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Tageblatt tierisch Kleingarten am Göttinger Kiesse: Wendehälse brüten in Amphore
Thema Specials Tageblatt tierisch Kleingarten am Göttinger Kiesse: Wendehälse brüten in Amphore
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20:03 24.06.2013
Geschütztes Quartier: In dem Tonkrug brütet ein Wendehalspaar.
Geschütztes Quartier: In dem Tonkrug brütet ein Wendehalspaar. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Mitte Juni bemerkten die Göttinger die ungewöhnlichen Gartengäste beim Ein- und Ausflug. Wie viele Jungvögel da unter Ausschluss der Öffentlichkeit heranwachsen, ist nicht bekannt: Zu sehen ist nichts. „Das ist die erste Wendehals-Brut seit mehr als 25 Jahren im Kiessee-Leinegebiet“, weiß der Göttinger Ornithologe Hans-Heinrich Dörrie, der sich Familie Wendehals bereits von weitem angesehen hat.

Ansonsten existiere in der Region seines Wissens nur noch das Kerstlingeröder Feld als Brutplatz. Dort würden jährlich ein oder zwei Paare gesehen. Manchmal seien sie auch in Gärten zu beobachten.

Ansonsten hätten sich die Lebensbedingungen für die südlich der Sahara überwinternden Weitstreckenzieher sehr verschlechtert, „durch den Verlust vegetationsarmer Oberflächen, auf denen er seine Hauptnahrung Ameisen erbeuten kann“, sagt Dörrie. Unter anderem durch Düngung habe sich überall die bodennahe Vegetation verdichtet, so dass Insektenfresser nur noch schwer an ihre Beute kämen. In ganz Niedersachsen brüteten nur noch rund 100 Wendehalspaare.

Dabei seien die Vögel noch vor etwa 50 Jahren in Göttingen nicht selten gewesen. Damals habe es in der Stadt noch mehr Nutzgärten mit Offenflächen gegeben, und auch der Baumbestand sei viel lichtdurchlässiger gewesen als heute.

kk