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Thema des Tages CDs, DVDs, Tickets und jede Menge Bücher
Thema Specials Thema des Tages CDs, DVDs, Tickets und jede Menge Bücher
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08:35 16.12.2017
„Frösche zum Verlieben“ - Geschenktipp von Uli Stein.   Quelle: r/Steinfurth
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Göttingen

 Ausdrücklich erlaubt waren auch Hinweise auf eigene Werke. Wer schon jeden Tag seine kreative Arbeit zu Markte tragen muss, soll sie nicht noch verstecken müssen. Zusammengekommen ist eine höchst bunte Mischung.

Statt Socken gibt es bei Otto Waalkes sein „Holdrio-Set“. Quelle: r

Otto Waalkes, Jahrgang 48, steht seit mehr als 50 Jahren auf der Bühne. Zuerst war er Musiker, dann Komiker, dann Ottifanten-Vater, dann Schauspieler, dann Synchronsprecher, dann Maler - und heute ist er alles zusammen. Sein Tipp zum Weihnachtsfest: „Ich schenke in diesem Jahr statt Socken mein Holdrio-Set – das besteht aus meinem aktuellen Live-Bühnenprogramm ,Holdrio again’ und dem offiziellen Tour-Shirt. Auf der DVD kann man sich alle Scherze und Lieder noch mal anhören, die man live im Saal nicht verstanden hat, weil der Nebenmann zu laut geschnarcht hat. Und wer das Programm noch gar nicht kennt, braucht die DVD ja sowieso. Das T-Shirt-Motiv hab ich selbst entworfen, ein schönes Blau mit meinem Gesicht drauf – daneben sieht eures besonders hübsch aus. Und das Shirt kommt auch garantiert nie aus der Mode – weil es nie in Mode war! Holdrio und frohe Weihnachten – euer Otto.“

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Volker Schuster empfiehlt seine beiden CDs „Pain“ und „Meerkat“. Quelle: r

Auch der Göttinger Gitarrist Volker Schuster weist auf eigene Werke hin und empfiehlt seine beiden CDs „Pain“ und „Meerkat“. Er erklärt: „,Train to Göttingen’ ist einer von 15 Titeln der CD ,Meerkat’, die von der Sehnsucht nach Liebe, Freundschaft, Harmonie und Verlässlichkeit handeln. Gerade zum Fest der Liebe, an dem wir uns alle besonders danach sehnen, zeigt man mit diesem Geschenk der/dem Beschenkten, wie sehr einem an ihrer/seiner Liebe, Freundschaft und Verlässlichkeit gelegen ist. Alle Lieder wurden mit liebevoll gezeichneten Bildern in dem 20seitigen Booklet illustriert. Und ,Pain’ würde ich alleine schon deshalb verschenken, weil auf ihr der weltweit einzige Blues (,Eddiebear’s Blues’) enthalten ist, der für ein Meerschweinchen geschrieben wurde. Eddiebear ist sogar mit einem Foto im 36-seitigen Bocklet verewigt, das von dem Göttinger Christian Reinhard stammt. Er hat zu jedem der 15 Lieder eine Doppelseite mit wunderbaren Fotografien gestaltet. ,Pain’ und ,Meerkat’ sind im Grunde jeweils zwei Kunstwerke in einem: die Musik und die Bilder. Letztlich empfehle ich aber grundsätzlich, das Schaffen Göttinger Künstler zu verschenken, aber auch selber wahrzunehmen, um die künstlerische Kreativität, die Göttingen zu bieten hat, zu unterstützen und am Leben zu erhalten. Frohe Weihnachten.“

Eine Buchempfehlung gibt es auch vom Hamburger Autor und zweifachen Träger des Wilhelm-Busch-Preises, Christian Maintz: „Ich empfehle die kürzlich in handlichem Kleinformat erschienene Gesamtausgabe der wunderbaren, abenteuerlichen, virtuosen, überraschenden und nicht zuletzt hochkomischen Gedichte von Ror Wolf; enthält sämtliche Waldmann-Moritaten sowie die legendären Fußball-Sonette (Ror Wolf: Die Gedichte. Schöffling. 25,- €). Für Freunde komischer Lyrik empfehle ich außerdem gerne auch meinen eigenen aktuellen Gedichtband ,Liebe in Lokalen’, erschienen im Kunstmann-Verlag.“

