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Bundestagswahl 2013 Wahlkreis Göttingen: Thomas Oppermann (SPD) vor Fritz Güntzler (CDU)
Thema Specials Bundestagswahl 2013 Wahlkreis Göttingen: Thomas Oppermann (SPD) vor Fritz Güntzler (CDU)
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23:24 22.09.2013
Von Britta Bielefeld
Freut sich über das CDU-Ergebnis: Kandidat Fritz Güntzler (links) und Feiern Wahlparty im Apex: die Göttinger Sozialdemokraten. (rechts) Quelle: Heller/Theodoro da Silva
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Göttingen

Am Ende hat Oppermann dann mit 40,4 Prozent der Stimmen  die Nase vorn und holt den Wahlkreis Göttingen direkt. Oppermann, der am Sonntag in Berlin war, freute sich über sein persönliches Ergebnis: „Ich bin überwältigt von dem Vertrauen der Göttinger Wähler“, sagte er dem Tageblatt. Denn er legt noch einmal  kräftig zu, bei der Bundestagswahl 2009 holte er 36,82 Prozent.

Fritz Güntzler  kommt bei den Erststimmen schließlich auf 38,18 Prozent. 2009 schaffte der damalige CDU Kandidat Hartwig Fischer 34,39 Prozent. Güntzler:  „Ich freue mich, dass ich jetzt in den Bundestag einziehe, mit dem Ergebnis der CDU in Göttingen bin ich zufrieden, dennoch hätte ich den Wahlkreis gerne gewonnen.

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„Von Verlusten nicht verschont geblieben“

Der Grüne Spitzenkandidat Jürgen Trittin büßt hingegen Stimmen ein. Mit 10,22 Prozent der Erststimmen liegt er somit knapp drei Prozent unter seinem Ergebnis von 2009 (13 Prozent). Trittin, der ebenfalls gestern Abend in Berlin war: „Wie die anderen kleinen Parteien sind auch wir von Verlusten nicht verschont geblieben“.

Die Grünen hätten die Wähler mit ihren Themen nicht überzeugen können. Auf die Frage nach einer möglichen schwarz-grünen Koalition antwortete er: „Ich habe gerade Gespräche über die Abschaffung des Betreuungsgeldes geführt. Ich glaube nicht, dass das zusammen geht“. 

Großer Verlierer der Bundestagswahl 2013 ist die FDP, der Göttinger Kandidat Lutz Knopek kann nur 1,61 Prozent der Wählerstimmen für sich verbuchen. 2009 waren es noch 6,55 Prozent. Die Linken büßen ebenfalls Stimmen ein, 5,24 Prozent der Wähler geben dem Göttinger Kandidaten Gerd Nier ihre Stimme, 2009 waren es noch 7,6 Prozent.

CDU auch in Göttingen vorne

Bei den Zweitstimmen liegen CDU und SPD im Wahlkreis Göttingen dichter zusammen als auf Bundesebene. Auch in Göttingen liegt die CDU vorne, mit 35,91 Prozent bleibt sie aber hinter dem Bundesergebnis. Die SPD wählten 33,12 Prozent der Göttinger, bundesweit waren es 25,6 Prozent der Wähler.

Gewohnt stark, aber mit Verlusten die Grünen in Göttingen: Mit 12,22  Prozent büßen sie gegenüber 2009 gut zwei Prozentpunkte ein. Großer Verlierer bleibt die FDP. Gaben ihr 2009 noch 13,42 Prozent der Wähler ihr Stimme, waren es am Sonntag nur noch 4,06 Prozent. Die Linke büßt rund zwei Prozent der Stimmen ein. 6,35 Prozent holt sie im Wahlkreis Göttingen, 2009 waren es 8,89 Prozent der Wähler, die für sie stimmten.

Die bundesweit von 4,8 Prozent der Bürger gewählte AfD schaffte in Göttingen nur 3,72 Prozent. Die Piratenpartei rutschte von 2,25 auf 1,93 Prozent ab.

Alle Zahlen für den Wahlkreis Göttingen im Detail

Die gesamte Berichterstattung zur Bundestagswahl im Wahlkreis Göttingen

►Kommentar: Und zum Dritten

23 Uhr: Der Sieger im Wahlkreis 53 Göttingen heißt Thomas Oppermann. Der Sozialdemokrat hat den Wahlkreis zum dritten Mal in Folge direkt gewonnen. Mit einem Erststimmenvorsprung von rund 4000 Stimmen gegenüber seinem Gegner Fritz Güntzler, dem (voraussichtlichen) Neuling im Bundestag.

Denn ob der CDU-Kandidat und Nachfolger des ausgeschiedenen Hartwig Fischer über die Landesliste in den Bundestag einzieht, ist zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht hundertprozentig sicher. Beide haben jeweils um rund vier Prozent Erststimmen zugelegt gegenüber 2009.

Stark verloren hat hingegen Jürgen Trittin, der Spitzenmann der Grünen, der gut drei Prozent weniger Erststimmen in der früheren Grünen-Hochburg Göttingen geholt hat.  Die FDP schnitt  hierzulande mit rund vier Prozent der Stimmen noch schlechter ab als die Bundespartei.

Der Göttinger Bundestagskandidat der FDP, Lutz Knopek, der 2009 zur eigenen Überraschung in den Bundestag eingezogen war, muss wohl eine entsprechende Vorahnung gehabt haben. Er hatte sich nicht einmal mehr über die Landesliste der Freidemokraten absichern lassen.

Was die AfD, die Alternative für Deutschland, angeht, so spielte  sie in Göttingen eine ganz besondere Rolle: nämlich gar keine. Sie hatte sich dank interner Querelen und Betrugs-Vorwürfen  in den vergangenen Wochen selbst zerlegt. Also auch keine Wahlparty.

Oppermann hat im Übrigen auch deutlich mehr Zweitstimmen für seine Partei geholt als die Sozialdemokraten auf Bundesebene. Nicht unnütz bei einer eventuellen großen Koalition.

Von Ilse Stein

Ilse Stein
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