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Bundestagswahl 2013 Wahlkreis 52: Kandidaten auf einen Blick
Thema Specials Bundestagswahl 2013 Wahlkreis 52: Kandidaten auf einen Blick
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00:17 12.09.2013
Quelle: Archivbild
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CDU

Roy Kühne

In Sachen Gesundheit, Familie und Wirtschaft tritt der Christdemokrat Roy Kühne für den Wahlkreis 52 für Northeim/Osterode/Goslar an.

„Ich bewerbe mich für den Bundestag, weil ich der Meinung bin, dass ich als Unternehmer in Sachen Gesundheit durchaus einen Beitrag leisten kann“, sagt der 45-jährige Physiotherapeut. Das für ihn aktuelle Thema für die Bundespolitik ist die weitere Stabilisierung der Wirtschaft, und das trotz der Eurokrise.

Kühne wurde in Magdeburg geboren und wuchs dort auch auf. Er hat Lehramt für Gymnasien mit der Fachrichtung Sport und Biologie studiert und anschließend im Bereich Reha-Pädagogik promoviert. Seit 1999 lebt Kühne mit seiner Familie in Northeim. Zu der Zeit hatte er sich dort mit einer eigenen Physiotherapiepraxis selbstständig gemacht.

Seit 2005 ist er in der CDU, seit 2007 im Vorstand des Ortsvereins Northeim. Außerdem hat er im Fachausschuss für Gesundheit in Hannover mitgearbeitet.

Seit 15 Jahren ist Kühne verheiratet und hat zwei Kinder, ein Mädchen im Alter von acht Jahren und einen Jungen mit 14 Jahren. In seiner Freizeit liest Kühne gern, außerdem treibt er Sport, wenn es geht.

Sein politischer Wunsch ist es, „dass alle Parteien begreifen, dass sie von den Bürgern gewählt wurden und nicht für sich alleine existieren“. Seine Chancen für die Direktwahl schätzt er als gut ein: Denn die Menschen wollten bezahlbare Lösungen.

„Und dafür stehe ich als Unternehmer mit ein“. Als Wahlergebnis erwartet er, dass er 40 Prozent der Erststimmen und 41 Prozent der Zweitstimmen erhält.

SPD

Wilhlem Priesmeier

Wilhelm Priesmeier wurde 1954 in Rahden/Westfalen geboren und wuchs auf einem Bauernhof auf. Seit 1984 ist er niedergelassener Tierarzt in Markoldendorf. Seinen Wahlkreis vertritt Priesmeier seit 2002 als direkt gewählter SPD-Abgeordneter im Deutschen Bundestag.

Seit er 16 Jahre alt ist, engagiere er sich für die Inhalte der Sozialdemokratie. „Freiheit, Gleichheit und Solidarität sind Ziele, die mein politisches Leben bestimmen.“ Priesmeier ist agrarpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion und deren Obmann im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

In Berlin will er für eine gerechtere Einkommensverteilung streiten. „Wir müssen endlich einen Mindestlohn durchsetzen und die Missbräuche bei der Leih- und Zeitarbeit abschaffen. Äußerst wichtig ist für mich auch das Grundrecht auf Bildung für alle Menschen, unabhängig von Geldbeutel oder Herkunft.“

In der Region sei es Ziel der Sozialdemokraten, den demografischen Wandel sozial und gerecht zu gestalten. „Wir brauchen mehr gutbezahlte, hochqualifizierte Arbeitsplätze für junge Menschen, um ihrer Abwanderung etwas entgegenzusetzen.“

Dazu seien zum Beispiel beitragsfreie Kindergartenplätze und Ganztagsbetreuung an den Schulen wichtig.

Preismeier wohnt mit seiner Frau im Flecken Markoldendorf. Er hat vier Kinder und zwei Enkelkinder. Seine Freizeit verbringt er am liebsten mit seiner Familie, seinen Freunden und den beiden Enkelkindern.Außerdem ist er begeisterter Ultraleichtflieger.

„Ich möchte den Wahlkreis wieder direkt gewinnen und wünsche mir ein hervorragendes Wahlergebnis für die SPD“, sagt er.

Grüne

Viola von Cramon

Mit Listenplatz 7 auf der grünen Landesliste – so wie auch 2009 – wird Viola von Cramon wohl im Bundestag dabei sein. Für die Partei hofft sie auf mehr Prozente als 2009.

Geboren wurde von Cramon in Westfalen. Jetzt ist sie 43 Jahre alt und wohnt in Waake. Seit 1997 ist sie verheiratet. Das Paar hat vier Kinder zwischen sieben und 16 Jahren.

