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Adventskalender Tageblatt-Adventskalender: Tür 4, Superintendent Friedrich Selter
Thema Specials Adventskalender Tageblatt-Adventskalender: Tür 4, Superintendent Friedrich Selter
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20:07 03.12.2013
Von Jörn Barke
Adventskranz und Diakonie-Kalender mit Engelbildern von Paul Klee: Friedrich Selter in seinem Wohnzimmer. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Als Leiter des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Göttingen ist Friedrich Selter im Advent noch mehr unterwegs als sonst. Deshalb muss er sich mit seiner Familie – Frau und drei Kinder – ganz bewusst kleine Zeitinseln schaffen, auf denen das möglich ist, was nach Selters Meinung den Advent auszeichnet: Besinnlichkeit und Gemütlichkeit, gefördert durch Kerzenlicht und Tannenschmuck.

„Die Zeiten, zu denen die gesamte Familie um den Adventskranz sitzt, sind knapp und kostbar“, sagt Selter. Diese Zeit zum Erzählen und mit Keksen müsse aber aufgrund seiner vielen Termine gezielt eingeplant werden.   Auch Weihnachten läuft bei den Selters anders als in anderen Familien: Am Heiligabend guckt der Familienvater zwischen den Terminen kurz zum Abendessen herein. Gefeiert wird dann erst am Nachmittag des ersten Weihnachtstages.

Kerzen für jeden Tag im Advent

Der Adventskranz auf seinem Wohnzimmertisch erinnert Selter an den diakonischen Auftrag der Kirche, den sozialen Dienst für Bedürftige. Erfunden wurde der Adventskranz nämlich im 19. Jahrhundert von dem evangelisch-lutherischen Theologen und Erzieher Johann Hinrich Wichern. Damals hatte der Kranz noch Kerzen für jeden Tag im Advent. Wichern stellte ihn im sogenannten Rauhen Haus auf, wo er arme Kinder betreute. Diese sollten am Kranz sehen können, wie lange es noch bis Weihnachten ist.

Zu den Terminen, die Selter in der Adventszeit wahrnimmt, zählt auch eine Adventsfeier im Drogenkontaktladen des Göttinger Diakonieverbandes. Auch Klienten nehmen an dieser Feier teil. Die Botschaft, dass Gottes Kommen allen Menschen gelte, werde hier intensiv gehört, meint Selter. Ein anderer Höhepunkt ist für den 51-Jährigen die Weihnachtsfeier im Grenzdurchgangslager Friedland.

Noch etwas erinnert Selter in seinem Wohnzimmer an die Diakonie: der Adventskalender des Diakonischen Werkes der Landeskirche. Der enthält keine Schokolade, sondern zeigt Engelbilder von Paul Klee, auf die die Türchen verteilt sind. Dahinter finden sich Sinnsprüche, für den 4. Dezember einer des Reformators Martin Luther: „Die Liebe macht die Dinge süß, die sonst bitter sind, wertvoll, die nichtig sind, hoch erhaben, die verachtet sind.“