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Kommunalwahl 2011 Rechen-As, Familienmensch und Heimwerker
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20:03 05.09.2011
Im Eichsfeld geboren und aufgewachsen: Marlies Dornieden will mehr Transparenz und Kommunikation in der Samtgemeinde. Quelle: Vetter
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Diemarden

Ein weißes Einfamilienhaus am Randes des Neubaugebietes Gelenberg in Diemarden, gelegen in einer ruhigen Sackgasse: Hier, fernab von Hektik und Verkehr, lebt Marlies Dornieden mit ihrem Mann Wolfgang Schöngraf. „Das ist unser Lieblingsplatz, hier frühstücken wir jeden Morgen zusammen, und hier arbeiten wir auch zusammen“, deutet die 44-Jährige auf den Essbereich im cremeweiß gestrichenen Wohnraum. Hier fällt der Blick sofort auf die mit silbergerahmten Schnappschüssen dekorierte Anrichte. Das Ehepaar Dornieden/Schöngraf legt Wert auf ein schönes Zuhause.

„Ich habe heute morgen noch schnell einen Apfelkuchen gebacken“, plaudert die CDU-Kandidatin, sorgt als aufmerksame Gastgeberin sofort für eine entspannte Atmosphäre. Die Leiterin des Finanzverwaltungsamtes beim Landkreis Göttingen entspricht so gar nicht dem Beamtenklischee. Aufgewachsen als jüngstes von vier Kindern und Tochter eines Maurers und einer Hausfrau im Duderstädter Ortsteil Breitenberg, hat sie nach dem Besuch der örtlichen Grundschule 1987 ihr Abitur am Eichsfeld-Gymnasium in Duderstadt gemacht. „Eigentlich wollte ich studieren. Das war aus finanziellen Gründen nicht möglich, da war die Ausbildung beim Landkreis mit integriertem Studium eine gute Alternative.“ Vom Lernen hatte sie auch nach ihrem Abschluss nicht genug: Von 1991 bis 1994 folgte noch ein nebenberufliches Studium zur Verwaltungsbetriebswirtin, von 1995 bis 1997 ein Ergänzungsstudium zur Informatikbetriebswirtin. Heute hat sie die Seiten gewechselt und unterrichtet als Dozentin Mitarbeiter in Beamtenrecht, Kommunalrecht, Haushaltswesen und Arbeitstechnik.

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Der Lebenslauf zeigt: Diese Frau liebt Zahlen und das tägliche Jonglieren mit Bilanzen und Haushalten. „Das war schon immer so, Mathe war mein Lieblingsfach.“ Und da liegt Dornieden auf einer Wellenlänge mit Mann Wolfgang. Der prüft für den Landesrechnungshof, beide diskutieren leidenschaftlich gern über das Thema „Steuerung über Ziele und Kennzahlen“. Diszipliniertes Handeln und verantwortungsvoller Umgang mit Geld wurde der gebürtigen Eichsfelderin quasi in die Wiege gelegt. Schon als Kind musste sie nach der Schule in der „kleinen Landwirtschaft“ der Eltern kräftig mit zupacken, im Teenager-Alter trug sie bei Wind und Wetter das Eichsfelder Tageblatt aus – vor dem Unterricht. „Wir waren nicht wohlhabend, da überlegt man genau, wofür man Geld ausgibt.“

Marlies Dornieden, ein Kopfmensch durch und durch? „Nein, bestimmt nicht“, relativiert sie lachend. „Ich bin äußerst kommunikativ und gesellig. Spiele leidenschaftlich gern Karten und liebe unsere regelmäßigen Familien-Kegelabende.“ Familie sei ihr überhaupt sehr wichtig, betont Dornieden und zeigt auf die Foto-Galerie mit Geschwistern, Eltern und Patenkindern. Entspannen kann sich Dornieden beim Lesen – „Im Urlaub geht da schon mal pro Tag ein Buch drauf“ – und beim Heimwerkern. „Ich habe unser ganzes Haus tapeziert. Und ich säge für mein Leben gern Holz.“

Leben in Diemarden, arbeiten in Gieboldehausen. Wäre das im Falle eines Wahlsiegs für Dornieden ein Handicap? „Überhaupt nicht. Viele Eichsfelder pendeln doch ebenfalls täglich, warum nicht auch ich. In puncto Neutralität kann das sogar ein Vorteil sein, denn ich will jeden Ort gleich behandeln. Und mein Mitbewerber wohnt ja auch nicht im Bereich der Samtgemeinde Gieboldehausen“. Und was kann Dornieden gar nicht leiden? „Maßlosigkeit regt mich auf. Wenn man vorhandenes Vermögen nicht halten kann, sich aber ständig was Neues leistet.“

Von Anne Eckermann