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Thema des Tages Darum boomt es in den Museen – auch im Raum Göttingen
Thema Specials Thema des Tages Darum boomt es in den Museen – auch im Raum Göttingen
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15:38 20.12.2018
Ein erfolgreiches Sonderprojekt im Städtischen Museum Göttingen:  „KLAPPE AUF! AUSSTELLUNG ZUR 68ER BEWEGUNG IN GÖTTINGEN“.
Ein erfolgreiches Sonderprojekt im Städtischen Museum Göttingen: „KLAPPE AUF! AUSSTELLUNG ZUR 68ER BEWEGUNG IN GÖTTINGEN“. Quelle: Peter Heller
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Göttingen

Einen Trend zu steigenden Besucherzahlen verzeichnen die Museen in Niedersachsen und Bremen. Der Museumsverband nennt als Grund für die positive Entwicklung vor allem die große Zahl wechselnder Ausstellungen. Gilt das auch für die Museen im Raum Göttingen?

Wenn ein Museum seine Attraktivität für Besucher behalten will in Zeiten, wo fast alles digital abzufragen ist, muss es besondere Angebote parat haben. Viele Museen haben in den vergangenen Jahren aufgerüstet, Räume saniert, über multimediale Darstellungen neue Inhaltsaspekte etabliert und ihre Themengebiete über zahlreiche Sonderausstellungen erweitert. Im Jahr 2017 gab es in Niedersachsen 827 Ausstellungen, in Bremen 82.

Mehr als 6,8 Millionen Besucher

Kosten und Mühen tragen anscheinend Früchte. Der Museumsverband Niedersachsen und Bremen hat für das Jahr 2017 eine leichte Steigerung der Besucherzahlen gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. Der Verband stützt sich auf eine Erhebung des Institutes für Museumsforschung in Berlin. Bundesweit habe es demnach 114,3 Millionen Besuche in den Museen und Ausstellungen gegeben. In Niedersachsen wurden 2017 mehr als 6,8 Millionen Besucher in insgesamt 510 Museen und Sammlungen gezählt. Für 2018 sei die Statistik noch nicht abgeschlossen, teilte Verbandssprecherin Karen Miether mit. „Es bleibt spannend, wie sich die Trends der steigenden Tourismuszahlen in Niedersachsen und Bremen, aber auch ein anhaltend warmer Sommer, in diesem Jahr ausgewirkt hat“, so Miether.

Neuer Anziehungspunkt im Harz: das Höhlenerlebniszentrum Iberg mit Tropfsteinhöhle. Quelle: (C)Guenter Jentsch

 

Dennoch zeigen sich auch die Museen im Landkreis Göttingen zufrieden mit den Entwicklungen. Über eine sehr gute Resonanz im Jahr 2018 freute sich die Museumsverwaltung des Städtischen Museums Göttingen bei der Sonderausstellung zur 68-er Bewegung. Dabei konnten dort wegen noch anhaltender Sanierungsarbeiten einige Räume nicht genutzt werden.

Zeichnungen in Duderstadt: „Alles ist Schön“

Auch im Duderstädter Heimatmuseum werden mit Sonderausstellungen zu verschiedenen Themen immer wieder neue Gäste angesprochen. Noch bis zum 30. Dezember 2018 sind dort unter dem Titel „Alles ist schön“ Zeichnungen und Skizzen des Künstlers Ulrich Hollmann zu sehen. „Wir konnten auch im warmen Sommer 2018 ein stabiles Niveau an Besucherzahlen halten“, freut sich der Duderstädter Kulturbeauftragte Horst Bonitz über eine gute Resonanz. Dabei bezieht er auch das historische Rathaus in Duderstadt und das Schützenmuseum mit ein.

Etwas verhaltener lief der Zustrom im Obernfelder Heimatmuseum. Es wird durch die Ehrenamtlichen des Fördervereins betrieben und kann daher nur an den Wochenenden oder nach Absprachen öffnen. „Die sogenannte Laufkundschaft gibt es bei uns eher selten. Dafür bieten wir jederzeit Führungen nach Absprache an, auch im Rahmen von Feiern und Veranstaltungen im benachbarten Museumskrug“, erklärt der Vorsitzende des Fördervereins Georg Kopp.

