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Thema des Tages Ehepaar Borchardt aus Nesselröden züchtet Agapanthus
Thema Specials Thema des Tages Ehepaar Borchardt aus Nesselröden züchtet Agapanthus
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13:15 29.07.2018
„Seit meiner Kindheit begeistern mich Blumen“: Monika Borchardt ist stolz auf die üppigen Blütenstände der Agapanthus in ihrem Vorgarten. Auch der Kustos im Botanischen Garten der Uni Göttingen ist beeindruckt. Quelle: Hartwig
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Nesselröden

„Jedes Aufblühen einer neuen Blüte macht glücklich“ – dieses überzeugte Statement ist im Vorgarten des Ehepaars Borchardt zu lesen. Die Borchardts wohnen in Nesselröden und sind stolz auf ihre Blumen. Unter ihnen befindet sich etwas ganz Besonderes, die Agapanthus, auch Liebespflanze genannt.

Liebespflanze – da fangen Monika und Johannes Borchardt an zu schmunzeln. Obwohl die wörtliche Übersetzung des botanischen Namens Agapanthus Liebespflanze lautet, habe dies nicht zur Begeisterung für die schmucke Blume beigetragen, sagt Monika Borchardt, und erzählt, wie das Faible für Blumen ihr Leben begleitet.

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Begeisterung von Anfang an

„Seit meiner Kindheit begeistern mich Blumen“. Als Älteste von acht Geschwistern aufgewachsen, hatte Monika Borchardt schon früh mit Gemüseanbau und Blumenzucht im eigenen Garten zu tun. „Meine Eltern haben ihre Leidenschaft gelebt und ich war immer dabei.“ Dort gab es beinahe alles, was Rang und Namen hat, wenn es um Blumenanbau geht: Von Rosen über Dahlien und Nelken bis hin zu Gladiolen, Astern und Löwenmäulchen – es war alles dabei, und das Hobby war geboren. „Johannes, mein Mann, liebt Blumen ebenso wie ich“, sagt sie und gibt zu, dass er derjenige sei, der sich die meiste Zeit um das gemeinsame Hobby kümmert.

In Österreich ins Herz geschlossen

Die Agapanthus sieht man nicht oft in den Vorgärten der Region. „Uns fiel die Schmucklilie, wie sie auch genannt wird, in Österreich auf. Dort ist sie als Zierblume sehr beliebt“, erinnert sich Monika Borchardt. Als Blume die nicht überall steht, sei sie perfekt für den eigenen Garten. Mit den Worten „Die müssen wir haben, das ist etwas für uns“ war ihr Mann schnell überzeugt.

Unsere Leser haben ihre dicksten Pflanzen und Früchte in Ihrem Garten für uns fotografiert.

Das Besondere an der Liebespflanze sei ihre große Blüte, beschreibt Johannes Borchardt. Einzeln eigne sie sich auch gut als Trockengesteck, sie sei dann wie ein Ball. Von der Agapanthus gibt es zwei Sorten. Die Winterharte – sie wird in der Erde im Garten belassen – und die Kübelpflanze. „Die Kübelpflanze, für die wir uns entschieden haben, holen wir zum Überwintern in den Wintergarten. Denn die Umgebungstemperatur darf für die Schmucklilie nicht unter fünf Grad sinken. „Nach der kalten Sophie, also den Eisheiligen, werden die Kübel wieder in unseren Vorgarten gestellt.

„Ein schöner Züchtungserfolg“

Der Vorgarten der Borchardts ist ein Blumenmeer. In den vier Kübeln die dort unter anderem stehen, haben sich prächtige Agapanthus entwickelt. Zwei Kübel mit weißen, zwei mit blauen Liebespflanzen. In einem der Behälter wachsen 19 von ihnen. „Das ist ein schöner Züchtungserfolg“, bestätigt der Kustos im Botanischen Garten der Universität Göttingen, Michael Schwerdtfeger. 19 Blütenstände seien bei einer Schmucklilie zwar noch keine Sensation, aber schon eine beachtliche Zahl. Die Pflanze sei in ihren unterschiedlichen Farbvarianten sehr fotogen, sagt Schwerdtfeger. Dabei sei die mit den weißen Blüten seltener. Vom Blumenbüro Holland ist die Agapanthus zur Terassenpflanze des Jahres gekürt worden. „Ich weiß zwar nicht, nach welchen Kriterien da gegangen wird“, fragt sich Schwerdtfeger. Aber verdient habe die Schmucklilie es schon.

