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333 Dinge Turm von St. Johannis
Thema Specials 333 Dinge Turm von St. Johannis
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Von Jörn Barke
Bietet eine herrliche Aussicht: der Nordturm der Johanniskirche, rechts im Bild.
Bietet eine herrliche Aussicht: der Nordturm der Johanniskirche, rechts im Bild. Quelle: Heller
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Jahrzehntelang war die Türmerwohnung auf dem Nordturm von St. Johannis eine der außergewöhnlichsten Attraktionen Göttingens. Die Türmerwohnung gab es spätestens seit dem ausgehenden 14. Jahrhundert. Denn für 1393 ist erstmals die Ernennung eines Turmwächters überliefert. Bis 1921 ließ die Stadt Türmer über die Sicherheit Göttingens wachen. Sie sollten nach Feinden und Feuern Ausschau halten. 1921 zogen Studenten in die Wohnung ein, bis zu der knapp 240 Stufen zu bewältigen waren. Die Studenten konnten mietfrei in luftiger Höhe wohnen, mussten sich aber verpflichten, regelmäßige Besichtigung des Turmes zu gestatten. So blieben Wohnung und Turm 80 Jahre lang ein Besuchermagnet.

2001 ziehen die letzten Mieter aus – eigentlich nur vorübergehend, weil die Türme saniert werden müssen. Doch es wird ein Abschied für immer. Denn im Januar 2005 vernichtet ein Brand, den zwei Jugendliche gelegt haben, Wohnung und Dachstuhl des fast fertig sanierten Turmes. Der wird bis November 2005 zwar wieder aufgebaut, doch aus Gründen des Brandschutzes lässt die Stadt eine Nutzung als Wohnung nicht mehr zu. Die Kirchengemeinde richtet dafür eine kleine Kapelle im Turm ein, in der es manchmal Veranstaltungen gibt. In Gruppen ist der Turmaufstieg weiter möglich – und weiter ein Muss, allein wegen der herrlichen (wenn auch vergitterten) Aussicht.
Turmaufstiege für maximal 25 Personen sind sonnabends um 14 Uhr möglich, Sondertermine für Gruppen sind nach Vereinbarung unter Telefon 01 75 / 593 05 68 möglich.