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Göttinger Zeitreise „Mischung aus Altstadtfest und Mission Olympic“
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18:06 16.09.2011
Von Michael Geisendorf
Faszinierendes Gemeinschafts-Erlebnis: Aufmarsch der Turner beim Landesturnfest 1955 in der Göttinger Jahn-Kampfbahn. Quelle: Kliemann
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Göttingen

Zum ersten und bislang einzigen Mal hatte Göttingen die zweite Auflage des über vier Tage laufenden Mammut-Events vom 30. Juni bis 3. Juli 1955 ausgerichtet. 15      000 Aktive und mehrere zehntausend Zuschauer hatten die Stadt damals in eine gigantische Sportarena verwandelt.

Für die Leistungsschau des mit 750     000 Mitgliedern größten niedersächsischen Sportfachverbandes in fünf Jahren rechnen Veranstalter und NTB mit mehr als 20     000 Aktiven und mit bis zu 300    000 Besuchern. „Die Stadt wird vier Tage lang eine Mischung aus Altstadtfest und Mission Olympic sein“, prognostiziert Alexander Frey, Geschäftsführer der Göttinger Sport- und Freizeit GmbH (GoeSF), mit Blick auf die rund 400 sportlichen Wettbewerbe in allen Göttinger Sportanlagen und dem abendlichen Kulturangebot mit Live-Auftritten angesagter Bands in der Innenstadt. Zusätzlich zum enormen Imagegewinn für die Stadt könne die Göttinger Geschäftswelt mit einem Brutto-Umsatz von rund neun Millionen Euro rechnen, hatte NTB-Geschäftsführer Gerd Garbers bei der ersten Vorstellung des Projekts im Sportausschuss des Göttinger Rates im November 2010 geschätzt und sich dabei auf die Ergebnisse des Landesturnfests 2008 in Braunschweig sowie Prognosen für die zwölfte Auflage im nächsten Jahr in Osnabrück gestützt.

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Die Sportausschussmitglieder überzeugten er und der Göttinger NTB-Vizepräsident Christoph Hannig mit ihrer Argumentation ebenso wie den Rat der Stadt. Er hatte in seiner Sitzung am 15. Juni dieses Jahres ohne Gegenstimme beschlossen, sich für die Ausrichtung zu bewerben. Diese von Frey in Melle präsentierte Bewerbung mit ihrer Mischung aus Sport und Kultur bezeichnete das NTB-Gremium als „schlüssig und beeindruckend“.

„Ich bin hocherfreut, dass unsere gut vorbereitete Bewerbung die Verantwortlichen des Niedersächsischen Turnerbundes so beeindruckt hat. Göttingen ist eine Sportstadt mit tollen Angeboten. Davon kann sich 2016 ganz Niedersachsen überzeugen. Wir machen uns jetzt aber erst einmal an die Arbeit“, kommentierte Oberbürgermeister Wolfgang Meyer das einstimmige NTB-Votum.

Laut Frey hat die Ausrichtung des Landesturnfestes für Göttingen einen Stellenwert weit über den Sport hinaus: „Für den Sport ist es eine wunderbare Gelegenheit, sich neu zu definieren. Außerdem werden auf diese Weise Netzwerke aktualisiert, die Politik, Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft und Sport umfassen.“ Ins Schwärmen ob der vielversprechenden Aussichten gerät Uwe Bartram, Vorsitzender des Turnkreises Göttingen: „Nach Mission Olympic vor zwei Jahren ist das Landesturnfest der zweite große Höhepunkt. Ich hoffe auf einen Aufschwung für den gesamten Sport in der Region. Wir sind stolz, das Turnen, das ja viel mehr ist als nur Gerätturnen, einmal wieder der breiten Öffentlichkeit zeigen zu können.“

Turnkreis und GoeSF wollen bald in die konkrete Planung des Festivals einsteigen. „Eineinhalb Jahre vorher werden wir dann eine permanent besetzte Geschäftsstelle einrichten, die bis zum Termin immer mehr erweitert wird“, verdeutlicht Frey die zeitlichen und personellen Dimensionen der Vorbereitung des Landesturnfestes, für das die Stadt mit weniger als 500     000 Euro in Vorleistung treten müsse, glaubt Sportausschussmitglied Christian Henze (SPD).

Fotos vom Landesturnfest in Göttingen 1955 sind unter www.goettinger-zeitreise.de zu sehen.