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Corona: Die Region hält zusammen Starkes Konzept: „Wohnen für Hilfe“
Thema Specials Corona: Die Region hält zusammen Starkes Konzept: „Wohnen für Hilfe“
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23:55 15.05.2020
Kostenfreier Wohnraum für Studierende, im Gegenzug gibt es Hilfeleistungen im Alltag und gute Gesellschaft. Quelle: Arasch Zandieh
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Viele Göttinger bewohnen allein oder mit zwei Personen große Wohnungen oder Häuser. Alles in Ordnung zu halten, kostet viel Zeit, Kraft und Geld. Gleichzeitig fehlt bezahlbarer Wohnraum. Für beide Probleme gibt es einen innovativen Ansatz.

In den vergangenen Jahren haben schon 50 Göttinger ein Zimmer oder sogar eine Einliegerwohnung für eine sogenannte Wohnpartnerschaft im Rahmen von „Wohnen für Hilfe“ zur Verfügung gestellt. Bei den vermittelten Wohnpartnerschaften helfen die Studierenden den Wohnraumgebenden im Haushalt, bei der Gartenarbeit oder Haustierversorgung, sie übernehmen Wege oder leisten einfach nur Gesellschaft. Alleinerziehende nutzen „Wohnen für Hilfe“ und haben mit den Studierenden gute Babysitter für die Abendstunden.

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Im Unterschied zur normalen Vermietung zahlen die Studierenden bei „Wohnen für Hilfe“ keine Miete, sie entrichten nur die Nebenkosten. Zum Festlegen der Hilfeleistung gilt die Faustregel „eine Stunde Hilfe im Monat pro Quadratmeter Wohnfläche“. Letztlich einigen sich die Wohnraumgebenden und die Studierenden mit einem Wohnraumüberlassungsvertrag einvernehmlich.

Die Vermittlung von Studierenden an Wohnraumgebende übernehmen in Göttingen mobile Wohnberater*innen der Freien Altenarbeit (FAG), nachdem das Göttinger Studentenwerk Bewerbungen von Studierenden geprüft und an die FAG weitergeleitet hat. Zum Oktober 2020 werden wieder dringend Wohnraumgebende gesucht. Haben Sie freien Wohnraum und Interesse an „Wohnen für Hilfe“? Bitte melden Sie sich bei Herrn Wolter, Mobile Wohnberatung der FAG, Telefon 0551 43 606.

Wer eigentlich keine Hilfe im Alltag benötigt und trotzdem „Wohnraum gegen Hilfe“ zur Verfügung stellt, senkt den Neubau-Druck in der Stadt. In das auf drei Jahre angelegte Forschungsprojekt „OptiWohn – Entwicklung innovativer Strategien zur Nutzung von Wohnflächen“ ist auch die Stadt Göttingen involviert. Aus Sicht der FAG könnte „Wohnen für Hilfe“ neben Studierende auch andere Zielgruppen in den Blick nehmen. Informationen zum Projekt „OptiWohn“ gibt es in der Wohnraumagentur, Stadt Göttingen.

Kontakt

Mobile Wohnberatung
c/o Freie Altenarbeit Göttingen e.V.
Dr. Hartmut Wolter

Am Goldgraben 14
37073 Göttingen
Telefon: 0551 / 43 606
Internet: www.freiealtenarbeitgoettingen.de

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