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333 Dinge Mittelalterliches Ensemble mit Kirche und Stadttor
Thema Specials 333 Dinge Mittelalterliches Ensemble mit Kirche und Stadttor
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10:22 06.07.2011
Mit einem wertvollen Altar ausgestattet: die Göttinger Marienkirche.
Mit einem wertvollen Altar ausgestattet: die Göttinger Marienkirche. Quelle: Hinzmann
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Es ist ein harter Kontrast: Neben dem klobigen Parkhaus an der Groner-Tor-Straße findet sich ein reizvolles mittelalterliches Ensemble mit der evangelischen Marienkirche im Zentrum. 1290 wurde mit dem Bau der Kirche in der Göttinger Neustadt begonnen, die 1318 dem Deutschen Ritterorden übereignet und von diesem bis 1512 zu ihrer heutigen Gestalt umgebaut wurde. Zum Ensemble gehören auch das seit 1319 als Kirchturm genutzte Stadttor zur Neustadt und die Kommende, in der heute das Kirchenkreisarchiv untergebracht ist.

Die Marienkirche hat auch innere Werte: Das bedeutendste Kunstwerk sind Reste des Marienaltars der Göttinger Künstler Bartold Kastrop und Heinrich Heisen aus dem Jahr 1524, heute gefasst in einem neugotischen Retabel von 1860. 1926 wurde die für die Geschichte des Orgelbaus wichtige Mahrenholz-Furtwängler-Orgel gebaut.

Der Deutsche Ritterorden hatte sich Maria, die Mutter von Jesus Christus, als Schutzpatronin gewählt und trug den offiziellen Namen „Orden der Brüder vom Deutschen Haus St. Marien in Jerusalem“. In der Kirche findet sich heute eine Skulptur, die die Gottesmutter darstellt. Die Madonna zeigt Maria mit Kind und Zepter auf der Mondsichel stehend. Der Orden konnte sich in Göttingen über die Reformation hinweg halten. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Kommende mit den Ländereien verkauft.
Die Kirche ist – mit wenigen Ausnahmen – täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

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