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Thema des Tages Hitzige Debatte mit DOSB-Chef Hörmann in Göttingen
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16:43 22.06.2018
Deutsche Meisterschaften Vorlauf Rücken: „Ohne einen gut aufgestellten Verband kommt ein Athlet nicht mehr in der Weltspitze an“, meint Alfons Hörmann. Quelle: imago/Camera 4
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„Potas“ polarisiert – noch immer. Das belegte die Talkrunde „Fritz im Dialog“ im Freizeit In am Donnerstagabend eindrucksvoll. Die Abkürzung steht für das Potenzialanalysesystem. Und das ist das Herz der nach wie vor heftig umstrittenen Spitzensportreform. Beschlossen hat diese der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und das Bundesinnenministerium (BMI), seit vergangenem Jahr wird sie umgesetzt. Am 22. Juli sollen nun die ersten Analysen zum Wintersport veröffentlicht werden.

Hochkarätiges Quartett

Sportausschuss-Mitglied Güntzler gelang es, für seine Diskussionsrunde ein hochkarätiges Quartett auf dem Podium zu versammeln. Allen voran Alfons Hörmann. Der Präsident des Deutsche Olympischen Sportbundes verteidigte die erarbeitete Reform mit ebenso viel Feuereifer wie Fachwissen. Dabei galt es für den 57-jährigen Allgäuer reichlich Kritik vom fachkundigen Publikum zu kontern. Über die Reform diskutierten mit Güntzler und Hörmann auf dem Podium Manuela Schmermund, Olympiasiegerin und stellvertretende Vorsitzende der Athletenkommission des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS), Petra Reußner, Vorsitzende der Bezirksgruppe Südniedersachsen/Göttingen der Deutschen Olympischen Gesellschaft (DOG), und Vera Wucherpfennig, Referatsleiterin des niedersächsischen Ministeriums für Inneres und Sport.

Auf dem Podium wurde Hörmann besonders von Schmermund ein ums andere Mal hart angegangen. Sie kritisierte in erster Linie das Verfahren. Zudem seien die Athleten wegen wenig Vorbereitungszeit in den Reformprozess nicht gut eingebunden gewesen. „,Potas‘ greift zudem in die Grundrechte von Menschen ein. Athleten müssen alles über sich offen legen. Das geht viel zu weit“, kritisierte Schmermund. Später verriet sie: „Ich weiß nicht, ob ich den Weg in den Spitzensport unter diesen Bedingungen noch einmal einschlagen würde.“

Unter Druck

Mit Fragen aus dem Publikum waren es nicht nur Sport-Experten wie Sportwissenschaftler Wolfgang Buss, Ex-DTB-Vizepräsident Rainer Beushausen oder Sportmediziner Stefan Holthusen, die das Fachwissen des DOSB-Präsidenten und dessen Druckresistenz energisch prüften. Besonders galt es für Hörmann, sich gegen die in Göttingen stark vertretene Fraktion der Kritiker aus dem Schwimmbereich über Wasser zu halten. Hier skizzierte Hörmann exemplarisch ein Verbandsstrukturproblem: „Die Bundestrainer haben hier keinen Durchgriff auf die Landesebene. So kann das doch nicht funktionieren. Aber ohne einen gut aufgestellten Verband kommt ein Athlet nicht mehr in der Weltspitze an.“

Slalom auf Buckelpiste

Der Ex-Präsident des deutschen Skiverbandes mag sich dabei vielleicht das ein oder andere Mal vorgekommen sein als gelte es, für ihn einen Slalomparcours zu bewältigen, der auf einer Buckelpiste gesetzt wurde. Doch auch die anderen Herausforderungen in Göttingen meisterte Hörmann zumeist souverän. Dabei machte Deutschlands oberster Sportfunktionär sich noch einmal dafür stark, dass der Sport mehr Geld zur Verfügung gestellt bekommen müsse. Es war der einzige Punkt des Abends, bei dem unter den gut 60 Zuhörern und dem Podium Einigkeit herrschte.

Der Göttinger CDU-Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler hatte eine Diskussion zum Thema Förderung im Spitzensport organisiert.

„Ich bin sehr zufrieden, es waren zahlreiche Experten unter den Zuhörern, deswegen war die Diskussion fachlich auf hohem Niveau“, resümierte Güntzler. Der Nikolausberger betonte, dass er „Potas“ für das richtige Instrument halte. „Der Fehler liegt darin, dass ,Potas‘ als Potenzialanalyse leicht in die Irre führen kann. Es ist für mich viel mehr eine Strukturanalyse. Und in unseren Sportstrukturen haben wir einiges aufzuarbeiten“, unterstrich Güntzler.

Von Mark Bambey

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