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333 Dinge Paddeln für Leinetaler auf Werra, Weser, Fulda oder Rhume
Thema Specials 333 Dinge Paddeln für Leinetaler auf Werra, Weser, Fulda oder Rhume
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20:18 28.08.2011
Von Jürgen Gückel
Start- oder Zielpunkt: Paddler am Kuss von Werra und Fulda.
Start- oder Zielpunkt: Paddler am Kuss von Werra und Fulda. Quelle: Touristik Naturpark Münden
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Paddeln durchs Leinetal? Ja, das geht, ist aber nur etwas für Spezialisten bei hohem Wasserstand. Viele Wehre, Schnellen und Sohlgleiten machen die Leine für einen Familien-Paddelausflug schwierig. Und eigentlich ist auch die Natur des kleinen Flüsschens viel zu empfindlich, um paddelnde Anfänger zu ertragen.

Anders sieht das mit den weiteren Flüssen der Region aus. Werra und Fulda, die Quellflüsse der Weser, sind wie die Weser selbst ideale Wanderflüsse, die auch für Anfänger geeignet sind. Ebenso die Rhume im Streckenabschnitt zwischen Elvershausen und Northeim. Ein eigenes Boot braucht man nicht. An allen Flüssen gibt es Bootsverleihe und einen Service, der Boote und Passagiere zur Einsetzstelle bringt oder vom Ziel abholt. Achtung: Auf Weser und Fulda gibt es Schiffsverkehr.

Weser: Der Klassiker für Familien. Ab Hann. Münden hat man 202 befahrbare Flusskilometer (bis Minden) mit durchgehend guter Strömung von vier bis sechs Kilometern je Stunde. Es geht also voran, auch ohne allzu große Kraftanstrengung. Das mal weite, mal enge bewaldete Tal zwischen Bram- und Reinhardswald, Solling und Vogler bietet immer etwas fürs Auge. Hemeln, Bursfelde, Oedelsheim, Gieselwerder, Bodenfelde, Wahmbeck und Bad Karlshafen (35 Kilometer) sind Ziele mit gastronomischem Angebot. Auch für mehrtägige Kanuwanderungen bietet die touristisch gut erschlossene Weser genügend Übernachtungsmöglichkeiten auf Zeltplätzen, in Hotels oder Pensionen.

Werra: Sie ist ein schöner, ab Herleshausen (Bahnanschluss) oder Creuzburg leicht zu paddelnder Wanderfluss mit überwiegend flotter Strömung, teils sehr einsam, teils mit recht steilen Ufern. Attraktivste Strecke für Göttinger ist sicher der Abschnitt Bad Sooden-Allendorf bis Witzenhausen, weil man hier das Stockmacherdorf Lindewerra passiert, die malerische Flussschleife unter Teufelskanzel und Bahnbrücke durchfährt und bei Unterrieden einsam durchs Schilf gleitet. Flussabwärts gibt es bei Hedemünden einen flott fließenden Seitenarm mit Schwall und unter der Autobahnbrücke das Wehr Letzter Heller mit Bootslore zum Umtragen.

Fulda: Empfehlenswert ab Bad Hersfeld zunächst als flotter Wanderfluss ohne Schwierigkeiten. Ab Stadtgebiet Kassel muss fleißig gepaddelt werden. Für den Schiffsverkehr ist die Fulda aufgestaut. Die Wehre sind gut zu umtragen, die bewaldete Landschaft in dem engen Tal attraktiv. Höhepunkte sind das Lokal Roter Kater und Graue Katze gegenüber Spiekershausen, die enge Flussschleife bei Gut Kragenhof (Ufer unter Schutz) und das Niedersachseneck bei Speele. Ziel ist der Tanzwerder in Hann. Münden.

Rhume: Am idyllischsten ist das Paddeln auf der Rhume ab Elvershausen. Hier sieht man am ehesten den Eisvogel, muss sich unter Gebüsch abducken, gleitet lautlos durch die Einsamkeit des eng bewachsenen Tals. Die Rhume ist zwar auch oberhalb Elvershausen schon befahrbar, hier gilt aber wie für die gesamte Leine: Für Anfänger nicht zu empfehlen.

Boote für eine Paddeltour gibt es zu leihen bei Kanu Touristik Mitte (KTM) in Göttingen, Telefon 05 51 / 7 90 91 91, kanutouristik-mitte.de, beim Campingplatz Tanzwerder Hann. Münden, 0 55 41 / 1 22 57, busch-freizeit.de oder beim Bootsverleih Northeim (nur Rhume) 0 55 51 / 43 80. Dort gibt es auch Infos über die Touren, Sicherheitshinweise und Schwimmwesten.