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Tageblatt tierisch Göttinger Ornithologe Hans-Heinrich Dörrie über Eulenvögel
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17:55 29.09.2014
Von Katharina Klocke
Auch der Sperlingskauz ist in Südniedersachsen heimisch. Tageblatt Leser Wolfgang Kühn hat dieses Beweisbild fotografiert. Quelle: Kühn
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Göttingen

In diesem Jahr saßen in der Haselnuss neben der Terrasse gleich zwei der großäugigen Tiere. Beweisfotos schickten Stefanie und Wolfgang Vogelsaenger ans Tageblatt.
„Das ist typisch für Waldohreulen“, sagt der Göttinger Hans-Heinrich Dörrie. „Die Jungvögel klingen wie rostige Türangeln, und sie fiepen die ganze Nacht.“

Erfreulich viele Gartenbesitzer in der Region hätten in diesem Jahr solche Besucher registriert. „Wir haben ein gutes Mäusejahr“, sagt Dörrie. Und gute Mäusejahre seien in der Regel auch gute Eulenjahre.

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Als „spektakulär“ empfand Dörrie eine Waldohreulenfamilie, die im Wassergewinnungsgelände neben der Göttinger Drachenwiese ihre Jungen aufzog. „In dem umzäunten Areal fühlten sich die Tiere offenbar sehr sicher.

Viele Menschen haben vom Zaun aus zugesehen, wie die Jungtiere gefüttert wurden und fliegen lernten“, erzählt Dörrie, „die hatten einen richtigen Fanclub.“ Ein Eulenfreund filmte die Tiere sogar und stellte sein Werk unter dem Titel „Junge Waldohreulen in Göttingen“ über das Videoportal Youtube ins Internet.

Waldkäuze gehen spazieren

Häufiger als die vor allem in Ortsrandlagen und in Feldgehölzen lebende Waldohreule sei in der Region der Waldkauz vertreten, so etwa auf der Göttinger Schillerwiese. Den direkten Siedlungsbereich mieden die Vögel. Die Jungtiere spazierten häufig auf der Erde umher, was nicht bedeute, dass sie verwaist seien: „Die Mutter überwacht und füttert ihren Nachwuchs die ganze Zeit“, berichtet Dörrie.

Viele junge Waldkäuze landeten aus diesem Missverständnis heraus unnötigerweise in Wildtierpflegestationen.

Selten zu sehen, aber dennoch vor allem in den Offenlandbereichen im Eichsfeld zu Hause sei die Schleiereule. Durch den vergangenen sehr kalten Winter, gefolgt von einem schlechten Mäusejahr, habe diese Art 2013 große Verluste erlitten. „Aber dafür ziehen sie in guten Mäusejahren wie diesem manchmal bis zu drei Bruten nacheinander auf“, sagt Dörrie.

Als Tageblatt-Leser Wolfgang Kühn ein kleines Gesicht mit leuchtend gelben Augen aus einer Baumhöhle herausblinzeln sah, drückte der Eddigehäuser auf den Auslöser seiner Kamera – Beweis dafür, dass der Sperlingskauz, „die kleinste Eulenart Mitteleuropas“, auch in Südniedersachsen heimisch ist.

2014 ein gutes Mäusejahr

Rund zehn Brutpaare soll es in der Region geben, unter anderem bei Reinhausen und in den Hochlagen des Kaufunger Waldes, Bramwaldes und Sollings. „Der Sperlingskauz brütet in Buntspechthöhlen und ist etwas größer als ein Star“, charakterisiert Ornithologe Dörrie den auch liebevoll „Spauz“ genannten Vogel.

So harmlos wie sein Kosename klingt, ist der Sperlingskauz allerdings nicht. Vogelexperte Dörrie beschreibt ihn als eher rabiaten Gesellen, „der nicht nur Mäuse, sondern auch Vögel erbeutet, die genauso groß sind wie er“.

Schlechte Zeiten hatte mangels Mäusen der Raufußkauz, sonst häufiger und ein wenig größer als der Sperlingskauz.

Er bewohnt ausgediente Schwarzspechthöhlen. Auch dieser Eulenvogel bevorzugt die Hochlagen von Waldgebieten. In Solling, Harz und Kaufunger Wald leben Raufußkäuze, sagt Dörrie, „aber die Zeiten großer Populationen scheinen vorbei zu sein.“ Selbst wenn 2014 ein gutes Mäusejahr war: „Der Raufußkauz hat sich nicht vom vorherigen Mangeljahr erholt.“

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