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Tageblatt tierisch Führerschein zum Gassigehen
Thema Specials Tageblatt tierisch Führerschein zum Gassigehen
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00:18 27.06.2013
Von Katharina Klocke
Wollen sachkundig angeleitet und geführt werden: Hunde auf dem Trainingsplatz.
Wollen sachkundig angeleitet und geführt werden: Hunde auf dem Trainingsplatz. Quelle: Hinzmann
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Göttingen / Hannover

„Zurzeit rufen viele aufgeregte Leute an, die wissen wollen, was sie machen müssen“, sagt Chris Goette. Der Göttinger Hundetrainer ist einer der regionalen Experten, die durch eine Prüfung ihrerseits die Befugnis erworben haben, nach der neuen Gesetzgebung Hundehaltern auf den Zahn zu fühlen. Bislang gibt es in Stadt und Landkreis Göttingen sowie im benachbarten Nörten-Hardenberg fünf anerkannte Prüfer, zumeist Tiermediziner oder Hundetrainer.

Versichern und Mikrochip implantieren

Gemäß Niedersächsischem Hundegesetz müssen alle Hundehalter ihren Vierbeiner versichern und ihm einen Mikrochip implantieren lassen, anhand dessen das Tier identifiziert werden kann. „Junge Hunde lässt oft schon der Züchter chippen“, berichtet Goette. Lesegeräte liegen unter anderem im Tierschutz, bei Tierärzten und Hundetrainern vor. Auch die Registrierung beim Zentralen Register der Kommunalen Systemhaus Niedersachsen ist Pflicht für alle und kann per Computer über das Internet (unter hunderegister-nds.de) oder telefonisch (04 41/ 39 01 04 00) erledigt werden. Die Kosten betragen online 14,50 und per Telefon 23,50 Euro.

Prüfung umfasst theoretischen und praktischen Teil

Den Sachkundenachweis müssen Hundehalter unaufgefordert erbringen, die nach dem 1. Juli 2011 erstmalig einen Hund angeschafft haben. Die Prüfung umfasst einen theoretischen und einen praktischen Teil, der binnen eines Jahres – nicht zwingend mit dem eigenen Hund – absolviert werden muss. Nicht jedes Familienmitglied muss den Hundführerschein machen, sondern nur der Tierhalter. Wer in den vergangenen zehn Jahren nachweisen kann, mindestens zwei Jahre lang einen Hund gehalten oder betreut zu haben, muss sich nicht prüfen lassen. „Bei Vorfällen mit dem Hund kann das Ordnungsamt aber anordnen, dass ein Sachkundenachweis erbracht werden muss“, erklärt Goette. In seiner Hundeschule startet er im Juli mit den ersten Prüfungen.

Bescheinigung vorlegen

Die Bescheinigung muss laut Fragenkatalog des Ministeriums beim Gassigehen nicht mitgeführt, sondern auf Verlangen vorgelegt werden. Wer den Hundeführerschein nicht machen muss, sollte seine Erfahrungen durch Steuerbescheinigungen oder einen Tierarzt-Ausweis belegen können. Flächendeckende Überprüfungen sind nicht vorgesehen. „Die Kommunen kontrollieren anlassbedingt“, sagt Detlef Johannson, Sprecher der Stadt Göttingen. „Eine generelle Überprüfung erwartet der Gesetzgeber nicht.“

Weitere Informationen zum Niedersächsischen Hundegesetz und ein Fragenkatalog: unter ml.niedersachsen.de.