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Bundestagswahl 2009 „Es gibt nichts Schöneres“
Thema Specials Bundestagswahl 2009 „Es gibt nichts Schöneres“
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18:44 17.09.2009
Göttinger durch und durch: Thomas Oppermann vor dem Deutschen Theater.
Göttinger durch und durch: Thomas Oppermann vor dem Deutschen Theater. Quelle: Hinzmann
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Der Mann, der über den Schotterweg zum Deutschen Theater schlendert, ist bester Laune. Trotz der Hitze trägt er einen dunklen Anzug. Sein dunkelgraues Haar ist frisch frisiert. Er ist allein, keine Sicherheitsleute, keine Berater. Das Foto von ihm vor dem altehrwürdigen Gebäude ist schnell gemacht. Er kennt das.

Im Biergarten des DT-Bistros, den er sich als Treffpunkt ausgesucht hat, weil es der schönste Platz in Göttingen sei, verstummen die Gäste. Getuschel: „Das ist doch...“ Ja, er ist es. Thomas Oppermann – Bundestagsabgeordneter, parlamentarischer Geschäftführer der SPD-Bundestagsfraktion, Mitglied im Kompetenzteam von Kanzlerkandidat Steinmeier. Er bestellt eine große Apfelschorle und erzählt, dass er am Vorabend Altkanzler Schröder getroffen habe. „Das hört der aber nicht so gerne.“
Oppermann ist derzeit ein gefragter Mann. Er sitzt bei Maybrit Illner, gibt im Fernsehen Statements ab und den großen Zeitungen noch größere Interviews. Er nennt das eine „erhöhte Medienpräsenz“. Auch die ist dafür verantwortlich, dass der Vater von vier Kindern derzeit „zu wenig Zeit für die Familie“ hat, wie er offen zugibt. Hinzu kommen „enorme Anforderungen“ durch die Fülle an Aufgaben. Wenn nicht gerade Wahlkampf ist, schaffe er es aber immer, Beruf und Familie in Einklang zu bringen, versichert er. „Einen Tag pro Woche nehme ich immer frei.“ Dann unternimmt er etwas mit seinen beiden jüngsten Kindern, fährt mit ihnen in den Göttinger Wald oder zum Seeburger See. „Das ist sehr schön“, sagt er und nippt an seiner Apfelschorle, um die eine Wespe kreist.

Verwurzelt und verankert

Obwohl Oppermann eine steile Karriere hingelegt hat, ist er Göttingen treu geblieben. Nach Berlin ziehen? „Nein“, sagt er, „ein Leben dort ist nicht denkbar.“ In Göttingen fühle er sich verwurzelt und fest verankert. „Man braucht den einen Ort, an dem man sich wirklich zu Hause fühlt, dazu die emotionale Bindung der Familie – das ist meine feste Basis für die Politik in Berlin.“ Und mehr noch: „Wenn es für mich in Berlin nichts mehr zu tun gibt, werde ich hier Stadtführer“, sagt Oppermann und lacht.
Die Touristen müssen sich aber wohl noch gedulden. Denn Oppermann hat noch lange nicht genug von der großen Politik. „Die Verantwortung macht großen Spaß“, sagt er. „Es gibt nichts Schöneres.“