Uli Stein rät zu einem Kalender mit Fröschen. Quelle: r

Zu einem außergewöhnlichen Kalender rät der Cartoonist und Fotograf Uli Stein: „Ein Kalender bereitet ein ganzes Jahr lang Freude und manchmal auch länger. Wer Tierfreunde damit beschenken möchte, aber mal etwas anderes sucht als Kätzchen, Hundewelpen oder Ponys, wird hier fündig: ,Frösche zum Verlieben’, fotografiert von Kathrin Gawlik, ein Kalender aus der exklusiven Calvendo Gold-Edition. Außergewöhnliche und faszinierende Nahaufnahmen von zauberhaften Fröschen in ihrer natürlichen Umgebung, aufgenommen an einem kleinen Gartenteich. Mit der Kamera beobachtet beim Schwimmen, Essen und Chillen und auf einen Kuss wartend. Erschienen im Verlag Calvendo. Zu beziehen über buch.de, buchhandel.de, weltbild.de und andere.“

Heinrich von Hannover verschenkt gern die Biografie „d’Artagnan“. Quelle: r

Aus dem eigenen MatrixMedia-Verlag kommt der Buchtitel, den Heinrich von Hannover nennt: „Vor etwa drei Jahren stand auf dem Programm der Gandersheimer Festspiele ,d’Artagnan’. Aus diesem Anlass erschien in meinem Verlag die erste in Deutsch verfasste Biografie über den vierten Musketier. Nur wenige wissen heute, dass der legendäre Held tatsächlich gelebt hat. Charles de Batz de Castelmore Graf d’Artagnan war ein hoch geachteter Offizier und ein enger Vertrauter des französischen Königs Ludwig XIV. Die Autorin Ria Wegner aus Kassel hat die Lebensgeschichte des Grafen d’Artagnan erforscht und ein spannendes, gut lesbares Buch über den vierten Musketier geschrieben. Ich empfehle diese Biografie jedem, der sich ein wenig mit der Geschichte Frankreichs im 17. Jahrhundert befassen möchte. Das Büchlein macht sich hervorragend als Weihnachtsgeschenk.“

Bernd Gieseking ist ein Tausendsassa und eigentlich immer unterwegs. Exzellenter Satiriker, brillanter Autor, zum Niedernknien charmanter Moderator und fantastischer Bühnenkünstler. Und weil er für viele Mitmenschen ein großes Herz hat, besonders aber für Kollegen aus dem Kulturbetrieb, fallen seine Geschenktipps auch ausführlich aus: „Theater- und an der Welt Interessierte sollten unbedingt eine Karte, also natürlich zwei, damit man zusammen hinfährt und alles noch mal gemeinsam Revue passieren lassen kann, geschenkt bekommen für home.run von und mit Hartmut El Kurdi am Schauspiel Hannover, eine Geschichte von Heimat und Herkunft, von Internationalität im tiefsten Nordhessen, aufgeführt in der niedersächsischen Landeshauptstadt, mit faszinierender Musik, Super -8-Filmen, Dias und tollen Einblicken in ein mittlerweile schon normales vielstaatliches und vielwurzeliges Her und Hin. Nicht nur für Freunde Finnlands (100 Jahre!) und der gepflegten Melancholie mit einem großen Schuss Märchen: die DVDs ,Der schönste Tag im Leben des Olli Mäki’.“

„Der schönste Tag im Leben des Olli Mäki“ empfiehlt Bernd Gieseking. von Bernd Gieseking. Quelle: r/ Lorenz

