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Tageblatt tierisch Tierfotograf Carsten Linde aus Bösinghausen produziert neuen Kalender
Thema Specials Tageblatt tierisch Tierfotograf Carsten Linde aus Bösinghausen produziert neuen Kalender
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16:46 20.09.2013
Von Katharina Klocke
Kranichnachwuchs erkundet die Welt: Den beiden Küken scheint der freie Auslauf wichtiger zu sein, als der Wurm in Mutters Schnabel. Quelle: Linde
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Göttingen / Bösinghausen

Eine Auswahl seiner Bilder ist nicht nur als Kalender für das Jahr 2014 sondern in den kommenden Monaten auch auf drei Ausstellungen zu sehen: von September bis Januar in Zingst an der Ostsee, im November in der Galerie Alte Feuerwache in Göttingen und auf einem Tierfotografie-Festival im französischen Montieren-Der.

Das Jahr 2013 verlief für Linde bislang sehr arbeitsintensiv. Es galt, drei Ausstellungen vorzubereiten – ohne dabei die Kraniche aus den Augen zu verlieren. Seit einigen Jahren sind Linde und seine Kamera stets dort anzutreffen, wo Kraniche brüten, wo sie im Herbst vor dem Abflug gen Süden rasten und wo sie überwintern.

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Bis in die französischen und spanischen Winterquartiere reist er den grauen Kranichen hinterher, unterstützt mit Ehefrau Rosi das Kranich-Informationszentrum Groß Mohrdorf bei der Einweisung von Touristen zur Kranich-Beobachtung und wartet zu Frühjahrsbeginn in Schweden auf die Rückkehr der großen Vögel.

Tausende der Zugvögel

Was in diesem Jahr für beide Seiten zu einer fast arktischen Angelegenheit wurde: Linde selbst erreichte wegen des späten Wintereinbruchs in Europa sein Ziel am Hornborgasee mit viertägiger Verspätung. Und wartete dort drei Wochen bei klirrender Kälte und einem bis in 45 Zentimeter Tiefe gefrorenen See vergeblich auf die Ankunft der Kraniche.

Die nämlich hatten ihre Reise inzwischen notgedrungen unterbrochen – auch in Südniedersachsen waren tausende der Zugvögel auf Feldern zwischengelandet.

Bei Telefonaten erzählte ihm seine Ehefrau „täglich, wie viele Kraniche in der Region gesichtet worden sind“. Dann seien die Rückkehrer endlich eingetroffen, „erst die Starken in kleinen Gruppen und, nachdem der Wind gedreht hatte, die große Masse, Zug um Zug“.

Normalerweise flögen die Tiere in fester Formation am Hornborgasee ein, „diesmal ließen sie sich aus dem blauen Himmel fallen wie kleine Gummibälle und schwenkten ganz schnell ihre Flügel“, schildert Linde die Ankunft seiner Lieblingsvögel und schmunzelt im Rückblick über das Beobachtete. „Das sah für mich aus wie Erleichterung“.

Open-Air-Fotoschau

Fotografien aus Schweden, Mecklenburg-Vorpommern, Armayans in Frankreich und von der Laguna de Gallocanta in Spanien hat Linde in seinem neu erschienenen Kalender „Kraniche 2014“ veröffentlicht, ergänzt durch Postkarten, Naturschilderungen, Gedichte und Geschichten über die „Vögel des Glücks“.

Einige der Motive schickte der Hobbyfotograf bereits auf Reisen: Bis Ende Januar sind Lindes Fotos in einer Open-Air-Fotoschau auf dem Zingster Postplatz zu sehen. Bei der Bearbeitung der großformatigen Bilder, die auf Aluminium gezogen wurden, unterstützte ihn der Roringer Jochen Herting.

Ende November zählt Linde zu den internationalen Fotografen, die ihre Arbeiten beim Festival Photo Animalière in Montier-en-Der präsentieren.

Der Kalender „Kraniche 2014“ von Carsten Linde ist im regionalen Buchhandel und in den Geschäftsstellen des Göttinger (Jüdenstraße) und Eichsfelder Tageblattes (Auf der Spiegelbrücke 11) erhältlich.

Er kostet 12,90 Euro. Tageblatt-Abonnenten können ihn  durch Abo+ mit einem Nachlass zum Preis von 9,70  Euro erwerben.