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Göttinger Zeitreise Universitäts-Rektoren aus Europa tagen in neuer Stadthalle
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19:28 29.07.2011
Von Katharina Klocke
Europäische Universitätselite: In vollem Ornat ziehen die Rektoren der Hochschulen durch die Innenstadt.
Europäische Universitätselite: In vollem Ornat ziehen die Rektoren der Hochschulen durch die Innenstadt. Quelle: Hauk
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Die Versammlung der Universitätsspitzen ging nicht im Stillen vor sich: Das Göttinger Tageblatt berichtete ausführlich. Bei einem Festumzug der Rektoren und Georgia-Augusta-Bediensteten zückten zudem viele Bürger ihre Fotoapparate. Durch die Geschichtswerkstatt „Göttinger Zeitreise“ des Tageblattes und der Stadt Göttingen wurden viele der historischen Fotografien über das Internet öffentlich zugänglich gemacht.

Schon am 26. August appelliert die Polizei über das Göttinger Tageblatt an die Verkehrsteilnehmer, Rücksicht auf die feierlichen Anlässe zu nehmen. Vor allem für den Eröffnungstag sollen Parkplätze am Stadtrand genutzt werden. Am Freitag, 28. August, stellt die Wetterprognose Temperaturen um 33 Grad sowie anhaltend schönes Wetter auch für die nächsten Tage in Aussicht. Ladenbesitzer werden aufgefordert, ihre Geschäfte zu dekorieren. Göttingen soll nicht nur als Stadt der Wissenschaft, sondern auch als Wirtschaftsstandort präsentiert werden.

Am Wochenende vor den großen Ereignissen, am 29. und 30. August, ist im Tageblatt nachzulesen, auf was sich die Göttinger Anfang September freuen können: die Stadthalleneröffnung, den Umzug der Europäischen Rektorenkonferenz, den Kiessee in Flammen, ein Lichterfest auf der Schillerwiese und das Schaufliegen des Deutschen Falknerordens.

Am 1. September wird über das Eintreffen der ersten internationalen Gäste berichtet. Empfangen werden sie unter anderem am Bahnhof von Studenten in fünf Sprachen. Die Stadtwerke setzen Sonderbusse ein. 1100 auswärtige Besucher werden erwartet. In einer Themen-Beilage des Tageblattes begrüßt Prof. Walter Zimmerli, Rektor der Georgia Augusta, seine rund 200 in- und ausländischen Kollegen. Die Konferenz vertrete „die Überzeugungen der Universitäten in Europa“, verbreite sie weithin und verschaffe den Universitäten „das Gehör der Öffentlichkeit“. Der Student Hartmut Bloß setzt Hoffnungen in die Zusammenkunft, die auch studentische Teilnehmer berufen hat. Vor allem das Thema der Mitbestimmung müsse behandelt werden. Das „Damenprogramm“ wird angekündigt: Besuche im Weserbergland, im Kloster Corvey, der Porzellanmanufaktur Fürstenberg und im Harz.

Am 2. September zieht der große Umzug der Konferenzteilnehmer durch die Göttinger Innenstadt. In vollem Ornat lässt sich die europäische Universitätselite von den Göttingern bestaunen. 25 000 Menschen verfolgen das Spektakel, heißt es später im Tageblatt. Abgesagt hätten die Teilnehmer aus Moskau und Leningrad.

Die Überfüllung der Universitäten war ein wichtiges Thema der siebentägigen Veranstaltung. Und auch die Gründung einer europäischen Universität wurde diskutiert. In einem von den Teilnehmern verabschiedeten Statut wird die Konferenz als ständige Einrichtung verankert. Darin sei auch vereinbart worden, die Zusammengehörigkeit der Universitäten im Dienst Europas zu verstärken, schreibt ein Tageblatt-Berichterstatter in der Wochenendausgabe vom 5. und 6. September.

Für den Abschluss reist Bundeskanzler Ludwig Erhard nach seinem Erholungsurlaub am Tegernsee an. Er verkündet am 8. September seinen Vorsatz, angesichts der „beängstigenden Überfüllung“ mit den Ländern eine Einigung über eine gerechte und zweckmäßige Beteiligung des Bundes am Aufbau neuer Hochschulen und dem Ausbau der bestehenden Universitäten zu erzielen. Freude äußerte der Politiker über das wachsende europäische Bewusstsein unter den Rektoren.