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Flüchtlinge in der Region Göttingen SC Hainberg über Engagement in Flüchtlingsunterkünften
Thema Specials Flüchtlinge in der Region Göttingen SC Hainberg über Engagement in Flüchtlingsunterkünften
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18:51 20.11.2015
Von Katharina Klocke
Der Göttinger SPD-Politiker Thomas Oppermann schnürte die Fußballschuhe, um Anfan g Oktober 2015 auf Initiative des SC Hainberg mit Flüchtlingen zu kicken. Quelle: Vetter
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Göttingen

Mitreißend erzählte Willmann den Ortsratsmitgliedern über die Aktivitäten von Vereinsmitgliedern auf den Zietenterrassen. „Wir versuchen, die ehrenamtliche Hilfe mit dem DRK zu koordinieren.“ Die Betreuung durch das Deutsche Rote Kreuz sei „unglaublich gut“, die Arbeit mit den Flüchtlingen mache großen Spaß.

Während der Öffnungszeiten der Funsporthalle kämen täglich Flüchtlingskinder hinzu und beteiligten sich trotz der Sprachbarriere an den Aktivitäten. Der SC organisiert sportliche Aktivitäten ebenso wie Deutschkurse, für die unter anderem ein Vereinsmitglied und pensionierter Deutschlehrer gewonnen wurde. „Die Leute nehmen alles an, was wir bieten“, berichtete Willmann. Auch der Betrieb in der Funsporthalle sei „nicht wirklich eingeschränkt“. Lediglich die Anfragen für private Geburtstagsfeiern seien zurückgegangen.

Derzeit lebten rund 95 Menschen in der Sporthalle Zietenterrassen, teilte die Pressestelle der Stadt Göttingen am Freitag mit. Bis zu 100, mindestens aber 50 weitere Flüchtlinge seien der Stadt Göttingen auf dem Weg der Amtshilfe für das Land Niedersachsen zugewiesen worden. Sie sollen am Sonntag, 22. November, dort einziehen. Von Montag an würden die Männer, Frauen und Kinder durch die Landesaufnahmebehörde zur offiziellen Registrierung nach Friedland gebracht, um anschließend wieder nach Göttingen zurückzukehren.

Der SC Hainberg, der auch in der Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Institut für den wissenschaftlichen Film aktiv ist, bat den Ortsrat Geismar während dessen Sitzung am Donnerstag um finanzielle Unterstützung. Für das offene Spiel- und Sportangebot in der Funsporthalle etwa oder „integrative Abenteuercamps und Fahrradtouren“. Für die Flüchtlinge müssten Sportmaterialien wie Bälle, Trikots und andere Sportbekleidung angeschafft werde. Auch könne der Ortsrat durch einen Zuschuss die Mitgliedsbeiträge von Flüchtlingen sponsern.

3500 Euro hatte der Verein in einem Antrag erbeten. Willmanns Bericht über das Engament in der Flüchtlingsarbeit überzeugte die Ortsratsmitglieder: Einmütig stimmten sie dem Zuschuss zu.