Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Thema des Tages Fünf Fragen, die die fünf Denkmalkunst-Städte bewegen
Thema Specials Thema des Tages Fünf Fragen, die die fünf Denkmalkunst-Städte bewegen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:36 06.02.2017
Von Nadine Eckermann
Kunst hinter Mauern, hinter die man sonst nicht blicken kann und Türen, die sich nicht für jeden öffnen steht im Herbst in fünf Städten auf dem Programm. Quelle: Hinzmann
Anzeige

Täglich von 11 bis 18 Uhr sollen dann alte Orte mit neuen Ideen gefüllt werden. Doch die Idee ist nicht, ein fertiges Festival zu liefern, sagen die Organisatoren: In jeder Stadt werden zahlreiche Mitstreiter gesucht, die das Festival mitplanen, begleiten und unterstützen. „Wir liefern die Idee. Den Denkmalkunst-Gedanken müssen die Bürger für ihre Stadt individuell umsetzen“, erklärt Intendant Bernhard Kühne. Mit dem „Denkmalkunst-Gedanken“ meint er die 2007 entstandene Idee, leerstehende Gebäude in der Innenstadt Hann. Mündens mit auffälligen Aktionen in den Mittelpunkt zu rücken. Die Häuser sollten Aufmerksamkeit erfahren, um Liebhaber für sie zu finden, um sie damit vor dem Verfall zu bewahren. „Die Künstler schufen einen emotionalen Zugang zum Fachwerk“, erinnert sich Veranstalter Bernd Demandt. Das Konzept ging auf, die Denkmäler fanden Käufer. Mit der Gründung des Fachwerk-Fünfecks erlebt das Festival jetzt eine neue Dimension: Fünf Städte, neun Tage, 80 Denkmäler, 250 Events, 300 Künstler – So soll das Festival, in Zahlen ausgedrückt, aussehen. Entsprechend hohen Aufwand erfordern die Vorbereitungen, entsprechend viele Mitstreiter werden gesucht. Dabei geht es, wie auf den ersten Blick zu vermuten wäre, längst nicht nur um Hausbesitzer und Künstler, die zusammengebracht werden müssen. Auch Sponsoren und Helfer für verschiedene Aufgaben werden benötigt.

Ich bin Eigentümer eines Fachwerkhauses, das leer- oder zum Verkauf steht...

Derzeit läuft die Suche nach Veranstaltungsorten für das „Denkmal!Kunst – Kunst! Denkmal“-Festival. Unter anderem haben die Veranstalter Stadtrundgänge initiiert, bei denen sie ihr Augenmerk auf die Gebäude gelegt haben, die üblicherweise nicht im Fokus von Stadtführungen und Touristengruppen stehen: Sie haben Leerstände gesucht. Gebäude, die dem Verfall preisgegeben sind, Fachwerk-Schätze, die gehoben werden können, wie die Denkmal-Liebhaber meinen. Zugleich sind sie darauf angewiesen, Tipps aus der Bevölkerung zu erhalten, idealerweise mit Hinweis auf die jeweiligen Eigentümer der Gebäude. Ziel des neuntägigen Festivals sei es, den Blick durch die Kunst auf das zu lenken, was sonst unter Umständen als „Schandfleck“ betrachtet wird. Zugleich sollen Gebäude zugänglich gemacht werden, die im Inneren etwas zu bieten haben, das üblicherweise nicht zu sehen ist. „Wenn wir aufgrund des Festivals nur einen Käufer für ein Haus gefunden haben, war es ein Erfolg“, sagt Veranstalter Bernd Demandt. Auch Denkmäler, die zu den Sehenswürdigkeiten der beteiligten Städte gehören, sollen den Besuchern offen stehen. „Durch die Kunst sollen sie von einer neuen, unbekannten Seite gezeigt werden“, so Demandt.

Anzeige

Ich bin Künstler und möchte mich beteiligen...

Infos

Informationen rund um das Festival gibt es auf festival-dkkd.de.

Maler, Fotografen, Bildhauer, Schauspieler, Autoren, Kabarettisten, Sänger, Tänzer, Instrumentalisten – die Liste ließe sich fortsetzen. Um ein möglichst abwechslungsreiches Programm auf die Beine zu stellen, sind viele kreative Ausdrucksformen gefragt. Eine Jury trifft die Auswahl, welche bildenden Künstler sich beteiligen, erklärt Demandt. Dabei werde darauf geachtet, dass der Künstler eigene Ideen mit sicherer Technik verarbeite und eine eigene Handschrift umsetze. Ausstellungserfahrung sei hilfreich, um die professionelle Zusammenarbeit zu ermöglichen, der Künstler sollte zudem mindestens zwei Jahre in seinem Metier unterwegs sein. Natürlich müsse jeder Künstler bereit sein, in einem leerstehenden Gebäude auszustellen - und nicht in einer hochglänzenden Galerie mit Luftfeuchtigkeitsrekgulierung und perfektem Licht. Die Identifikation mit dem Gesamtkonzept wird ebenso vorausgesetzt wie die Bereitschaft, nicht in der Heimatstadt auszustellen. „Wir verstehen die Künstler als Botschafter ihrer Stadt“, erläutert Kühne den Hintergrund. Sie sollten möglichst dort zu sehen sein, wo man sie noch nicht kenne. Wer aber im Heimatort bleiben wolle, der hat die Möglichkeit, sich einer Gemeinschaftsschau anzuschließen. Dort würden die Maßstäbe zudem nicht so hoch angelegt wie im Falle der Einzelausstellungen, so die Veranstalter.

