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Doppelter Abi-Jahrgang Studium: Nicht alle Fächer können genug Plätze bieten
Thema Specials Doppelter Abi-Jahrgang Studium: Nicht alle Fächer können genug Plätze bieten
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12:43 19.11.2010
Von Angela Brünjes
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Die Universität Göttingen hat von 2007 bis 2010 über 640 neue Studienplätze eingerichtet. Für das Jahr 2011 werden etwa 1000 weitere Plätze in zulassungsbeschränkten grundständigen Studiengängen geschaffen.

Das gehe einher mit zusätzlichen Professorenstellen und weiterem Lehrpersonal sowie der Verbesserung und dem Ausbau der Raumsituation, teilt der für die Lehre zuständige Vizepräsident, Prof. Wolfgang Lücke, mit. „Wir sind gut auf die größere Zahl Studierender vorbereitet und werden allen vielfältige und hochwertige Studienmöglichkeiten bieten“, erklärt Lücke. In diesem Jahr schrieben sich zum Wintersemester 4600 neue Studierende an der Georgia Augusta ein, im nächsten Jahr könnten es weit mehr werden. Damit hätte die Uni wieder deutlich mehr als 25    000 Studierende (aktuell 24   500).

Lücke geht davon aus, dass es nur vereinzelt zu überfüllten Hörsälen kommen wird: „Für Lehr- und Lernzwecke können beispielsweise auch Räume des Studentenwerks in Anspruch genommen werden. Darüber hinaus werden wir mit zusätzlichem Lehrpersonal und verlängerten Öffnungszeiten in geeigneten Fällen Veranstaltungen mehrfach anbieten.“

Anders stellt sich die Lage an der Universitätsmedizin Göttingen dar. Die Zahl der Vollstudienplätze für Medizin liegt bei 131. Die Studienplätze sind durch die Zahl der Patienten vorgegeben, was für alle medizinischen Fakultäten gilt. „Da gibt es keinen Spielraum, auch wenn wir das gerne ändern würden, aber durch die Zahl der Betten für Patienten sind uns hier die Hände gebunden“, sagt Prof. Gerhardt Burckhardt, Studiendekan der Medizinischen Fakultät.

Der Numerus Clausus liegt für die Medizin in Göttingen bei 1,3. Das kann sich ändern, wenn die Bewerberzahlen steigen. „Wir wissen, dass das Angebot an Studienplätzen in der Medizin begrenzt ist. Die Kapazitäten in einem Universitätsklinikum können nicht beliebig aufgestockt werden“, erklärt Dekan Prof. Cornelius Frömmel. Er suche externe Partner, die als Lehrkrankenhäuser partiell die klinische Ausbildung von Medizinstudierenden unter der Regie der Medizinischen Fakultät in Göttingen übernehmen, um die Zahl der klinischen Studienplätze erweitern zu können.

An den beiden Fakultäten der Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) sind die Kapazitäten durch die räumlichen Bedingungen begrenzt. Aber weitere 20 Studienplätze werde jede Fakultät schaffen, sagt HAWK-Sprecherin Sabine zu Klampen. Sie empfiehlt den Abiturienten: „Das A und O ist die rechtzeitige Information über Studiengänge und das Angebot der Hochschulen.“