Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Bundestagswahl 2013 Fritz Güntzler nach drei Stunden „höchstwahrscheinlich“ in Berlin
Thema Specials Bundestagswahl 2013 Fritz Güntzler nach drei Stunden „höchstwahrscheinlich“ in Berlin
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:16 22.09.2013
Von Ulrich Schubert
Ergebnis-Analyse auf mehreren TV-Monitoren: CDU-Kandidat Fritz Güntzler mit Parteifreunden, Sohn Alexander und Ehefrau Wibke Güntzler (r). Quelle: Heller
Anzeige
Göttingen

In und vor den weißen Zelten im kleinen Garten der Göttinger Union wird analysiert und diskutiert. Die Gespräche sind leise, die Blicke unsicher – Sieger sehen eigentlich anders aus.

Erst gegen 21 Uhr löst sich auch Güntzlers Anspannung mit einer weiteren Nachricht per Handy aus der niedersächsischen CDU-Zentrale. Es wird immer wahrscheinlicher, dass der 47-jährige Wirtschaftsprüfer und Göttinger Ratsherr über seinen Platz 10 auf der Landesliste nach Berlin geht: als Abgeordneter aus dem Göttinger Wahlkreis 53, als Nachfolger von Hartwig Fischer.

Anzeige

„Ich freue mich“, kommentiert Güntzler gegen 22 Uhr kurz und bündig seinen „höchstwahrscheinlichen Einzug in den Bundestag. Mit seinem Erststimmenergebnis und das seiner Partei im Wahlkreis Göttingen ist er „zufrieden. „Ich hätte den Wahlkreis gerne gewonnen“, schiebt er nach.  Gut 62 100 Erststimmen (38 Prozent) bekommt er.

„Abwarten"

Das sind zwar rund 5500 Stimmen mehr als Fischers Ergebnis vor vier Jahren, aber es sind rund 3500 weniger als für Thomas Oppermann. Der SPD-Kandidat habe offenbar von der Pädophilen-Debatte bei den Grünen profitiert und Stimmen von Jürgen Trittin abgezogen, sagt Güntzler. Und das hatte er wohl kommen sehen.

Als ihn die ersten Schnellmeldungen aus dem Wahlkreis noch vorne sahen, kommentierte er immer wieder: „Abwarten, es ist noch zu früh, sich zu freuen.“

Ganz unterschiedlich sind bei den rund 100 CDU-Anhängern die Meinungen zum guten Gesamtergebnis ihrer Partei auf Bundesebene. Mal scheint die absolute Mehrheit im Parlament sicher, dann wieder nicht. „Mein Gott ist das spannend“, sagt ein Parteimitglied und spricht vielen aus der Seele. 

„Super“

Die einen freuen sich auch über zwei Sitze mehr und damit über eine in Aussicht stehende alleinige Macht. Andere fürchten, dass sich mit so einer knappen Mehrheit kaum regieren lasse. Und  wenn die Mehrheit wieder wackelt, heißt es immer wieder: „Viel gewonnen, aber nützt ja scheinbar nichts.“

Für den Göttinger Kandidaten Fritz Güntzler ist die hohe Zustimmung für die CDU auf Bundesebene „super“. Und: „Ein tolles Ergebnis für Angela Merkel und die Union. Es zeigt das Vertrauen in Merkel, das Land führen zu können.“