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Kragenbär-Denkmal Denkmal für Robert Gernhardt im Göttinger Kulturausschuss
Thema Specials Kragenbär-Denkmal Denkmal für Robert Gernhardt im Göttinger Kulturausschuss
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19:05 16.09.2014
Von Michael Brakemeier
Die Zeichnerin Ulrike Martens (ulrikemartens.de) aus Moers macht sich Gedanken zum Kragenbär – frei nach F. K. Waechter. Quelle: Martens
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Göttingen

Inzwischen sprechen sich SPD, die CDU-FDP-Gruppe, Linke und Piraten im Rat für die Aufstellung einer Kragenbär-Skulpturen zu Ehren des Zeichners und Dichters Robert Gernhardt aus. Selbst die Verwaltung schlägt der Politik vor, eine von der Göttinger Elch-Preis-Jury gestiftete und von Künstler Siegfried Böttcher gestaltete Skulptur anzunehmen.

Einzig die Grünen mögen sich noch nicht zum Thema äußern. Am Donnerstag ist der Gernhardt-Bär Thema im Kulturausschuss – erstmals im öffentlichen und nicht wie vor mehr als einem Jahr im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung.
Frank-Peter Arndt, SPD-Fraktionsvorsitzender, geht für seine Fraktion davon aus, dass die Aufstellung befürwortet wird, rechnet danach aber damit, dass sich „die Debatte erneut entzündet“. Er ist sich sicher: „Der Kragenbär wird eine Bereicherung für den Robert-Gernhardt-Platz sein.“ Nie habe es eine ablehnende Haltung in seiner Ratsfraktion gegeben.

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Für die CDU-FDP-Gruppe ist nach ausführlicher Beratung die Befürchtung „eindeutig widerlegt“, dass das Denkmal mit dem dahinterstehenden Vers („Der Kragenbär, der holt sich munter einen nach dem anderen runter.“) zu anstößig sein könnte. Die Skulptur sei in der beabsichtigten Darstellung alles andere als obszön. Sie werde dem Gedenken von Gernhardt mehr als gerecht und sei „in jedem Fall“ zu befürworten.

"Kontinuität der Ehrung progressiver Autoren"

„Die Skulptur ist unseres Erachtens eine Bereicherung für das Stadtbild und kann den Platz deutlich attraktiver machen“, meint Tobias Schleuß von den Piraten. Ob Gernhardts Reim mit auf das Denkmal gehöre, darüber lasse sich noch diskutieren. „Bedauerlich finden wir in diesem Zusammenhang, dass noch immer nicht nachvollziehbar ist, was über das Wohl oder Wehe eines Denkmalentwurfs in Göttingen entscheidet.“

Schon vor Wochen habe die Linke, so betont der Fraktionsvorsitzende Patrick Humke, einen Antrag für die Aufstellung des Denkmals gestellt. „In einer Stadt, die sich gerne auf das Wirken Lichtenbergs bezieht und den Elchpreis auslobt, kann das Aufstellen eines solchen Denkmals auch als Kontinuität der Ehrung progressiver Autoren interpretiert werden.“

Auch die Eigemtümerin des Platzes, die Delta Bau AG aus Hannover, ist einverstanden. Solange die Skultptur vor Graffiti geschützt ist und die Stadt die Unterhaltungskosten trage.

Der Kulturausschuss tagt am Donnerstag, 18. September, ab 16.30 Uhr im MPI für Sonnensystemforschung, Justus-von-Liebig-Weg 3.