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Thema des Tages Rasen, Rosen und Rabatte
Thema Specials Thema des Tages Rasen, Rosen und Rabatte
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00:17 12.03.2017
Von Britta Bielefeld
Jetzt ist es Zeit, Bäume, Sträucher und Stauden zu schneiden, den Boden vorzubereiten und frostfeste Frühlingsblumen zu pflanzen. Quelle: Markus Hartwig
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Göttingen

Helmut Buhmann ist Fachberater im Bezirksverband der Kleingärtner - allein in dem Verband sind mehr als 1900 Gärten aus dem Stadtgebiet und einigen Umlandorten organisiert. 112 davon zählen zum Edelweiß-Verein an der Königsallee, der in diesem Jahr 80 Jahre alt wird. Auch Buhmann hat dort seinen Garten.

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Sein Apfelbaum hat bereits Äste gelassen. "Das sieht ziemlich radikal aus, ist aber wichtig, damit der Baum eine schöne Form behält und gesund bleibt", sagt der Kleingärtner. Der Baum trägt drei Sorten Äpfel, Buhmann hat ihn "veredelt", das heißt, er hat zwei Äste anderer Apfelsorten aufgepfropft, die in einigen Jahren dann  Früchte tragen. Auch das Veredeln ist eine Arbeit, die im März ansteht.

Die Baumpflege hat Buhmann in diesen Tagen erledigt, jetzt ist sein Wein an der Reihe. "Das sind Muskattrauben", sagt er. Die Pflanze klettert an einem Spalier in die Höhe. Die alten, trockenen Triebe schneidet Buhmann ab, in einer ähnlichen Technik, die auch bei seien Rosen zum Einsatz kommt: nämlich "zwei, drei Augen hoch" bleiben stehen, der Rest der Äste wird herunter geschnitten. Auch Sommerflieder und verwelkte Hortensienentriebe werden jetzt ebenso geschnitten wie Heidepflanzen und Lavendel. Alte Blütentriebe können beim Lavendel bis auf kurze Stummel gekappt werden.

Helmut Buhmann

Buhlmanns Beete umfassen auch einen etwa 50 Quadratmeter großen Acker und drumherum Blumenrabatten. Der Acker ist noch braun und unbestellt, nur ein paar Erdbeeren, die der pensionierte Lokführer im Herbst gepflanzt hat, gucken aus der Scholle. "Mit der Gemüse-Saat warte ich bis zu den Eisheiligen", sagt der Profi. Nach einem jedes Jahr wechselnden und ausgeklügeltem System baut er Möhren, Bohnen, Zwiebeln, Kohl, Kartoffeln, Zucchini und viele andere Sorten an. Auch Peperoni. "Für mein Sauerkraut, das ich selber herstelle", sagt er.  Die Vorbereitungen, die jetzt für den Gemüseacker laufen, finden zu Hause statt. Buhmann zieht beispielsweise kleine Tomatenpflänzchen, die dann im Mai ausgepflanzt werden. Kompost als Düngung bringt der Kleingärtner erst kurz vor dem Pflanzen in den Boden, "etwa Ende April", sagt der Fachberater.

In seinen Blumenrabatten blühen zur Zeit die Schneeglöckchen und die Winterlinge. Tulpen und Narzissen sprießen bereits kräftig, blühen aber noch nicht. "Jetzt ist es an der Zeit, Primeln und Stiefmütterchen zu pflanzen, die vertragen auch mal Frost", sagt er. Für die Sommerblumen ist ein noch zu früh, auch die bringt Buhmann erst ins Freie, wenn die Frostgefahr gebannt ist. Seine Dahlien aber werden im heimischen Keller bereits vorgezogen. Der Mann plant nicht nur seine Fruchtfolge genau, auch der Urlaub ordnet sich dem Garten unter. "Wir fahren jetzt in den Urlaub", sagt er. Denn wenn erst die Pflanzsaison richtig anläuft, "dann bin ich jeden Tag im Garten", sagt er.

