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Bundestagswahl 2013 Bundestagswahl 2013: So hat die Region gewählt
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00:17 26.09.2013
Quelle: ne
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Göttingen ist unverkennbar die Hochburg der Grünen im Wahlkreis 53: 15,32 Prozent für Jürgen Trittin, 18,27 für die Partei – das liegt weit über ihren Ergebnissen im Umland und über ihrem Bundesdurchschnitt. Aber auch in der Stadt müssen die Grünen gegenüber 2009 Verluste hinnehmen.

Und kaum woanders zeigt sich so deutlich, dass ihre Wähler nach der Pädophilie-Debatte um das einstige Göttinger Parteiprogramm gesplittet waren: die Zweitstimme für Grün, die Erststimme aber nicht für Trittin. Davon profitierte SPD-Kandidat Thomas Oppermann, in manchen Bezirken fast 1:1.

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Die Sozialdemokraten sind damit auch deutlich am stärksten: Gut 41 Prozent für Oppermann, das wird nur in Adelebsen übertroffen, und 31,8 Prozent für die Partei. Das sind nicht nur mehr als 2009 (27,7), damit liegt die Partei auch über ihrem Bundesdurchschnitt von 25,7 Prozent.

AfD in Hann. Münden stark

In manchen Bezirken erreicht Oppermann gar 55 Prozent (LKH). Das kann Fritz Güntzler von der CDU im Tegeler Weg mit 65,6 Prozent toppen. Generell bleibt die CDU in der Stadt mit 29,2 Prozent für die Partei und 31,1 für Güntzler aber zweite Kraft hinter der SPD.

In Staufenberg und Hann. Münden liegt wie gehabt die SPD vorne. In der Samtgemeinde Dransfeld hingegen konnten CDU und ihr Direktkandidat Fritz Güntzler diesmal die Mehrheiten drehen.

Während Oppermann 2009 noch mehr als vier Prozentpunkte vor seinem damaligen Konkurrenten Hartwig Fischer lag, schaffte Güntzler am Sonntag einen knappen Vorsprung bei den Erststimmen vor Oppermann. Auffällig ist in der Stadt Hann. Münden das bemerkenswert gute Ergebnis der AfD, die 6,22 Prozent der Zweitstimmen für sich verbuchte.

FDP stürzt am heftigsten ab

In den Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Dransfeld schnitten die Freien Wähler überall schwach ab, auch in ihrer Hochburg Scheden. Dort erzielten sie nur 2,18 Prozent der Zweitstimmen, die AfD kam auf 5,85 Prozent. Wie in der Vergangenheit liegt in den Gemeinden Niemetal und Scheden die CDU vor der SPD und diesmal auch in der Stadt Dransfeld.

In Adelebsen präsentiert sich die SPD gewohnt stark, legt gegenüber 2009 bei Erst- und Zweitstimmen sogar noch einmal zu. Auch die CDU als zweitstärkste Partei kann sich leicht verbessern, dafür fahren FPD, Grüne und Linke Verluste ein.

Das gleiche Bild in Bovenden: Die beiden großen Parteien – mit der SPD in Front – gewinnen im Vergleich zu 2009 Prozentpunkte hinzu, FDP, Grüne und Linke verlieren, wobei die FDP am heftigsten abstürzt.

In der Stadt Northeim gibt es ein gespaltenes Ergebnis: Bei den Erststimmen liegt die CDU (44,2 Prozent) vor der SPD (40,7), bei den Zweitstimmen gewinnt die SPD (38,9) vor der CDU (37,8). FDP und Linke bleiben bei Erst- und Zweitstimmen unter fünf Prozent. Die Grünen holen sechs Prozent bei den Erst- und 6,9 Prozent bei den Zweitstimmen.

Grüne haben in Gleichen viele Anhänger

Auch in Hardegsen bleiben FDP und Linke bei Erst- und Zweitstimmen unter fünf Prozent. Die Grünen holen 6,9 Prozent bei den Erst- und 8,9 Prozent bei den Zweitstimmen. Stärkste Partei ist die SPD, die bei Erststimmen (43,9 Prozent) und Zweitstimmen (39,7 Prozent) jeweils rund vier Prozentpunkte vor der CDU liegt. In Nörten-Hardenberg siegt ebenfalls die SPD vor der CDU.