Außerschulischer Lernstandort

Das Grenzlandmuseum Eichsfeld zwischen Duderstadt und Teistungen erweitert seine Ausstellungen durch themenspezifische Fachvorträge und durch ein umfassendes pädagogisches Angebot zur politischen Bildung für jede Jahrgangsstufe und jede Schulform. Und auch das Museum Friedland orientiert sich als außerschulischer Lernstandort an den Leitideen für globales Lernen und nachhaltige Entwicklung. Praxisbezogene Einblicke in die Herkunft und Zubereitung unserer Nahrung bietet das Europäische Brotmuseum in Ebergötzen mit Brotbackaktionen für Kinder und Jugendliche.

Außerschulischer Lernstandort für viele Klassen und Jugendgruppen: Das Grenslandmuseum Teistungen. Quelle: CHH

Der PS Speicher in Einbeck hat sich in den vergangenen Jahren zum zweitgrößten Automuseum in Deutschland entwickelt und stellt zudem ein außergewöhnliches Ambiente für größere Events jeglicher Art zur Verfügung: Konzerte, Politikerbesuche, Trauungen und Partys finden hier statt.

Klassische Musik und Lesungen stehen im Mittelpunkt im Klostermuseum Walkenried. Und die multimediale Ausstattung im Museum an der Iberger Tropfsteinhöhle bei Bad Grund gestaltet 3000 Jahre alte Geschichte äußerst anschaulich.

Die Ideen der Präsentationen und die Nutzung der Räume in den Museen sind ebenso vielfältig wie die Themen, die in den Ausstellungen behandelt werden. Die Planungen für die Terminkalender im kommenden Jahr laufen bei den Museen des Verbandes Niedersachsen und Bremen auf Hochtouren.

Die Öffnungszeiten der Museen über Weihnachten und Silvester

Über die Feiertage und zum Jahreswechsel haben manche Museen geänderte Öffnungszeiten oder machen Winterpause. Einiges gibt es dennoch zu sehen.

Göttingen: Das Städtische Museum bleibt an Heiligabend, am ersten Weihnachtstag und an Neujahr geschlossen. Geöffnet ist vom 26. bis zum 30. Dezember jeweils von 11 bis 17 Uhr. Wegen Sanierungsarbeiten sind jedoch nicht alle Räume zugänglich.

Die Georg-August-Universität öffnet ihre Kunstsammlung und die Musikinstrumentensammlung am Sonntag, 4. Advent, von 10 bis 16 Uhr. Am Sonntag, 30. Dezember, bleiben die Sammlungen geschlossen.

Friedland: Das Museum Friedland ist an Heiligabend, den Weihnachtstagen, Silvester und Neujahr geschlossen. An den übrigen Tagen ist von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Duderstadt: Das Heimatmuseum hat an den beiden Wochenenden vor dem Jahreswechsel jeweils von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Gezeigt wird noch die Kunstausstellung von Ulrich Hollmann.

Das Schützenmuseum hat ab dem zweiten Weihnachtstag geöffnet (10 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr, das Rathaus ebenfalls ab dem zweiten Weihnachtstag (10 bis 16.30 Uhr).

Das Grenzlandmuseum Eichsfeld bleibt an Heiligabend, den beiden Weihnachtstagen, Silvester und Neujahr geschlossen. An den übrigen Tagen ist von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Obernfeld: Das Heimatmuseum ist regulär erst wieder am 6. Januar 2019 geöffnet oder nach Absprache.

Ebergötzen: Das Europäische Brotmuseum und die Wilhelm-Busch-Mühle machen bis Anfang März Winterpause.

Einbeck: Der PS.Speicher ist an Heiligabend und an Silvester geschlossen. An den beiden Weihnachtstagen, an Neujahr und an den übrigen Tagen ist von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

Herzberg: Das Museum Schloss Herzberg ist an Heiligabend und an Silvester und Neujahr geschlossen. An den übrigen Tagen ist von 11 bis 16 Uhr geöffnet.

Walkenried: Das Zisterzienser Kloster-Museum bietet in der Woche zwischen den Jahren abendliche Führungen bei Kerzenschein ab 17 Uhr außer Heiligabend, Neujahr. Beginn Freitag, 21. Dezember. Nur am Sonnabend, 22. Dezember, erklingen Weihnachtslieder im Kreuzgang um 18 Uhr. Am Sonnabend, 30. Dezember, gibt es schon um 15.30 Uhr eine Führung durch Kreuzgang und Kirchenruine. Die normalen Öffnungszeiten sind außerdem mittwochs bis sonntags von 10 bis 17 Uhr.

Bad Grund: Das Höhlen-Erlebniszentrum hat außer Montag (Heiligabend) – auch an den Weihnachtstagen – von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Von Claudia Nachtwey