Ich möchte eine Veranstaltung präsentieren...

Die Finanzierung des Festivals selbst wird über das Organisationsteam zentral gesteuert. Damit aber auch das Abendprogramm gestaltet werden kann, sind Sponsoren nötig. Denn das Konzept sieht vor, dass pro Tag und Stadt sechs bis acht Veranstaltungen parallel laufen sollen, damit die Gäste der Stadt auch nach den Besuchen in den Denkmälern gute Unterhaltung erleben. Rund 250 Veranstaltungen sollen zusammenkommen, indem Sponsoren sagen: Ich unterstütze das Festival, indem ich eine Band, einen Kabarettisten oder eine Theatergruppe für das Rahmenprogramm bezahle. Auch für diese Art von Veranstaltung dürfen die Orte ungewöhnliche sein, sie sind aber nicht an die Denkmäler gekoppelt. Wichtig sei nur, so Demandt. dass sie fußläufig erreichbar seien. Bands und Sponsoren können direkten Kontakt aufnehmen und sich bei den Organisatoren melden, am Sponsoring Interessierte können sich aber auch an das Festival-Team wenden, um einen passenden Künstler zu finden.

Ich möchte mich als Helfer anbieten...

Vom Kuchenbacken bis zur Bändchenkontrolle, von der Sicherheitsüberwachung bis zum Denkmalfegen: Für Helfer dürfte es während des Festivals allerhand zu tun geben. Die Logistik muss an allen fünf Orten stimmen, Vorbereitungen für Notfälle müssen getroffen werden, die Denkmäler brauchen eine Grundreinigung, damit Kunstwerke nicht beschädigt werden und Gäste sich wohlfühlen. Für all diese Dinge suchen die Festival-Organisatoren Helfer. „Bestehende Systeme vor Ort erleichtern die Sache sehr“, erklärt Kühne und spielt damit auf Feuerwehren, Technisches Hilfswerk, Johanniter oder Deutsches Rotes Kreuz für die Sicherheit und den Rettungsdienst an. Aber auch Organisationen wie die Landfrauen könnten sich gern einbringen, beispielsweise in der Catering-Küche. Wer ein freies Bett zur Verfügung stellen möchte, um eventuell einem Künstler einen Schlafplatz zu bieten, möge sich ebenfalls melden. Auch gebe es zahlreiche Aufgaben an den einzelnen Veranstaltungsorten, so Demandt. Die Gäste müssen über die Gebäude informiert werden, aber auch über die Kunstwerke. Falls jemand von außerhalb den Weg nicht finde, müsse es Helfer geben, die eine Wegbeschreibung liefern können oder eine Restaurantempfehlung – eben Menschen, die ihren Ort kennen und repräsentieren wollen.

Ich möchte Gast sein...

Der Vorverkauf für das Festival hat bereits begonnen. Es gibt eine Rabattstaffelung, so dass sich ein frühes Zugreifen lohnt, wenn die Teilnahme feststeht. Kinder und Jugendliche in Begleitung Erwachsener zahlen keinen Eintritt. Dies gilt bis zu einem Alter von 14 Jahren. Außer Dauerkarten für das gesamte Festival gibt es Tageskarten. Sie können online bestellt oder in einer der Vorverkaufsstellen gekauft werden. Tickets gibt es bei Volksbanken beziehungsweise VR-Banken (das Bankhaus ist Premiumsponsor) in Hann. Münden, Landwehrhagen, Dransfeld, Dassel, Einbeck, Northeim, Duderstadt, Osterode, Northeim, Göttingen, Hedemünden, Bovenden und Nörten-Hardenberg. Außerdem sind sie in den Tourist-Infos erhältlich. Derzeit wird geprüft, ob ein Shuttleservice zwischen den Denkmalkunst-Städten eingerichtet werden kann oder ob sich im Falle geringerer Entfernungen Radtouren zur Denkmalkunst anbieten. Weitere Informationen beispielsweise zu Übernachtungen in den Festival-Orten erteilen die Gästeinformationen.