Die Agraringenieurin trat 2001 bei den Grünen ein, seit 2009 ist sie im Bundestag. Dort agiert sie als Sprecherin für Sport und EU-Außenbeziehungen. Ganz oben auf ihrer Agenda stehen eine sichere und soziale Energiewende, die Beendigung der Massentierhaltung sowie mehr soziale Gerechtigkeit.

Mit Letzterer verbindet sie die Einführung von Mindestlöhnen und die Abschaffung der Zwei-Klassen-Medizin. Ihr besonderes Engagement gilt der Bekämpfung von Menschenrechtsverletzungen in den osteuropäischen Staaten und einem solidarisch verfassten Europa.

Als Sportpolitikerin kämpft sie für einen glaubwürdigen Sport, also für die Aufklärung von Doping- und Korruptionsskandalen.

Ihr Schwerpunkt in der Region ist die wirtschaftliche Entwicklung, die stark von der Verkehrsanbindung (ICE-Halt, öffentlicher Nahverkehr, alternative Verkehrskonzepte) und der sozialen Infrastruktur (Bildung, medizinische Versorgung) abhänge.

Auf bundespolitischer Ebene strebt sie mehr Gerechtigkeit bei Steuern und Löhnen sowie eine funktionierende Energiewende an.

Wenn von Cramon einmal Zeit für sich hat, treibt sie gerne Sport. Sie liebt Laufen, Radfahren und Schwimmen. Ansonsten liest sie gern und geht manchmal mit der Familie am Seeburger See segeln.

FDP

Olaf Franz

Zehn Prozent weniger Bundesgesetze und Bundesverordnungen als heute – das  wünscht sich Olaf Franz am Ende der kommenden Legislaturperiode. Er möchte den Bürokratiedschungel lichten.

Das FDP-Mitglied ist in der damaligen DDR in der Nähe von Berlin groß geworden. Nach dem Abschluss als Facharbeiter für geologische Bohrungen und dem Wehrdienst bei der nationalen Volksarmee hat er an der TU Berlin Bergbau studiert und arbeitete nach einem Studienjahr in Kanada für eine internationale Ölservicefirma in den USA.

Inzwischen ist der 44-jährige Bergrat im Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie beschäftigt und lebt in einer Patchworkfamilie in Clausthal-Zellerfeld.

„Ich bin wie eine Zitrone politisch gereift“, sagt Franz. Nach einer Phase als Schnuppergrüner trat er 2005 in die FDP ein. Nun wirkt er als Beisitzer des Bezirksvorstands Braunschweig und vertritt den Kreisverband Goslar/Harz in den Landesfachausschüssen Umwelt sowie Wissenschaft und Forschung.

Außerdem ist Franz als Sachverständiger beratendes Mitglied im Bundesfachausschuss Umwelt und Raumordnung und Delegierter des Kreisverbands Goslar/Harz bei den Bezirks- und Landesparteitagen.

Von der Arbeit in Berlin erhofft er sich die Möglichkeit, Fürsprecher und Finanzmittel für die Region zu gewinnen. Wie die Bürger bei wachsenden Risiken durch die Eurorettungspolitik weiter entlastet werden können, ist für ihn die brennendste Frage.

Wenn die FDP 36 Prozent der Zweitstimmen erzielt oder wenn er die Mehrheit der Erststimmen erhält, kommt er in den Bundestag. Auf Letzteres hofft der Rettungsschwimmer, der gern Fahrrad fährt und versucht, Harzer Wanderkaiser zu werden.

Freie Wähler

Georg Sponfelder

Georg Sponfeldner sieht es angesichts vieler Missstände als seine Bürgerpflicht an, sich verstärkt politisch zu engagieren. Als seine Themen benennt er nicht gelöste Dauerbrenner wie Rente, Gesundheit, Bildung und neuere Probleme wie Eurorettung, Privatisierung elementarer Güter wie Trinkwasser und die Energiewende.

Fast alle Umfragen belegten, dass Berlin am Willen des Volkes vorbei regiere. „Daher fordern wir Freien Wähler Volksentscheide auf Bundesebene.“

Die Fünf-Prozent-Hürde sei durchaus zu knacken, glaubt Sponfeldner, „insbesondere wenn man bedenkt, dass eine Woche vor dem 22. September in Bayern der Landtag gewählt wird, in dem die Freien Wähler schon jetzt mit 10,2 Prozent eingezogen sind.

Die Misswirtschaft von CSU und FDP, insbesondere deren Skandale, wird das Ergebnis der Freien Wähler in Bayern auf 15 Prozent treiben.“ Mit diesem Ergebnis sei in Berlin alles möglich.

