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Tageblatt tierisch Trend der Aquaristik ist das Energiesparen
Thema Specials Tageblatt tierisch Trend der Aquaristik ist das Energiesparen
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17:13 26.08.2013
Von Jürgen Gückel
Aquarien- und Terrarienausstellung im botanischen Garten: Aquaristischer Arbeitskreis Leinetal beobachtet Trend zum Energiesparen. Quelle: Vetter
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Göttingen

Damit verbunden dann aber doch ein Wechsel zu eher kleinen Zierfischarten und Mini-Garnelen. Der Nano-Trend aber, so hofft Reinhard Kotzan, Börsenwart des Aquaristischen Arbeitskreises Leinetal (AAL), der gerade seine Ausstellung im botanischen Garten beendet hat, sei hoffentlich bald vorbei.

Wer seine Zierfische liebt, der hält sie nicht in winzigen Becken. Unter 50, 60 Litern gehe für einen seriösen Aquarianer gar nichts, sagt auch Klaus Bornemann.

Die Beckengröße aber ist in Zeiten steigender Energiepreise das Problem. Wer große Diskus, oder Skalare in einem halben Kubikmeter Wasser bei 28 Grad und Licht für Pflanzen hält, der spürt das empfindlich bei der Stromrechnung.

Viele Fischfreunde stellen deshalb um, so war bei der Aquarienausstellung zu hören. Bei der Beleuchtung auf sparsamere LEDs, bei den Becken auf kühlere Temperaturen – und damit verbunden auch auf weniger wärmebedürftige Fische bis hin zu heimischen Kaltwasserarten.

Beleuchtungskosten halbieren

Die Einsparmöglichkeiten sind vielfältig, wenn auch unterschiedlich verteilt. Laut energiebüro.de verursacht die Beleuchtung rund 45 Prozent der Stromkosten, die Heizung in einem durchschnittlichen Aquarium etwa 36 Prozent, Filter und Pumpen zwölf und Zusatzgeräte wie CO2-Anlage oder Futterautomat bis zu sieben Prozent.

Bei der Umwälz- und Filtertechnik ist demnach das Sparpotenzial gering. Wer aber seine Beleuchtungskosten halbieren will, der stellt auf langlebige LED-Lampen um. Sie erzeugen bei etwa halb so hohem Energiebedarf wie eine Leuchtstoffröhre einen etwa gleich großen Lumen-Wert.

Die Lichtfarbe ist dabei allerdings Geschmacksache. Kaltweißes Licht ist wegen seines Blauanteils sicher besser für den Pflanzenwuchs. Warmweiß hingegen erscheint vielen Betrachtern angenehmer. Eine individuelle Kombination – auch etwa mit einigen rein blauen LEDs – ist möglich.

Heizenergie sparen

Ein weiterer Vorteil der LED gegenüber üblichen Aquarienlampen wie HQI oder HQL: Sie erzeugen weniger Wärme, können direkt über der Wasseroberfläche betrieben werden. Denn auch der Trend zu offenen Becken kehrt sich gerade um. Aquarien ohne Abdeckung verdunsten viel Wasser, geben damit viel Energie nach oben ab.

Wer also Heizenergie sparen will, der deckt sein Becken ab, dämmt es an den Seiten möglichst dick mit Polystyrol oder senkt die Heiztemperatur. Die meisten tropischen Fische leben in 22 bis 28 Grad Wassertemperatur.

28 Grad aber sind nur für die empfindlichsten Arten (etwa südamerikanische Buntbarsche)nötig. Wer ein gedämmtes Becken mit nur 24 Grad betreibt, kann schon fast die Hälfte der Heizenergie sparen – abhängig von der Umgebungstemperatur.

Der richtige Fisch

Und so werden weniger wärmebedürftige Arten immer beliebter: Kardinalfische, Messing, Pracht oder Brokatbarbe sowie die vielen Platy-Sorten, die wenig wärmer als Zimmertemperatur zu halten sind.

Ein farbenfrohes Beispiel ist der immer beliebtere und besonders bei der Paarung attraktive, weil bunt leuchtende Regenbogenshiner aus Nordamerikas Flüssen. Er freilich braucht Strömung, also eine zusätzliche Pumpe. Überhaupt kommen nordamerikanische Zierfische mehr und mehr in Mode: Darter, Sonnenbarsche, Diamantbarsch oder Katzenwelse.

Oder man steigt gleich auf heimische Arten um: Bitterling, Moderlieschen, Gründling, Elritze oder Kois und Goldfisch-Zuchtformen. Energie für die Heizung ist dann nicht nötig und mancher Aquarianer kehrt zurück, wo für ihn alles begann: Mit der ersten beobachteten Stichling-Paarung im Weckglas.