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Flüchtlinge in der Region Göttingen Rechte Attacke auf Flüchtlinge in Witzenhausen
Thema Specials Flüchtlinge in der Region Göttingen Rechte Attacke auf Flüchtlinge in Witzenhausen
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18:33 26.08.2015
Von Michael Brakemeier
Beim Erntefest in Witzenhausen haben fünf Männer in der Nacht zu Sonntag Flüchtlinge und den Flüchtlingsbetreuer Torben Linde zunächst mit ausländerfeindlichen Parolen beleidigt und schließlich geschlagen, gewürgt und verletzt. Quelle: dpa
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Witzenhausen

Nach Angaben von Linde, der an einem Tisch mit den Flüchtlingen saß, seien drei Männer aus dem nordhessischen Großalmerode an den Tisch gekommen, hätten "White Power" skandiert, ihn als "Verräter seines Volkes" beschimpft und geschubst.

Linde betonte, dass weder von ihm noch von den Flüchtlingen Gewalt oder Provokationen ausgegangen seien.

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Daraufhin hätten er und die Flüchtlinge das Festzelt verlassen, um die Situation zu entschärfen. Die Angreifer seien ihnen aber gefolgt und hätten ihn dann mit einem Faustschlag an den Kopf niedergestreckt, so dass er ohnmächtig wurde. Eine der Flüchtlinge habe einen Schlag auf die Rippen bekommen.

Die inzwischen eingetroffene Polizei griff dann ein, sprach Platzverweise aus und nahm drei Anzeigen auf. Der Eschweger Polizeisprecher Jörg Künstler bestätigte Lindes Angaben. Derzeit würden noch Zeugen zum genauen Ablauf des Geschehens vernommen.

Zeitgleich sei in dem Zelt ein 32-jähriger Kenianer, der seit zwei Jahren in Witzenhausen wohnt, von zwei Männern aus Hann. Münden zunächst als "Nigger" beschimpft und dann am Hals gewürgt worden, wie Künstler bestätigte. Auch hier liege eine entsprechende Anzeige vor.

Die insgesamt fünf Angreifer sind nach Auskunft von Künstler bislang nicht bei der Polizei als rechte Täter bekannt. Zur Tatzeit seien sie "stark" alkoholisiert gewesen.

Linde kritisierte, dass niemand der anderen Festzelt-Gäste bei der rassistischen Auseinandersetzung eingeschritten ist. "Es hat keinerlei Unterstützung gegeben", sagte er.  Gleichwohl betonte er, dass die Flüchtlinge "sehr gut" in Witzenhausen integriert seien. Auch gebe es eine "unglaubliche Hilfsbereitschaft" der Bürger.

Der Sprecher der Werra-Meißner-Kreises, Jörg Klinge, machte deutlich, dass Übergriffe dieser Art nicht toleriert würden und verurteilte den Vorfall.