Gibt’s auch Buchempfehlungen? Klar: „Eine komplette Finnland-Umrundung als Kulturführer: „Das kuriose Finnland Buch“, von mir. Als Einstieg auch „Finne dich selbst!“, auch von mir. Für ältere Eltern und ältere Kinder: „Früher hab ich nur mein Motorrad gepflegt“, eine leichte Beschreibung des schweren Themas „Älter werden“, ein Buch kurz vor der Pflegestufe, aber schon mit ersten Verlusten, also eigentlich DAS Weihnachtsgeschenk, Rührung und Witz, Ilse und Hermann, Ostwestfalen mit ein wenig Plattdeutsch und ein Sohn von Ende 50, der immer noch nichts richtig macht. Für alle: Harry Rowohlt, ,Und tschüß. Nicht weggeschmissene Briefe III’. Für Kinder zum Lesen, Vorlesen, Blättern und Entdecken, ein ganzes Buch voller Geschichten Gedichte und Illustrationen: ,Das große Buch der Wünsche’, ab 5 bis 95 und ,Seemannsgarn’, ab 7 bis 97, beide ebenfalls von mir. Klassiker: Robert Gernhardt, Gesammelte Gedichte. Neu: F.W. Bernstein, Frische Gedichte.“ Außerdem rät Gieseking zum Verschenken der Fury in the Slaughterhouse-CD „Little Big World“, zur Beatstaeks-Scheibe „Yours“ und zu „Bop & Destroy“ von „Mental „Shakedown. Darüber hinaus legt der Ostwestfale den Besuch der Ausstellungen „Beste Bilder 2017“ in der Caricatura Kassel und der Robert-Gernhardt-Schau im Caricatura-Museum in Frankfurt ans Herz. Zum Schluss noch Hörbuchtipps: „Harry Rowohlt Abschweifungen in Frankfurt und Kassel“, nomma zu hören in all seiner Herrlichkeit. Jochen Malmsheimer, „Dogensuppe Herzogin. Ein Austopf mit Einlage“. Seit Harry tot ist, die einzige schönste Stimme und Spreche Deutschlands, die wahre „Voice of Germany“, (vorher eine von zwei).

 

WP Fahrenberg rät zu Peter Tuma „Die Satiren und Humoresken“. Quelle: r/Wenzel

WP Fahrenberg, Kunsthistoriker, Journalist, Ausstellungsmacher, Kurator, Elch-Preis-Ersinner, Herausgeber undundund, rät zu Peter Tuma, „Die Satiren und Humoresken“: „In diesem Jahr habe ich es einfach, die affinen Gabentische mit einem exqusiten Schmeckerwöhlerchen der künstlerischen Art auszustatten. Obendrein stammt dieses nämlich sozusagen aus der eigenen Produktion (beziehungsweise der des Göttinger Verlags der Kunst) und präsentiert in voluminöser Buchform neue Arbeiten der Künstlerlegende Peter Tuma – den viele, besonders auch Göttinger Apex- oder Künstlerhaus-Besucher, als bedeutenden Vertreter der „Neuen Landschaft“, als Documenta-Teilnehmer und internationales Aushängeschild der 70er-bis 90er-Jahre kennen dürften. Die Zusammenarbeit mit dem blitzgescheiten und springlebendigen fast Achtzigjährigen war pure Freude. Und das merkt man, denke ich, seinem neuen Buch mit „Satiren & Humoresken“ auch auf jeder Seite an... Dabei ist Tuma Lichtjahre vom bloßen Späßchenmachen entfernt; hintergründig und frech analysiert er zum Beispiel steinzeitliche Lebensgewohnheiten, erforscht das Privatleben des Philosophen Lichtenberg, neuinterpretiert Kafka und Beckett, klärt die Unterschiede zwischen „kleinen“ und „großen“ Kulturschaffenden, kalauert auch gern mal mit Aposteln, Bayern, Japanern, Politikern und anderen Pflegestuflern; all das keineswegs mit der abgelutschten „spitzen“, sondern vielmehr mit der ganz feinen Feder und dem derben Pinsel : ein ,Denk- und Schmunzel-Buch’ der dauerhaften Art ist so entstanden. Da die von mir zu Beschenkenden durchweg intelligente und weitblickende Zeitgenossen sind, werden sie sehr viel Vergnügen an diesem Band haben...“ Erhältlich ist der Tuma-Band im einschlägigen Fachhandel sowie unter www.gvdkunst.de.

Ein ebensolches Multitalent wie Bernd Gieseking ist Hartmut El Kurdi: Schriftsteller, Kolumnist, Kinderbuchautor, Theaterregisseur und Schauspieler. Er hat gleich eine ganze Reihe von Hinweisen auf Lager, was als Kulturgeschenk wohl ankommen könnte: „Bücher: Wer Freunde oder Verwandte hat, die spannende skandinavische Thriller mögen, sollte unbedingt die Trilogie von Freda Wolff verschenken: ,Schwesterlein muss sterben’, ,Töte ihn, dann darf sie leben’ und das frisch erschienene ,Nichts ist kälter als der Tod’ – alle im Aufbau-Verlag. Obwohl die Geschichten in Norwegen spielen, steckt hinter dem Pseudonym ,Freda Wolff’ das Hannoversche Autorenpaar Wolfram Hänel und Ulrike Gerold. Unbedingt verschenken sollte man den Roman ,Abschlussball’ von Jess Jochimsen, einen tragikomischen Roman um einen Beerdigungstrompeter (dtv).

