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Göttinger Zeitreise Museum im Grenzdurchgangslager Friedland soll bis 2015 gebaut werden
Thema Specials Göttinger Zeitreise Museum im Grenzdurchgangslager Friedland soll bis 2015 gebaut werden
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21:26 26.06.2013
Von Beginn an helfend im Lager präsent: das Deutsche Rote Kreuz, hier die Unterkunft Mitte der 50er-Jahre.
Von Beginn an helfend im Lager präsent: das Deutsche Rote Kreuz, hier die Unterkunft Mitte der 50er-Jahre. Quelle: Paul
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Friedland

Informationen zum aktuellen Planungsstand haben rund 60 Interessierte am Dienstagabend im Zuge eines Gesprächsforums mit Rundgang erhalten.

Hundertausende Menschen begannen ihr Leben hier

Wer das Museum besucht, soll seinen Weg künftig dort beginnen, wo hunderttausende von Menschen seit 1945 ihr Leben in der Bundesrepublik begannen: im Friedländer Bahnhofsgebäude, das samt ehemaligem Güterschuppen für eine Dauerausstellung zur Geschichte des Grenzdurchgangslagers ausgebaut werden soll. Rund 400 Quadratmeter Fläche sind vorhanden.

Ein „Museumspfad“ führt im Anschluss daran vorbei an Themeninseln zum geplanten Besucherzentrum, das entweder ein größeres Gebäude oder als Komplex kleinerer Pavillons gebaut werden könnte. „Wir planen einen Ideen- und Architektenwettbewerb“, sagt Joachim Baur, vom Land Niedersachsen beauftragter Leiter des wissenschaftlichen Aufbau-Teams. Darin sollen auch die Außenflächen berücksichtigt werden.

1000 Quadratmeter Fläche vorgesehen

Rund 1000 Quadratmeter Fläche sollen im Besucherzentrum für einzelne Themenkomplexe zur Verfügung stehen. „Wichtig ist uns, dass sich die aktuellen Bewohner nicht durch Museumsgäste gestört fühlen“, ergänzt Oliver Krüger, Projektleiter „Museum Friedland“ im Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport. Für die Ausstellungen suchen Krüger und das übrige Team noch Objekte aus der Lagergeschichte: Fotografien, Plakate, Zeichnungen und alltägliche Gegenstände.

Nach der Eröffnung im Jahr 2015, so Krüger, sei vorgesehen, dass sich das Innenministerium zurückzieht und das Museum Friedland in eine Stiftung übergeht. 2016 bis 2018 soll in Kooperation mit dem Rat und der Gemeinde Friedland ein weiterer Komplex des Projektes Museum Friedland entstehen. Ein „außeruniversitäres“ Forschungszentrum“, eine Akademie, in der vornehmlich Jugendliche über die Themen Flucht, Migration und Integration diskutieren und forschen können.