Die Liebespflanze wird auch weiter eine große Rolle im Leben der Borchardts spielen. „Agapanthus in Rosé oder auch eine, die mit ihrer Grundfarbe Weiß leicht ins Bläuliche schimmert ...“ Johannes Borchardts Augen leuchten beim Gedanken an diese speziellen Züchtungen. Seine Frau hat er noch nicht ganz auf seiner Seite. Sie fragt sich wo der Platz herkommen soll, um die Masse an Schmucklilien über Winter ins Haus zu holen.

Tipps von Blumenliebhaberin Monika Borchardt

„Die Liebespflanze, wie die Agapanthus auch genannt wird, ist einfach zu halten. Einmal gepflanzt, bleiben die Blumenzwiebeln in ihren Kübeln. Aus ihnen entwickelt sich jeweils ein Stengel mit einer Blüte an der Spitze. Die hochgewachsene Blume hat keinen großen Anspruch. Die Liebespflanze, die von Juni bis in den Herbst hinein blüht, mag Halbschatten genauso wie einen sonnigen Standort. Wichtig ist, sie jeden Tag mit Gefühl zu gießen, bis sich Wasser im Untersetzer bildet. Auch sollte sie wöchentlich gedüngt werden. Und dann muss man Geduld haben und abwarten.“

Marga Masendorf hat eine knapp zwei Meter hohe Fuchsie in ihrem Garten.    Quelle: Debbeler, Melina

Marga Masendorf züchtet zwei Meter größere Fuchsie in Osterode

Riesige Kartoffeln, überdimensionale Kürbisse, die größte Zucchini: Verschiedene Gewächse außergewöhnlicher Größe sind – insbesondere in den Sommermonaten – keine Seltenheit mehr. Was im Garten von Marga Masendorf inmitten der Osteroder Innenstadt wächst, sieht man allerdings wirklich nicht alle Tage.

Eine fast zwei mal zwei Meter große Fuchsie ziert das Blumenbeet der 79-Jährigen. Welches Ausmaß des farbenfrohen Nachtkerzengewächs einmal erreichen sollte, war der Osteroderin vor drei Jahren, als sie die Balkonpflanze kaufte, nicht bewusst. „Ich habe sie mir in einem ganz normalen kleinen Topf auf dem Markt gekauft, nicht größer als jede andere“, erinnert sich Masendorf.

Schon kurz darauf, im Sommer, hatte ihre Fuchsie einen „etwas größeren“ Umfang erreicht, weshalb sie die Myrtenartige zum Herbst hin nicht entsorgte, sondern zum Überwintern in ihrem Schuppen einlagerte. Schon im Frühjahr darauf grub Marga Masendorf ein Loch und verschaffte ihrer Fuchsie während der sonnigen Monate einen Stammplatz in ihrem Blumenbeet.

Damit sie nicht erfriert, gräbt Masendorf ihre Pflanze aber jeweils im Herbst wieder aus, um sie in ihrem Schuppen überwintern zu lassen. Das „Löcherbuddeln“ sei auch die größte Arbeit, die sie in ihre Fuchsie investiere. Aber sie gibt zu: „Wenn Hagel vorhergesagt wird, stelle ich auch schon mal einen Sonnenschirm darüber.“

Die Fuchsie im Herbst wieder auszugraben und geschützt überwintern zu lassen, scheint aufgrund der Größe in diesem Jahr aber schwer umsetzbar. „Ich befürchte, dass sie dieses Jahr wohl draußenbleiben muss“, sagt die Osteroderin. Ob die Fuchsie das übersteht, weiß sie nicht.

Von Markus Hartwig

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