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Bundestagswahl 2013 Göttinger SPD: Enttäuschte Genossen bei der Wahlparty im Apex
Thema Specials Bundestagswahl 2013 Göttinger SPD: Enttäuschte Genossen bei der Wahlparty im Apex
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22:00 22.09.2013
Von Michael Brakemeier
Wahlsieger sehen anders aus: Die Göttinger SPD verfolgt den Wahlausgang im Apex. Quelle: Theodoro da Silva
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Göttingen

26 Prozent für die SPD. Ein Schlag in die Magengrube für die zahlreichen Göttinger Wahlkämpfer, die sich am Sonntag zur SPD-Wahlparty im Apex in der Burgstraße versammelt haben.

Dabei fing der Abend voller Optimismus an. Der feste Glauben an das Knacken der 30-Prozent-Marke für die SPD war im Raum. Der Wille zum Wechsel förmlich zu spüren. Doch 42 Prozent für die Union nach Prognose und erster Hochrechnung machten die Träume jäh zunichte.

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Die Grünen mit herben Verlusten. Manch Sozialdemokrat hatte bei dem Ergebnis nur noch ein stilles Kopfschütteln übrig. Jubel – nicht zu knapp – erst wieder bei dem Ergebnis der FDP: 4,7 Prozent für die Liberalen.

Oppermann überwältigt

Einziger Lichtblick für die Göttinger SPD am Wahlabend: Direktkandidat Thomas Oppermann gewinnt den Wahlkreis gegen CDU-Mann Fritz Güntzler. Wermutstropfen aber auch hier: Die CDU ist bei den Zweitstimmen stärkste Kraft.

„Sensationell“ nennt Oppermann gegenüber dem Tageblatt sein persönliches Ergebnis von mehr als 40 Prozent der Erststimmen. Er sei überwältigt, habe er den Wahlkreis doch gegen den Bundestrend gewonnen.

Er sei stolz auf „seine“ SPD im Wahlkreis, die einen „tollen“ Wahlkampf gemacht habe. Güntzler bescheinigte er, „fair und engagiert“ gekämpft zu haben. „Ich wünsche ihm, dass er über die Landesliste in den Bundestag einzieht.“

„Die SPD wird in Ruhe bewerten"

Zwar habe die SPD im Vergleich zu 2009 hinzugewonnen, so Oppermann. „Aber leider nicht genug.“ Man habe aber mit mehr gerechnet. 26 Prozent seien keineswegs ein Auftrag der Wähler an die SPD. Jetzt müsse parteiintern das Ergebnis analysiert werden. Ziel: Die Partei in vier Jahren wieder auf Augenhöhe mit der Union zu bringen.

Kanzlerin Merkel (CDU) bescheinigte Oppermann, ihren „Zenit erreicht“ zu haben. Sie habe aber ein „großartiges Ergebnis“ erreicht. Jetzt sei Merkel, wolle sie Kanzlerin bleiben, am Zug, um Mehrheiten zu schaffen. Ob er in einer möglichen Koalition für den Posten des Vize-Kanzlers zur Verfügung steht, will Oppermann nicht sagen.

Überhaupt: Das Thema große Koalition behagt Oppermann nicht. „Die SPD wird in Ruhe bewerten, wie wir mit diesem Wahlergebnis umzugehen haben“, sagt Oppermann.