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Göttinger Zeitreise „Echte Überraschung“ für Tochter des Polizisten
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19:24 07.11.2011
Filmszene: Polizist Bruno Höllger regelt Verkehr.
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Dort wurde der Tageblatt-Film „Die 60er Jahre in Göttingen“ gezeigt. Viele geladene Gäste waren zur Premiere gekommen, unter ihnen all jene Tageblatt-Leser, die Fotos und Filmmaterial zur Verfügung gestellt hatten, und die damit den zweiten Teil in der Reihe Göttinger Zeitreise überhaupt erst möglich gemacht hatten.

„Der Film ist ein Kaleidoskop der 60er Jahre, ebenso vielfältig wie abwechslungsreich“, sagte Tageblatt-Chefredakteurin Ilse Stein in ihrer Begrüßung. Der Film sei ein Querschnitt durch zehn Jahre Göttinger Gesellschaft in all ihren Facetten, ob Freizeitvergnügen, Architektur, Musikentwicklung oder Kultur.

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Das Publikum bekam spannende Einblicke in ihre Stadt der 60er Jahre zu sehen. Bei älteren Zuschauern wurden Erinnerungen wach. Hier und da ging ein Raunen durch den Saal. Gemurmel gab es bei Szenen über die modische Entwicklung, den Siegeszug des Minirocks und die neue selbstbewusste Rolle der Frau. Jüngere Zuschauer staunten über die Entwicklung Göttingens, das durch die Kreisreform zur Großstadt mit 100 000 Einwohnern wurde.

Sonntag, 6. November, im Cinemaxx Göttingen: 450 Besucher kamen zur Filmpremiere des Tageblatt-Films "Die 60er Jahre in Göttingen".

Viele Menschen bedeuteten viel Verkehr in den Straßen. 14 000 Autos brausten im Jahr 1965 durch die Innenstadt – drei Jahre vor Beginn der Bauarbeiten für die Göttinger Fußgängerzone. Überhaupt, es wurde viel gebaut in diesem Jahrzehnt: Stadthalle, Sparkasse, C&A, Nord-Uni, Leineberg, Holtenser Berg, Goetheallee, Geismar Tor.

Eine „echte Überraschung“ erlebte Angelika Scholz während der Filmvorführung. Sie erkannte ihren Vater Bruno Höllger in einer Szene wieder, die allen Besuchern im Saal große Freude bereitete: Als Verkehrspolizist war Höllger an der Weender Straße zu sehen. Sein fröhlicher Einsatz als Ordnungshüter und Dirigent der Verkehrsströme begeisterte das Publikum. „Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte“, sagte Scholz nach dem Film.

Schützenumzug, Rektorenkonferenz, Studentenproteste – bewegte Bilder von Göttingens Großveranstaltungen bewegten das Premierenpublikum genauso wie die Musik, die sich wie ein roter Faden durch den Film zieht: Sie stammt von den Blue Moons, der in den 60ern angesagten Göttinger Beat-Band.

Bevor aus den einzigartigen Zeitdokumenten der rund 40-minütige Film entstehen konnte, waren die Tageblatt-Redakteurinnen Marie-Luise Rudolph und Nadine Eckermann eifrig am Werk. Sie entwarfen ein Drehbuch, schrieben Texte und schnitten den Film in viermonatiger Arbeit. Dabei ließen sie sich von einem Filmbeirat mit historischem Fachwissen unterstützen.

Den Film „Die 60er Jahre in Göttingen“ gibt es in den Tageblatt-Geschäftstellen in Göttingen, Jüdenstraße 13c, und Duderstadt, Auf der Spiegelbrücke 11, zum Preis von 14,90 Euro zu kaufen.

Von Björn Dinges