Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Corona: Die Region hält zusammen Frank Bode und Anja Hampe
Thema Specials Corona: Die Region hält zusammen Frank Bode und Anja Hampe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland

Die Corona-Krise stellt nicht nur eine Gefahr für Gesundheit und Wirtschaft, sondern auch für die Kultur dar. Dem ist sich die Kulturschmiede Osterode sehr schnell bewusst geworden, nachdem etliche Veranstaltungen abgesagt werden mussten. Doch Not macht erfinderisch und so kam die Idee auf: Warum die Kultur nicht ins heimische Wohnzimmer übertragen? Mit Know-how und Teamwork konnte so am Freitag, 20. März, kurzerhand ein Akustik-Konzert, das ursprünglich in der St.-Martin-Kirche in Förste stattfinden sollte, ins Internet verlegt werden. Zwar in kleinerer Besetzung, aber dafür mit umso mehr Power und guter Laune sorgten Anja Hampe und Frank Bode für ein musikalisches Erlebnis.

Und die Resonanz der „unsichtbaren Zuschauer“ war enorm: In der Spitze klickten sich zeitgleich 260 Menschen in das Förster Wohnzimmer hinein. Kommentare wie „Toll, dass ihr das macht“, „Es ist so schön, euch zu lauschen“ und jede Menge Applaus-Emojis trudelten über den parallel laufenden Live-Chat ein. Und auch von der Möglichkeit, online für diese Aktion und die Künstler zu spenden, machten die virtuellen Besucher reichlich Gebrauch.

Anzeige

In nur etwas über zwei Stunden gelang es Volker Huchthausen und zwei seiner Mitstreiter, ein komplettes YouTube-Studio im Wohnzimmer der Eltern aufzubauen – alles mit dem notwendigen Sicherheitsabstand. Eine Generalprobe, ob der Stream auch wirklich funktionieren würde, gab es nicht – das war schlichtweg in der Kürze der Zeit, nämlich nur drei Tage, nicht möglich.

„Ich bin aufgeregter als bei einem echten Live-Konzert“, bemerkte Frank Bode während des Tontests. Verständlich, war das Publikum doch gar nicht sichtbar und eine Resonanz nicht unmittelbar spürbar. Und auch hinter den Kulissen war Multitasking das A und O: Es wurden drei Kameras bedient, live geschnitten, Instagram-Stories erstellt und parallel gechattet – von drei Personen vor Ort.

Unterstützt wurden sie dabei über digitalem Wege von ihren Kulturschmiede-Kollegen, die sich andernorts um die Werbemaßnahmen, die Einrichtung von Spendenmöglichkeiten und die Betreuung der Follower kümmerten. Diese sendeten auf Aufruf fleißig Bilder von sich und ihren Wohnzimmern ein, in denen sie gemütlich dem Konzert beiwohnten.

„Mit dieser Aktion konnte die Kulturschmiede viele Menschen die derzeitige Krise für einen Moment vergessen lassen und gleichzeitig den Ausfall des ursprünglich geplanten Kirchenkonzerts ein Stück wettmachen. Wir sind sprachlos“, lautete das Fazit der Kulturschmiede angesichts der Zuschauerzahl und der eingegangenen Spenden. Und auch, wenn diese Krise überwunden ist und Konzerte wieder auf normalem Wege besucht werden dürfen, behält sich die Kulturschmiede vor, diesen neuen, digitalen Weg auch zukünftig weiter auszubauen.

Unter den aktuellen Voraussetzungen kann die Kulturschmiede übrigens zunächst keine weiteren Straming-Konzerte anbieten, da mehr als zwei Menschen aus verschiedenen Haushalten aufeinander treffen könnten. "Wir benötigen zur Betreuung des Streams alleine zwei Techniker." Entsprechend sei eine Wiederholung der Aktion bis zur Lockerung der Regelung auf Eis gelegt.

Damit die Zeit bis dahin nicht zu lang wird, können Sie hier noch einmal virtuell am Konzert teilnehmen. Viel Spaß!

Der Auftritt vor Live-Publikum in einer Kirche war den Musikern Frank Bode und Anja Hampe während der Corona-Krise nicht möglich. Also haben sie das Konzert kurzerhand vom Wohnzimmer aus ins Internet übertragen.