn Mark gab es für einen Beitrag“. Dwenger hat heute noch die Mappe mit etwa 25 Beiträgen.

Kindgerecht über Welt- und Lokalereignisse informieren

Neue Ansprüche an die Information junger Leser wurden in den 90er-Jahren ebenso diskutiert wie die Bindung von jugendlichen Lesern an die Tageszeitungen. Kindgerechte Informationen zum aktuellen Geschehen sollten es sein. Das Konzept der neuen Tageblatt-Kinderseiten im Jahr 1999 erarbeiteten damals die Redakteure Sabine Hirte und Holger Dwenger. Sie hatten auch die Idee, das Känguru namens Taggi zum Maskottchen zu machen. Inzwischen ist das Taggi-Kostüm bereits das dritte, und auch auf der Kinderseite hat sich das Aussehen von Taggi leicht verändert.

Mit der Zeit wandelte sich die Kinderseite im Layout wie die gesamte Zeitung.Ähnlich war es mit den Inhalten. Die Zielgruppe ist seit dem Frühjahr 2007 klar definiert: Grundschulkinder. Sie kindgerecht über Welt- und Lokalereignisse zu informieren ist das Ziel der Taggi-Seite.

„In dem Alter zwischen sieben und elf Jahren sind Kinder offen für das Medium Tageszeitung. Als Jugendliche sind sie stärker an elektronischen Medien interessiert“, erklärt Tageblatt-Ressortleiterin Angela Brünjes, die 2007 die Neukonzeption auf den Weg brachte.

Wichtig sei es, dass junge Menschen Erfahrungen mit Informationen aus Printmedien haben, um später als Erwachsene den Wert von Tageszeitungsnachrichten – gedruckt oder elektronisch – zu schätzen.  Diese Erkenntnis aus der Forschung über Zeitungsleser und ihre Beziehung zu dem Medium, führte zur bis heute beim jungen Publikum beliebten Kinderseite, die jeden Mittwoch erscheint.

Zeitung in der Schule

Woche für Woche gibt es nicht nur kindgerecht aufbereitete Informationen zu aktuellen politischen oder gesellschaftlichen, lokalen oder überregionalen Themen. Dazu kommen Ankündigungen von Veranstaltungen für Kinder und natürlich die Rubrik „Mein Lieblingswitz“, in der Kinder die Möglichkeit haben, ihren schönsten Witz mit den Tageblatt-Lesern zu teilen.

Und es kam dadurch auch 2007 zur Einführung der Tageblatt-Besuche bei den vierten Klassen der Grundschulen in Stadt und Landkreis in den letzten Wochen vor den Sommerferien. In dieser Zeit, wenn insbesondere für die Viertklässler die Zeugnisse schon geschrieben sind, besuchen um die 20 Tageblatt-Redakteure und Fotografen vier Wochen lang Grundschulklassen – in diesem Jahr waren es 52 – und zum guten Schluss werden vier Klassen ausgelost, die zum Besuch von Redaktion und Druckhaus eingeladen werden. Das kommt bei den Schülern hervorragend an.

Auch bei einigen Redakteuren ist alljährlich aufs Neue klar, dass sie mitmachen. Jedes Mal sind die Auszubildenden der Redaktion, die Volontäre, die bei dieser Aktion die Leitung haben, erstaunt über die kniffligen Fragen der gut vorbereiteten jungen Leser in den Schulklassen.

Von Angela Brünjes und Marie-Luise Rudolph