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Sieben Fragen an Fritz Güntzler (CDU)
Thema Specials Bundestagswahl 2013 Sieben Fragen an Fritz Güntzler (CDU)
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17:50 15.09.2013
Quelle: Hinzmann
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1. Stau und Verkehrsbelastung: Wo nehmen Sie das Geld für den Ausbau der Straßen her?

Mobilität ist eine der entscheidenden Voraussetzungen für nachhaltigen Wohlstand. Wir wollen mit einem 25 Milliarden Euro Investitionsprogramm für den Erhalt und Ausbau der Bundesstraßen in den nächsten vier Jahren einen besonderen Schwerpunkt setzen.

Damit schaffen wir Planungs- und Finanzierungssicherheit und leisten mit einer modernen Infrastruktur einen Beitrag zu höherer Wettbewerbsfähigkeit.

2. Die Energiewende stockt: Wie stellen Sie sicher, dass in Deutschland nicht das Licht ausgeht?

Die Energiewende muss gemeinsam gelingen. Ich bin dafür, den Ausbau der Stromtrassen zügig umzusetzen, damit der Strom vom Norden in die Ballungszentren im Süden und Westen unseres Landes transportiert werden kann.

Ich setze auf Innovationen bei neuen Speichertechnologien. Die regionalen Netze wollen wir mit moderner Informations- und Kommunikationstechnik zu intelligenten Netzen weiterentwickeln.

3. Wohnungsmangel in den Städten, Ausbluten der Dörfer: Ihr Rezept für den demografischen Wandel?

In der Demografiestrategie der Bundesregierung spielen die ländlichen Regionen eine große Rolle. Förderinstrumente, z.B. die Programme zur Dorferneuerung und zum Städtebau, wurden stärker auf den ländlichen Raum ausgerichtet.

In den Städten steigt seit 2009 die Zahl neuer Wohnungen deutlich an. Wir wollen diesen Trend fortsetzen. Dazu gehört auch die Förderung der selbstgenutzten Immobilie.

4. Fachkräftemangel: Wie helfen Sie deutschen Betrieben und Unternehmen?

In Deutschland werden in zwölf Jahren ca. sechs Millionen Arbeitskräfte fehlen. Wenn mir nicht gegensteuern, droht uns ein dramatischer Wohlstandsverlust. Wir brauchen mehr Zuwanderung von qualifizierten Arbeitskräften.

Dafür brauchen wir eine neue Willkommenskultur und müssen Frauen, ob alleinerziehend oder nicht, bei ihrem gewünschten beruflichen Weg durch weitere Betreuungsangebote unterstützen.

5. Lange Wartezeiten, Pflegenotstand, mangelnde Kontrolle: Wie bekommen Sie das Gesundheitssystem in den Griff?

Jeder muss Zugang zu guter medizinischer Versorgung, unabhängig von Einkommen, Alter oder gesundheitlichen Zustand haben. Wir bekennen uns zum Wettbewerb und lehnen eine staatliche Einheitsversicherung ab.

Die Pflegeversicherung muss Pflegebedürftigkeit absichern und eine würdevolle Betreuung bieten. Mit dem Pflege-Neuausrichtungsgesetz sind die Leistungen um eine Milliarde Euro verbessert worden.

6. Chaos in der Schullandschaft: Muss der Bund für einheitliche Standards sorgen?

Schulpolitik ist Ländersache. Das ist gut so und ermöglicht den Wettbewerb der Schulsysteme. Mit dem Zentralabitur und den Vergleichsarbeiten wurden Instrumente geschaffen, Schulleistungen deutschlandweit zu vergleichen.

Mir ist wichtig, Kinder in ihrer Einzigartigkeit nicht aus den Augen zu verlieren. Eltern sollen die Möglichkeit haben über die richtige Schulform für ihre Kinder zu entscheiden.

7. Streichung, Schließung, Fusion: Wie erhalten Sie die Vielfalt in der Kulturlandschaft?

Kulturförderung ist Aufgabe von Land und Kommune. Der Bund sollte ergänzend tätig sein, und sein Kulturhaushalt ist seit 2005 gestiegen. Verschiedene Projekte werden unterstützt. Es gibt Etats für Filmförderung und Denkmalschutz, und es wurde „Kultur macht stark“ gestartet.

Es geht immer mehr, aber der Weg ist richtig: Wer in schönen Dingen einen schönen Sinn entdeckt, der hat Kultur (O. Wilde).