Und: ,Früher hab ich nur mein Motorrad gepflegt’ von Bernd Gieseking, der mit viel Herz und trockenem ostwestfälischen Humor davon erzählt, was passiert, wenn die Eltern alt werden. In eigener Sache: ,Ein Dings namens Schröder’ (Tulipan-Verlag, für Kinder ab 7) hat alle Zutaten für ein modernes, ebenso komisches wie anrührendes Weihnachtsmärchen: Massig Schnee, einen Last-Minute-Weihnachtsbaum, sich zankende Eltern, ein pfiffiges Mädchen, einen Motoroller fahrenden Weihnachtsengel mit Gedächtnisverlust, einen allerbesten Kumpel, Fußball, Azteken - und die große Versöhnung. CDs: Danny Dziuk: ,Wer auch immer, was auch immer, wo auch immer’ – Deutschlands bester Songwriter hat endlich mal wieder ein Album gemacht. ,Wüste Lieder’, das neue Album meiner semi-ironischen Country-Band The Twang – erschienen bei „Countryfied Records“. Deutsche Klassiker von Ton Steine Scherben bis Udo Jürgens, von Marius Müller-Westernhagen bis Fettes Brot in coolem Country-Tex-Mex-Mariachi-Sound. Sehr komisch, sehr cool. Als Gäste mit dabei: Bela B von ,Die Ärzte’ und Jon Fleming Olsen von ‚Texas Lightning’. Und ich spiele als ,Reverend Al Twang’ Gitarre und Banjo ... . Eintrittskarten: Im nächsten Jahr gibt es neue Programme von Fatih Cevikkollu (;Fatih Morgana’) und Fritz Eckenga (,Nehmen Sie das bitte persönlich!’). Wenn die beiden so gut wie sonst sind, würde ich an Ihrer Stelle hingehen. Schauspiel Hannover: „Home.Run - Eine grenzverletzende Familiensaga“. In diesem Stück erzähle ich die Migrationsgeschichte meiner weitverzweigten Familie. Was man eben so erzählen hat, wenn man ein kurdisch-tscherkessischer halbjordanischer Nordhesse mit Wohnsitz in Niedersachsen ist. Ein ernstes Thema als unterhaltsamer, selbstironischer Theatermonolog mit vielen Dias und Musik...“

 

Till Burgwächter empfiehlt sein Buch „Die Wahrheit über S.E.X.“. Quelle: r

Till Burgwächter ist Schriftsteller, Journalist, Satiriker und Chronist des Heavy Metal. Wer die „Wahrheit über Wacken“ wissen will, landet immer bei Burgwächter. Burgwächter empfiehlt sein Buch „Die Wahrheit über S.E.X.“, „weil Weihnachten das Fest der (körperlichen) Liebe ist“.

Noch ein Til. Der Cartoonist Til Mette hat einen besonderen Geschenktipp: „Anne Vagt, Zeichnerin aus Hamburg, die wunderbar-komische 4-teilige Bildergeschichtenkunstdrucke macht. Die Drucke haben limitierte Auflage und sind signiert.“ Zu beziehen sind die Kunstdrucke, die auf wenige Exemplare limitiert sind und das Format 46 mal 62 Zentimeter haben, unter www.annevagt.com.

Für nahezu jeden Geschmack, jede Vorliebe und Geldbeutel hat Tobias Wolff, Intendant der Internationalen Händel-Festspiele Göttingen, Vorschläge vorbereitet: „Ausstellung: Wochenend-Trip: London ist immer eine Reise wert. Im Handel & Hendrix Museum trifft Cembalo auf E-Gitarre. Der Rockstar und der Barock-Komponist wohnten nämlich quasi Tür an Tür. Museum: Die kostbarste Spezialsammlung für frühe italienische Tafelbilder weltweit, und doch noch ein Geheimtipp: das Lindenau-Museum in Altenburg. Wenn das Museum seine Schätze an die großen Museen dieser Welt ausleiht, stehen die Menschen stundenlang Schlange. Im bezaubernden Museum am Schlosspark haben Sie den Boticelli manchmal ganz für sich allein. Etwas näher: Die Reformations-Ausstellung im Städtischen Museum Göttingen ist ebenfalls sehr empfehlenswert!