FDP und Linke bleiben klar unter der Fünf-Prozent Marke, die Grünen holen 5,8 Prozent der Erst- und 8,3 Prozent der Zweitstimmen.

Die Grünen haben in der Gemeinde Gleichen weiterhin eine große Anhängerschaft. Zwar verloren auch sie gegenüber 2009, liegen aber bei den Zweitstimmen mit 14,25 Prozent immer noch deutlich über dem Bundesdurchschnitt.

Die SPD verbesserte sich bei Erst- und Zweitstimmen jeweils um einige Prozentpunkte. Deutlich zulegen konnte die CDU, was vor allem die FDP zu spüren bekam. Sie verlor bei den Zweitstimmen rund acht Prozentpunkte und landete bei mageren 4,04 Prozent.

CDU legt zu

Deutliche Zuwächse verzeichnet die CDU im Vergleich zu 2009 in der Gemeinde Friedland. Bei den Zweitstimmen verbessert sie sich um rund neun Prozentpunkte auf 35,81 Prozent. Stärkste Partei aber bleibt die SPD mit 36,35 Prozent. 

Klarer Verlierer ist die FDP, die bei den Zweitstimmen um ganze elf Punkte auf 3,4 Prozent absackte. Bei den Erststimmen verbessert sich die CDU um gut fünf Punkte auf 37,51 Prozent, die SPD um gut einen Punkt auf 43,83 Prozent.

In der Gemeinde Rosdorf hat bei den Zweitstimmen vor allem die CDU zugelegt (plus sieben Punkte) und kommt auf 34,5 Prozent. Die SPD hat aber mit 36,46 Prozent knapp die Nase vorn. Die FDP stürzte ab und kommt nur noch auf 3,78 Prozent (minus neun Punkte) und wird von der AfD (3,89 Prozent) überflügelt.

Satte Mehrheiten für die Christdemokraten gab es im Eichsfeld. Die Wähler in Duderstadt statteten die CDU mit einer absoluten Mehrheit von 56 Prozent der Zweitstimmen aus. Ihr Kandidat Güntzler erreichte sogar 58,44 Prozent der Erststimmen.

Mehr Stimmen als alle anderen Parteien zusammen

Deutlich schlechter schnitten Wahlsieger Oppermann und seine SPD in der Brehmestadt ab. Nach der Auszählung schlugen für sie 24,41 Prozent der Zweitstimmen und 28,47 Prozent der Erststimmen zu Buche. Damit legten beide Parteien im Vergleich zu 2009 zu, die CDU sogar deutlich.

Vergleichbar war das Resultat in der Samtgemeinde Gieboldehausen. Mit 55,65 Prozent der Zweitstimmen holte die CDU auch hier mehr Stimmen als alle anderen Parteien zusammen. CDU-Kandidat Güntzler erreichte noch mehr Stimmen als seine Partei und landete bei 58,17 Prozent.

Die Sozialdemokraten erreichten in Gieboldehausen mit 23,97 Prozent knapp ein Viertel der Wähler, ihr Kandidat Oppermann holte 27,40 Prozent. Das Erststimmen-Ergebnis der Freien Wähler in Gieboldehausen ist bemerkenswert. Theo Sommer bekam 4,24 Prozent, mehr als Grünen-Spitzenmann Trittin (3,91 Prozent).

23 Prozent für Grün in Bösinghausen

Nur durch wenige Kommunen dürfte so eine deutliche politische Grenze verlaufen wie durch die Samtgemeinde Radolfshausen: Die Eichsfelddörfer Seeburg und Seulingen werden eindeutig von der CDU und Fritz Güntzer dominiert – mit über 50 und über 60 Prozent der Stimmen.

In den westlichen Dörfern Waake, Ebergötzen und Landolfshausen hingegen liegen die Sozialdemokraten und Thomas Oppermann klar vorne. In Ebergötzen bekommt ihr Kandidat sogar 53,4 Prozent. Auffällig ist aber auch das Ergebnis der Grünen mit 14 Prozent in der Gemeinde Waake und 12,6 in Landolfshausen.

Und schaut man noch tiefer, überrascht der Ort Bösinghausen– mit 23,35 Prozent für Grün.

Von Ulrich Schubert, Gerald Kräft, Andreas Fuhrmann, Jörn Barke und Ulrich Lottmann

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