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333 Dinge Neobarocker Kirchenbau im Göttinger Ostviertel
Thema Specials 333 Dinge Neobarocker Kirchenbau im Göttinger Ostviertel
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18:50 28.11.2011
1929 geweiht: die Kirche St. Paulus in der Wilhelm-Weber-Straße. Quelle: Hinzmann
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St. Paulus ist nach St. Michael die zweite katholische Kirche, die nach der Reformation in Göttingen erbaut wurde. Als zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor allem durch Zuzug aus dem Eichsfeld die katholische Gemeinde in Göttingen wuchs, reiften die Pläne für eine zweite katholische Kirche. Doch der Erste Weltkrieg und Inflation vereitelten zunächst die Pläne.

1927 erfolgte schließlich der erste Spatenstich in der Wilhelm-Weber-Straße, 1929 wurde die neue Kirche durch den damaligen Bischof von Hildesheim, Nikolaus Bares, geweiht. Die Wahl des Apostels Paulus zum Patron des Gotteshauses stellt eine Verbindung zum Mittelalter her: Schon 1331 hatten die Dominikaner in Göttingen ihre Kirche diesem Heiligen geweiht: die Paulinerkirche.

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St. Paulus wurde im neobarocken Stil erbaut. Der Werksteinbau wirkt auf den ersten Blick ein wenig trutzig. Der Glockenturm ist im Ostviertel weithin sichtbar. Das 1936 entstandene Deckengemälde in der Kirche stammt von Eduard Goldkuhle. Von St. Paulus aus startet in jedem Jahr die große Göttinger Fronleichnamsprozession mit rund 1000 Teilnehmern.

Als die Amerikaner am Ende des Zweiten Weltkriegs am 8. April 1945 in Göttingen einrückten, trafen zwei Geschosse die Pauluskirche, so dass Schäden an Turm, Schiff und im Innern entstanden. Um sieben Uhr morgens an diesem Tag hatten in einer stillen heiligen Messe noch Jungen und Mädchen die Kommunion empfangen.

Die Kirche St. Paulus, Wilhelm-Weber-Straße 13-15, ist täglich von 8 bis 17 Uhr geöffnet.

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