Was jetzt im Garten zu tun ist:

  • Stiefmütterchen und Primeln pflanzen
  • Rückschritt von Heidekräutern, Lavendel, Wein, Hortensien Sommerflieder
  • Boden auflockern
  • Dahlienknollen in Töpfen zum Austreiben bringen
  • Tomatenpflanzen vorziehen

Auch Diven müssen gestutzt werden

Sie duften, sie blühen in den schönsten Farben und sie haben spitze Dornen: Die Rose ist die Diva unter den Gartenblumen. Und Diven brauchen Aufmerksamkeit. Wenn der man sie ein wenig umhegt, dann  verführen sie im Sommer - wie im Rosenpark Reinhausen -  mit ihrer Schönheit jeden Gartenfreund. In Karin Schades Rosengarten blühen im Sommer die unterschiedlichen Sorten.

Sie gibt Tipps, was jetzt zu tun ist, damit die Rosen im Sommer besonders schön blühen. Im Reinhäuser Rosenpark wird bereits zurückgeschnitten. "Eigentlich ist es dazu aber noch etwas zu früh", sagt Schade. Zur Zeit bearbeitet sie nur die historischen Rosensorten, denn die seien winterfester als alle anderen Rosen. Für die anderen gilt: Wenn die Forsythien blühen, werden Rosen zurück geschnitten", so die Fachfrau. Ausnahme: die historischen Rosensorten. "Die werden gleich nach der Blüte im Sommer zurück geschnitten", sagt sie. Jetzt könne man tote Triebe entfernen.

Für den Schnitt moderner Rosen, Rambler und Kletterrosen sollte man warten, bis keine starke Frostgefahr mehr besteht. Beet- und Edelrosen werden dann "auf drei bis fünf Augen" zurückgeschnitten. Augen sind die Punkte, an denen die Knospen wachsen. Drei bis fünf Augen hoch über dem Boden werden die Triebe abgeschnitten. "Je mehr man schneidet, desto größer ist der Austrieb", sagt Schade.

Auch bei den Strauch- und Kletterrosen müsse man zur Zeit der Forsytienblüte jährlich den "Verjüngungsschnitt" anlegen, also die alten Triebe abschneiden.  Etwa "ein Drittel der Länge" der Triebe sollten von oben an entfernt werden. Die Form der Pflanze sollte dabei möglichst rund werden, damit auch die Zweige in der Mitte Sonne erhalten. Bei den Kletterrosen empfiehlt Schade, die Triebe "schräg" zu führen. Das heißt, sie sollten mit den Augen nach oben gebunden werden, damit die Knospen nach oben austreiben können.

Damit die Rosen noch prächtiger blühen kann man sie düngen, "am besten mit Kompost, den mögen sie besonders", sagt Schade. Wer dann noch die Erde vorsichtig auflockert hat alles getan, um die Diva zum Blühen zu bringen.

Vertikutieren und Düngen für ein sattes Grün

Rasen will gepflegt und gehegt werden. Einer, der sich mit Grünflächen auskennt, ist Gernot Clarenbach,  Gartentechniker und zuständig für die öffentlichen Vegetations- und Grünflächen der Stadtverwaltung Göttingen. "Momentan ist es noch etwas zu nass, um loszulegen", sagt der Fachmann.  Das Gras wachse aber bereits. Spätestens Anfang April aber kann die Pflege - und damit die erste Düngung des Jahres - des heimischen Rasens beginnen.

Die Möglichkeiten sind so vielfältig wie die Rasenmischungen.  Das so genannte Vertikutieren, das Auflockern des Rasens mit entsprechendem Gerät, solle man aber, wenn nötig, einige Tage vor der ersten Düngung erledigen. Prinzipiell gebe es zwei Arten von speziellem Rasendünger, mineralischen und organischen. Clarenbach benutzt für die städtischen Flächen meist mineralischen Dünger, zu Hause findet die organische Variante Verwendung. "Organischer Dünger ist auch für die anderen Pflanzenflächen, also für Gehölze und Stauden im Garten sehr geeignet", sagt er.

Der Einsatz von organischem Dünger habe sich zudem auch gegen Moos bewährt.  Wer also Ende März seinen Rasen vertikutiert kann anschließend gegebenenfalls auf kahlen Stellen Rasen nach säen und dann den organischen Dünger ausbringen. Eine zweite Düngung empfiehlt Clarenbach dann "nach Johanni", also zur Zeit der Sommer-Sonnenwende. Im organischen Dünger fehle allerdings "Kalimagnesia", der dann im Februar ausgebracht werden sollte. Wer dann noch fleißig mäht, sollte sich über ein gepflegtes Grün freuen dürfen.