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Alles über die Bombe Bombenentschärfung beendet, Suche geht weiter
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21:45 02.05.2011
Von Matthias Heinzel
Liegt genau in der Flucht der Bahngleise: der Bombenfundort.
Liegt genau in der Flucht der Bahngleise: der Bombenfundort. Quelle: National Archives/Städtisches Museum
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Am Mittwoch, so Stadt-Sprecherin Claudia Leuner-Haverich, ging die Suche weiter, die bis Ende kommender Woche beendet werden soll. Das Gelände gehört der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung, die nördlich der Straße ihr Güterverkehrszentrum entwickelt.

Untersucht wird das Grundstück, weil dort ein neues Dienstleistungszentrum der Unternehmen Klartext und Weender Druckerei entstehen soll. Auch in durch den Luftkrieg potenziell bombenbelasteten Bereichen sind die entsprechenden Geländeuntersuchungen keine Pflicht, werden aber durch die Stadtverwaltung Investoren und Bauherren dringend empfohlen – vor allem dann, wenn das Gelände nicht nur als Fläche genutzt, sondern bebaut werden soll. Systematisch, erläutert Leuner-Haverich, sei das Gelände um den Fundort vom Dienstag wie früher auch andere verdächtige Areale nur anhand von Luftbildern, nicht aber mit Metallsuchgeräten, Bohrungen oder durch Bodenabtragungen untersucht worden.

Ein Blick auf den Göttinger Stadtplan zeigt, dass der Bombenfundort in einem Areal liegt, das gegen Kriegsende von zahlreichen Bomben getroffen wurde. Die vielen Treffer in dem jetzt untersuchten Gelände werden auch belegt durch ein Luftbild der alliierten Luftaufklärung vom 8. April 1945, das nach dem Ende der Kampfhandlungen in Göttingen praktisch alle Bombeneinschläge zeigt. Oft flogen die Bomber die Stadt aus Richtung Süden an, um die Bahnanlagen, vor allem den Bahnhof wie auch den Güterbahnhof anzugreifen. Wenn die Bomber über der Bahnlinie den Bahnhof anflogen und die Bombenschützen nur Sekundenbruchteile zu spät auslösten, landeten die Bomben genau in dem Bereich, wo am Dienstagnachmittag die Fünf-Zentner-Bombe gefunden wurde (siehe historisches Luftbild). Mit Bomben wurden die Bahnanlagen belegt beispielsweise am 1. Januar 1945, als der Verschiebebahnhof, die Weender Landstraße sowie die Emilien- und die Arndtstraße getroffen wurden, und am 9. Februar, als neben dem Verschiebebahnhof auch das Aluminiumwerk in der Weender Landstraße Treffer erhielten. Wiederum der Verschiebebahnhof war Ziel am 22. Februar, als auch zwei Häuser in der Arndtstraße zerstört und das Gebäude der Einkaufsgenossenschaft am Maschmühlenweg beschädigt wurden. Beim schweren Angriff vom 7. April lagen die Bomben bis zum Ende des Güterbahnhofes, beim Lokomotivschuppen und an der Weender Landstraße.

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