Tobias Wolff hat Vorschläge für nahezu jeden Geschmack. Quelle: r/Heise

CDs: In der Edition der Internationalen Händel-Festspiele Göttingen findet man von pompösen Chorklängen bei den Krönungshymnen bis zu virtuosen Orchesterklängen der Wassermusik eine CD zu allen Anlässen. Auch für weniger geliebte Menschen sind Sujets vorhanden: Sie suchen ein Geschenk für Ihre intrigante Schwiegermutter? Agrippina ist DAS Geschenk mit der passenden Botschaft im Subtext! Opa Herbert macht wieder anzüglich Witze? Im Oratorium Susanna werden die alten Lüstlinge vor Gericht gestellt. Scherz beiseite: Die Livemitschnitte der Festspielopern, -oratorien und -konzerte bieten exzellente Musik und bringen das Festspielgefühl nach Hause. Großartige Ensemblemusik bieten übrigens auch die CD-Produktionen unserer eeemerging-Ensembles – die neueste CD mit Suchtgefahr ist ,Assassini, Assassinatii’ von Repicco.

Theater: Das Deutsche Theater Göttingen ist ein Juwel unserer Region. Ein Haus, in dem großartige SchauspielerInnen und renommierte Regisseure auf handwerklich höchstem Niveau gute Geschichte erzählen. Musiktheater-Fans fiebern natürlich jetzt schon der Produktion ,Tosca’ entgegen in dem der von mir sehr bewunderte Regisseur und Choreograf Joachim Schloemer Regie führt.

Oper: Wer bis zu den Händel-Festspielen im Mai nicht warten möchte oder nicht ,nur’ einen Gutschein verschenken will, kann auch anderswo auf seine Kosten kommen. In Hildesheim haben die Barock-Spezialisten Sigrid T’Hooft und Stephan Dietrich (Imeneo 2016) gerade Telemanns ,Orpheus oder die wunderbare Beständigkeit der Liebe’ auf die Bühne gebracht. ,Andrea Chénier’ erweckt am Staatstheater Kassel mit großartigen Stimmen und einer üppig-sinnlichen Ausstattung die Französische Revolution zum Leben. ,La Traviata’ an der Staatsoper Hannover ist bereits eine Legende, die Zusatzvorstellungen sind sicher schnell ausverkauft. Lohnenswert ist aber auch ,Der Junge Lord’ – zeitgenössisches Musiktheater mit hohem Unterhaltungsfaktor! Ich habe mir vorgenommen, dieses Jahr mal die Kino-Übertragungen der Metropolitan Opera New York im Cinemaxx auszuprobieren.

Bücher: Immer wieder empfehlenswert: ,Am Ende bleiben die Zedern’ von Pierre Jarawan. Die Lesung mit Musik von Star-Mandolinist Avi Avital und Perkussionisrt Murat Coşkun wurde bei den Festspielen im Mai frenetisch gefeiert. Zuletzt hat mich ,Ein wenig Leben’ von Hanya Yanagihara in seinen Bann gezogen und für durchlesene Nächte gesorgt. Mein eigenes Buch ,Die verzauberte Pfeife’ – entstanden zum 800jährigen Jubiläum des Leipziger Thomanerchores – ist gegen diese zwei Meisterwerke eher eine unterhaltende Schreibübung für junge Menschen. Show: Mit meiner Familie habe ich vor einigen Wochen die neue Revue im Berliner Friedrichstadtpalast getestet. ,The one grand show’ ist ein Fest für die Sinne, die Kostüme von Jean Paul Gaultier bieten ein atemberaubendes Spektrum von Lack und Leder bis Haute Couture.

CDs, DVDs, Tickets und jede Menge Bücher – die Geschenktipps im Überblick.

