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Kommunalwahl 2011 Wählergemeinschaften mischen Flecken auf
Thema Specials Kommunalwahl 2011 Wählergemeinschaften mischen Flecken auf
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11:43 05.09.2011
Von Jörn Barke
Windräder bei Güntersen: Die Errichtung neuer Anlagen ist ein umstrittenes Thema im Flecken Adelebsen. Quelle: Pförtner
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Adelebsen.

Auf diese Weise sind in Barterode, Erbsen und Lödingsen aus Zweikämpfen zwischen SPD und CDU nun Mehrkämpfe geworden. In Erbsen tritt neben den Grünen noch die Freie Wählergemeinschaft Pro Erbsen an. Sie hat sich aus Protest gegen Pläne zur Errichtung von Windrädern nahe des Ortes gebildet. Mit sechs Kandidaten stellt sie doppelt so viele wie die CDU (3) und mehr als die SPD (4).

In Barterode und Adelebsen tritt darüber hinaus die Freie Wählergemeinschaft Bürger für Bürger im Flecken Adelebsen an. Zu den Kandidaten dieser Wählergemeinschaft zählen Dirk Peter Harling und Klaas Otte. Beide hatten sich im Juni im Streit aus der Partei „Die Linke“ verabschiedet, die nun im Flecken überhaupt nicht mehr antritt. Harling war zuvor Anfang 2009 von der SPD zur Linken gewechselt und daraufhin als stellvertretender Ortsbürgermeister von Barterode abgewählt worden.
Beide Wählergemeinschaften treten auch auf Gemeinde

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ebene an. Die FDP hat sich dagegen bei dieser Wahl völlig aus dem Flecken verabschiedet. Trat sie 2006 noch auf Gemeindeebene und für den Ortsrat Adelebsen an, kann sie in diesem Jahr nirgends gewählt werden.

Neben der Frage, welche Rolle die Wählergemeinschaften spielen werden, macht auf Gemeindeebene die Neuausrichtung der CDU die Wahl spannend. Nachdem drei – zum Teil führende – Mitglieder die Fraktion im Streit verlassen hatten, musste die Partei sich neu aufstellen und geht nun mit einem verjüngten und weniger bekannten Team in die Wahl. Die SPD kann dagegen auf bekanntes Personal mit viel Gremienerfahrung zurückgreifen. Für die SPD treten fünf bisherige Ortsbürgermeister an, für die CDU nur einer. Der Günterser Ortsbürgermeister Helmut Schwer (CDU) kandidiert nicht mehr. Für die SPD geht auch die ehemalige Frauenbeauftragte Reinhild Otterbein-Döpfer an den Start.

Für die Grünen dürfte die Frage spannend werden, inwieweit ihr Wahlergebnis von der intensiven Debatte um die Windräder im Flecken bestimmt wird. Die Partei tritt auf Gemeindeebene an sowie für die Ortsräte Adelebsen, Erbsen, Lödingsen und Wibbecke. In Güntersen – eine Besonderheit im Flecken – treten die Grünen gemeinsam mit parteilosen Kandidaten und der CDU als Wählergruppe Günterser Liste an. Sollte die Gruppe die Mehrheit bekommen, würde der Bewerber mit den meisten Stimmen neuer Ortsbürgermeister, wenn er sich dazu bereiterklärt und gewählt wird, erklärt Norbert Hasselmann (Grüne). Auf der Liste kandidieren auch Günter Koschel und Gudrun Sakowsky, die früher für die SPD ins Rennen gegangen sind.

Insgesamt bewerben sich im Flecken rund 140 Kandidaten um die Mandate. Die meisten Bewerber stellen SPD und CDU mit je rund 50, die Grünen kommen auf rund 20 Kandidaten, die beiden Wählergemeinschaften schicken jeweils rund eine Hand voll Bewerber ins Rennen. Bei diesen Zahlen sind Doppelbewerbungen auch doppelt gezählt.

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Für ihn sei ein wichtiges Ziel, dass die Haupt- und Realschule in Adelebsen erhalten bleibe, sagt der SPD-Spitzenkandidat Kurt Prutschke. Wichtig sei es aus SPD-Sicht auch, dass im Flecken nach dem Scheitern der Firma Klausner neues Gewerbe angesiedelt werde.

Jörn Barke 01.09.2011

Wichtig für die CDU sei weiter eine solide Haushaltspolitik im Flecken Adelebsen, erklärt Nicole Schulz. Es müsse einen Dreischritt aus Konsolidieren, Modernisieren und Investieren geben.

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Für die Grünen sei es wichtig, das Leben im Flecken Adelebsen lebenswert zu gestalten, sagt Petra Löb-Kompart. Junge Familien müssten zum Zuzug motiviert und Wegzüge verhindert werden. Es gelte, die Folgen des demographischen Wandels zu vermindern.

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