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333 Dinge Wanderpfad über einen erkalteten Vulkan
Thema Specials 333 Dinge Wanderpfad über einen erkalteten Vulkan
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19:16 09.08.2011
Am Gelände-Modell: Bei einer Führung wird der Geologie- und Bergbaupfad erläutert.
Am Gelände-Modell: Bei einer Führung wird der Geologie- und Bergbaupfad erläutert. Quelle: PH
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Der Berg zehn Kilometer westlich von Göttingen ist nicht nur Ausgangspunkt der Vermessung der Welt durch Carl-Friedrich Gauß, sondern auch Zeuge einer heißen Erdperiode der Region. Die Geschichte des Hohen Hagens, seine Entstehung als urzeitlicher Vulkan, die Entwicklung des Basaltabbaus und auch die Geschichte der zwei Gaußtürme ist südlich von Dransfeld auf einem 800 Meter langen Rundwanderweg nachzuempfinden. Startpunkt ist der Parkplatz am Gaußturm. Am 19. April 2005 wurde der Wanderweg eröffnet. An acht Punkten widmen sich Informationstafeln jeweils einzelnen Themen wie der Verlaufslinie des einstigen Berges, der Entstehung des Basalts durch Vulkantätigkeit oder dem Basaltabbau. Auch Sandablagerungen von der Küste eines urzeitlichen Meeres finden sich hier.
Vor etwa 15 Millionen Jahren brach in Südniedersachsen an vielen Stellen die Erde auf und glühend heiße Lava ergoss sich über das Land. Viele Erhebungen sind Zeugen der damaligen Katastrophe: der Hohe Hagen, die Bramburg bei Adelebsen oder auch der Meenser Steinberg. Solche „Basalt-Pfropfen“ bestehen aus hartem vulkanischen Gestein, dem Millionen Jahre Verwitterung nicht viel anhaben konnten. Die Vulkane des Leinetals waren Teil eines Großsystems, das sich von Frankfurt bis zur Bramburg erstreckte. Ursache war ein kontinentaler Crash: Afrika stieß auf Europa, und es kam zu Rissen und Verwerfungen. 1200 Grad heißes Gestein stieg aus 60 Kilometern Tiefe nach oben und bildete auch den Vulkan Hoher Hagen. Heute ist der Berg mit 492 Metern die höchste Erhebung Südniedersachsens. Ähnlich wie bei einem Grießbrei schrumpfte die Lava beim Erkalten und bildete säulenförmigen Basalt, der später abgebaut wurde.

Die Bahn lagerte 1,9 Millionen Kubikmeter Erdaushub, der beim Bau der ICE-Tunnel zwischen Göttingen und Kassel anfiel, in dem 1971 stillgelegten Tagebau ab. Basalt wird zum Straßenbau, aber auch für Wasserfilter verwendet. Auf der Bramburg wird heute noch Basalt abgebaut.

Der Pfad ist mit dem Auto über die Hoher-Hagen-Straße in Dransfeld zum Parkplatz am Gaußturm zu erreichen.

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