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333 Dinge Dem Glockenspiel in der Göttinger Innenstadt lauschen
Thema Specials 333 Dinge Dem Glockenspiel in der Göttinger Innenstadt lauschen
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19:50 14.11.2013
„Eine Bereicherung für Göttingen“: Glockenspiel am Haus Lange Geismarstraße 44. Quelle: Vetter
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Göttingen

Begonnen hat es mit einer fixen Idee, „ein Gag“ sollte das sein erzählt Otto-Manfred Hack. Der ehemalige Ratsherr der Stadt Göttingen führte bis 1994 das „Musikhaus Hack“, das der Bushaltestelle Kornmarkt, wo das Haupthaus des Betriebes stand, den Rufnamen „Bushaltestelle Hack“ einbrachte.

Schon dort wollte Hack seiner Heimatstadt ein Glockenspiel stiften, als 1969 das Haus Groner Straße umgebaut wurde. Die passendere Gelegenheit ergab sich dann aber 1982, als der Kaufmann ein Haus ein paar Meter weiter in der Langen Geismarstraße sanierte. Dort sollten Auto-Radios, Video- und Fernsehprodukte verkauft werden.

Ein Schuppen im Hinterhof diente als Werkstatt – er steht heute noch dort. Beim Frühstück der Bauarbeiter stürzte jedoch das Haus dann in sich zusammen. Hack errichtete ein neues Fachwerkhaus und brachte an der Fassade ein Glockenspiel an. „In Göttingen gab es kein Glockenspiel“, begründet Hack seine Spende. „Eine Bereicherung für Göttingen“, wie der Stifter glaubte.

Das sahen die anwohnenden Studenten anders. Zu früh und zu laut spiele das Glockenspiel – Weihnachtslieder in der Adventszeit, ansonsten Wander- und Volkslieder wie „Üb’ immer Treu’ und Redlichkeit“. Seit 2007 die alte, defekte Mechanik des Glockenspiels durch moderne Computertechnik ersetzt wurde, sind 40 Titel auf der Festplatte gespeichert.

Das Glockenspiel am Haus Lange Geismarstraße 44 (Reformhaus) in Göttingen ertönt jeden Tag um 11 und um 12 Uhr sowie um 16 und um 17 Uhr.

Von Lukas Breitenberg