Sponfeldner wurde in der Oberpfalz geboren und wuchs dort auf. Der 35-jährige Zimmerer und Ingenieur für Holzbau liebt Hornmusik und die Jagd, außerdem betreibt er sportliches Radfahren. Er ist verheiratet und hat einen vier Monate alten Sohn.

„Ich habe noch nicht die Angebote für Mietwohnungen in Berlin studiert, und habe dies auch noch nicht vor“, sagt er. Er will die Entscheidung der Bürger abwarten. Ihn reizen in Berlin die Gestaltungsmöglichkeiten. Sponfelder will die Abwanderung der Arbeitsplätze in die Ballungszentren durch Förderung stoppen.

Die Linke

Michael Ohse

Gutes Leben für alle – ohne Existenzangst, Nazis und Krieg“ – so lautet Michael Ohses Wahlkampfmotto für die Linken. Die Lebensverhältnisse zwischen arm und reich drifteten in Deutschland immer stärker auseinander, meint er. Soziale Gerechtigkeit sei gefragt, auch im strukturschwachen Südniedersachsen.

So fordert Ohse „gute Arbeit – gute Löhne – gute Rente“ und spricht sich für soziale Mindestsicherungen mit Mindestlohn und Mindestrente aus. Durch soziale Grundsicherung müsste Hartz IV überwunden werden. „Mieten und Energiekosten müssen bezahlbar bleiben.“

Der 56-jährige Vater einer erwachsenen Tochter und Opa einer Enkeltochter wünscht sich komplette Gebührenfreiheit für alle Bildungseinrichtungen von der Kinderkrippe bis zur Uni. Dazu müssten die Städte und Gemeinden mit deutlich mehr Finanzmitteln ausgestattet werden.

Ohse wuchs in Seesen auf und wohnt jetzt in Goslar. Seit 34 Jahren arbeitet er in einem Schwarzpulverbetrieb und ist jetzt Betriebsleiter und Geschäftsführer dort. 18 Jahre war er als Mitglied der Gewerkschaft IG Bergbau, Chemie, Energie im Betriebsrat, zeitweise Gesamtbetriebsratsvorsitzender.

Bei den Linken ist er derzeit Fraktionsvorsitzender im Rat der Stadt Goslar, Kreisvorsitzender und Landesvorstandsmitglied. Politisch aktiv ist er seit frühester Jugend, zum Beispiel als Klassensprecher ab Klasse 5.

Ohse engagierte sich in der Jugendzentrumsbewegung und sozialistischen und kommunistischen Gruppen. Seine Hobbys: Fußball, Paddeln, Kartenspielen und Tennis. „Über 9,1 Prozent bundesweit würde ich mich freuen“ sagt Ohse.

Piraten

Meinhart Krischke Ramaswamy

Seine Generation sei mit politischer Aufmerksamkeit groß geworden, sagt Meinhart Krischke Ramaswamy mit Blick auf Vietnam und die neue Ostpolitik. Der Pirat wurde in Wien geboren und wuchs in Deutschland auf. Seit 40 Jahren – mit Unterbrechungen – wohnt der 60-Jährige in Göttingen, seit 1978 ist er verheiratet und hat sieben erwachsene Kinder.

Schwerpunkmäßig arbeitet der promovierte Philologe als Mediendienstleister und Dozent für Medienpraxis. Er geht gern ins Theater und liest Krimis. Aus seiner Sicht sind Erziehung und Bildung die Motoren gesellschaftlichen Wandels. „Ohne Bildung gibt es kein gesellschaftliches System.

Ohne Banken kann ich mir durchaus eines vorstellen.“ Ramaswamy fordert ein „Grundeinkommen für alle“: „Ein gesellschaftlich finanziertes Existenzgeld“ sieht er als Kulturimpuls, der die Gesellschaft wandeln könnte. Angesichts der Strukturschwäche der Region macht er sich für ein funktionierendes Internet oder eine stabile Mobiltelefon-Anbindung stark.

Fördermittel seien vorhanden, würden aber in anderen Bereichen wie dem Straßenbau verwendet. Thema sei für ihn, dass die Regierenden nicht für das Gemeinwohl agierten, sondern für das Großkapital.

Er wünscht sich ein „Ende der Lobbykratie“ und dass sich Deutschland nicht an Kriegen beteilige. Dass er in den Bundestag einzieht, glaubt er nicht, er rechnet nicht mehr als mit fünf Prozent der Stimmen. „Aber es wird sicher klappen mit dem Einzug der Piraten“, gibt er sich überzeugt.