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333 Dinge Ein Mahnmal wird zum Picknickplatz
Thema Specials 333 Dinge Ein Mahnmal wird zum Picknickplatz
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18:40 24.08.2011
Von Jürgen Gückel
Mahnmal: Einst Pilgerstätte, heute Ausflugsziel.
Mahnmal: Einst Pilgerstätte, heute Ausflugsziel. Quelle: Hinzmann
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Jeder sieht es, kaum einer kennt es – das Heimkehrer-Mahnmal auf dem Hagenberg ist zum Symbol im Wappen der Gemeinde Friedland geworden und wird unübersehbar angestrahlt, wenn man auf der A 38 das „Tor zur Freiheit“ passiert. Doch welche Symbolkraft die massiven Betonzinken, die sich wie Dorne in vier Himmelsrichtungen emporrecken, eigentlich haben, erschließt sich jungen Leuten heute kaum noch.

Doch für 567 277 Heimkehrer aus Kriegsgefangenschaft waren oder sind sie Mahnung und Gedenkstätte. Sie erinnern an Gefangenschaft in Sibirien und an glückliche Heimkehr, die in Friedland begann. Der Ort ist und bleibt Synonym für eine bessere Zukunft in Freiheit – auch für Spätaussiedler aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion. So sind es heute vor allem Deutschrussen, die ihren Kindern und Enkeln den Ort zeigen, wo sie erste Tage in Deutschland verbrachten. Das ist oft mit einem Picknick auf dem Hagen verbunden.

Am 15. Mai 1966 hatte Bundeskanzler Konrad Adenauer den Grundstein für die Gedenkstätte gelegt. 527 634 Mark hatte der Heimkehrerverband für das „Mahnmal der Hoffnung, des Dankes und der Versöhnung“ gesammelt. Heimkehrertreffen mit tausenden Teilnehmern folgten. Wer heute zum Hagenberg pilgert, der kommt aus anderem Grund: Weil es einfach ein sehr schöner Picknickplatz ist.

Das Heimkehrermahnmal ist von der Witzenhäuser Straße in Friedland über einen relativ steilen Fußweg vom großen Parkplatz am Fuß des Hagenberges aus erreichbar. Ein weiterer Weg führt von der Siedlung Hagenberg zum Mal.