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333 Dinge Mahnmal erinnert an Narbe im Stadtbild
Thema Specials 333 Dinge Mahnmal erinnert an Narbe im Stadtbild
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11:23 21.07.2011
Erinnert an die Form einer Flamme: Mahnmal für die ehemalige Göttinger Synagoge.
Erinnert an die Form einer Flamme: Mahnmal für die ehemalige Göttinger Synagoge. Quelle: CR
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In Göttingen finden sich nicht nur prächtige Bauten als Zeugen einer ruhmreichen Vergangenheit, sondern auch Narben im Stadtbild. An eine solche Narbe als Folge eines selbst gelegten Brandes erinnert das Denkmal für die ehemalige Synagoge, die 1869/70 als neuromanischer Bau errichtet worden war. Sie wurde unter der nationalsozialistischen Terrorherrschaft in der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 angezündet und brannte vollständig aus.

Die Lücke im Stadtbild blieb nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ungeschlossen, nur eine Gedenktafel am neuen Gebäude des Deutschen Gewerkschaftsbundes erinnerte an die Synagoge. Das änderte sich 1973, als mit einer fast sechs Meter hohen Plastik aus Beton und Stahl ein unübersehbares Mahnmal eingeweiht wurde. Das Werk des Künstlers Corrad Cagli besteht aus Dreiecken, die auf dem Grundmotiv des Davidsternes nach oben immer kleiner werden und so eine Pyramide bilden, die durch Achsverschiebungen in sich gedreht ist. Die Form erinnert an eine Flamme. Der vertiefte Platz unterhalb der Plastik ist begehbar. Als das Mahnmal 1973 eingeweiht wurde, war noch in weiter Ferne, was heute wieder selbstverständlich ist: dass es in Göttingen eine jüdische Gemeinde mit einer eigenen Synagoge gibt. Das aus Bodenfelde nach Göttingen in die Angerstraße versetzte Gebäude wurde am 70. Jahrestag der Pogromnacht eingeweiht.

Das Mahnmal steht auf dem Platz der Synagoge, Ecke Obere-/Untere-Masch-Straße in Göttingen. Am 9. November findet dort jährlich die Gedenkfeier für die Opfer des Nazi-Terrors statt.

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