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125 Jahre Göttinger Tageblatt Wie die Filmschmiede des Tageblatts entstand
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16:28 17.04.2014
Großes Kino im Cinemaxx: Premiere des Tageblatt-Films „Die 70er Jahre in Göttingen“ im ausverkauften großen Kinosaal. Rund 500 Interessierte warten gespannt auf den Filmstart. Quelle: Vetter
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Göttingen

Nachdem der erste Schock verdaut war, gingen Marie-Luise Rudolph und Nadine Eckermann frohen Mutes ans Werk – und an völlig neue technische Gerätschaften. Kamera? Nie in der Hand gehabt. Schnittprogramm? Ein Buch mit sieben Siegeln. Gut, dass die Filmprojekte der beiden Redakteurinnen historischen Inhalts waren. Leser schickten ihre Filmaufnahmen aus den vergangenen Jahrzehnten, sandten Fotos ein und lieferten Hintergrundinformationen dazu.

Die Filme wurden durch eine Partnerfirma digitalisiert, die Bilder verschlagwortet, online gestellt und archiviert. Die Ergebnisse der Recherche zusammengefasst und sortiert. Und dann? Standen die Filmemacherinnen in spe vor einem riesigen Stapel Material und einer ähnlich großen Herausforderung.

In Bezug auf die Technik konnten die ersten Hürden schnell genommen werden, nachdem eine Fortbildung angeboten und der Umgang mit den Programmen geprobt worden war. Dann ging es an das Einfuchsen in eine ganz andere Darstellungsform, als sie die Schreiberinnen kannten: Film erfordert zum Teil ein ganz anderes Vorgehen als Text.

Einziger Wermutstropfen

Doch mit der Zeit eigneten sich die jungen Frauen alles Nötige dafür an. Und spätestens seit der ersten Filmpremiere war ihnen klar: Film geht so etwas von ab – um in der enthusiastischen Sprache zu bleiben, die beiden an diesem Tag bei der Vorstellung „ihres“ Erstlings zu eigen war.

Einziger Wermutstropfen während der Premiere von „Die 50er Jahre in Göttingen“: Der Film wurde im „Stern“ aufgeführt – einem Traditionskino, das an diesem Tag seine letzte Vorstellung hatte. Für die Filmemacherinnen war es ein Anfang, für viele Kinofreunde in Göttingen ein Ende.
In der nächsten Folge geht es um die Fotografen des Tageblatts.

Filmtrailer: 125jahre-gt.de

Von Nadine Eckermann

Die 50er Jahre in Göttingen

Göttingen in den 50er Jahren: Obwohl Göttingen von den Bomben während des Krieges weitgehend verschont geblieben ist, leiden die Menschen.  Doch mit der Währungsreform kommt das Wirtschaftswunder in Gang: Endlich stehen wieder Waren in den Regalen und die Göttinger gehen einkaufen. Ob im Modehaus Templin in der Weender Straße oder bei Diekmann am Markt: Die neuen Trends, ob Nylonstrümpfe oder stabile Mieder, sind wichtig. Lebendige Schaufensterpuppen zeigen das korrekte An- und Ausziehen der filigranen Beinkleider. Miss Göttingen wird gewählt. Und in Göttingen werden Filme mit Stars der Branche wie Nadja Tiller oder Walter Giller gedreht. mr

Die 60er Jahre in Göttingen

Göttingen in den 60er Jahren: Es wird viel gebaut – auch um gegen die Wohnungsnot vorzugehen. Manchmal ohne Rücksicht auf Verluste. Eine neue Ära beginnt auch für die Kultur in Göttingen. Die Welle der Beat-Kultur schwappt aus dem Ausland herüber, zudem öffnen sich Bühnen und Galerien für neue Formen der Kunst. Wie in der Politik der Zeit gilt der Gedanke des Miteinanders. Jeder darf Kunst machen und jeder Politik. In Göttingen löst das eine neue Diskussions- und Demonstrationskultur aus, die sogenannten 68er sind auch hier aktiv – und bringen die ersten Vorboten der 70er Jahre mit sich. Musikalisch dreht sich in Göttingen einiges um die Band „The Blue Moons“.

Die 70er Jahre in Göttingen

Göttingen in den 70er Jahren: Moderner Purismus oder die „Hässlichkeit im Quadrat”? In Göttingen entstehen in den 70er Jahren Gebäude wie das Neue Rathaus, das Hertie-Kaufhaus in der Weender Straße oder das Wohnheim an der Robert-Koch-Straße. Die Zeichen stehen auf Zukunft. Göttingen ist jetzt auf dem Weg zur Großstadt – und zeigt das auch mit seiner Architektur. Nicht nur das Stadtbild verändert sich. Unter anderem wird das Neue Rathaus gebaut.  Wie die Hochhäuser wächst auch die Kulturszene. Der Kunstmarkt an und in der Stadthalle zieht jedes Jahr fast ebenso viel Publikum an wie das Altstadtfest, bei dem die ganze Innenstadt zur Partymeile wird.

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