Hörbuch: Ich wage es kaum aufzuschreiben: Der Faszination der trashigen 80er-Jahre-Ästhetik von ,Monster 1983’ von Ivar Leon Menger konnte ich mich drei Staffeln lang nicht entziehen. Das Hörspiel hat auf eine verstörende Weise das Gefühl wachgerufen, was ich als Kind hatte, wenn ich nach Lichtaus heimlich TKKG oder Die drei ??? gehört habe. Für Kinder von heute ist es sicher zu gruselig, für Kinder der 1980er genau richtig. Serien: Für Barock-Fans ist ;Versailles’ natürlich Pflicht. Die Ausstattung ist unglaublich! Und das Intrigantenstadel am französischen Hofe hält die Spannung über zwei Staffeln, die dritte ist in Produktion. Wer den Film ,Gefährliche Liebschaften’ mochte, ist mit ,Versailles’ in jedem Falle gut beraten. Einzelhandel: Wenn ich selbst Geschenke suche, sind Carl Tode-Haushaltswaren, Tonkost, Bremer-Weinhandlung und Betten-Heller meine ersten Anlaufstellen: tolle Einkaufsatmosphäre, eine gute Beratung und wunderbare Produkte. Ich bin noch nie enttäuscht worden, zumal ich meist für mich selbst die meisten Geschenke finde.

Falls Sie (wie ich) zu chronischen Nachtshoppern gehören sollten: Alle vier haben übrigens einen Online-Shop oder lassen Bestellungen per E-Mail zu (Nimm das, Amazon!). Sonstiges: Gutscheine für die Händel-Festspiele! Eine Konzertpatenschaft der Stiftung Internationale Händel-Festspiele wäre ebenfalls eine Option. Auch eine Mitgliedschaft in der Göttinger Händel-Gesellschaft e. V. lässt sich übrigens ganz wunderbar verschenken. Damit erhalten die Mitglieder regelmäßige Informationen und ein exklusives Vorkaufsrecht auf die Karten der Festspiele. Alternativ bieten sich auch Mitgliedschaften anderer Fördervereine zum Verschenken an: GSO, DT, Göttinger Kirchenmusik, musa, KAZ … Die Ballettschule Art La Danse der bezaubernden Judith Kara bietet auch Kurse für Erwachsene an. Die Produktionen des boat people projekt sind immer wieder faszinierend. Bis zum nächsten Literaturherbst dauert es noch etwas, aber Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude.“

Hilmar Beck ist, bringen wir’s auf den Punkt, Mr Kultur in Göttingen. Er rät zum Katalog zur Frank-Hoppmann-Ausstellung, der bei Antje Kunstmann erschienen ist (www.kunstmann.de). Gerade erst ist Hoppmanns große Ausstellung in der Frankfurter Caricatura zu Enge gegangen, und vom 7. Januar an ist diese im Alten Rathaus in Göttingen zu sehen. Und wer lieber hört als sieht, bekommt ebenfalls noch einen Tipp von Hilmar Beck: Die CD „Rules of oppression“ des israelischen Trios Shalosh, das beim Jazzfestival im Herbst in Göttingen zu Gast war.

Der Komponist und Keyboarder George Kochbeck (Ex-Georgie Red), rät zu iTunes-Gutscheinen. Im Digitalladen des Kernobst-Riesen finden sich die Alben des Musikers wie „Nolde“, „The Luther-Code“ und „Perilous Ideas“. Außerdem ist buchstäblich auf den letzten Drücker die DVD des Konzertes in der Bückeburger Stadtkirche fertig geworden, an dem mehr als 100 Musiker teilgenommen haben. Bestellbar ist der Silberling unter foyer@monopalast.de.

George Kochbeck rät zu iTunes-Gutscheinen. Quelle: r

Richie Arndt ist einer der besten Blues-Gitarristen Deutschlands. 2014/2015 festgestellt und ausgezeichnet mit dem „Blues in Germany Award“. Aber die Schublade Blues ist viel zu klein, vor allem mit Blick auf sein Album „ Mississippi Songs along the road“. Außer Bluestiteln gibt es hier Rock´n´Roll, Gospel, Cajun Music, Pop, eine Musical-Arie sowie Jazz und Mardi Gras aus New Orleans. Arndt beschreibt das so: „ Ihr roter Faden ist ihr Entstehungsort: Sie kommen vom Unterlauf des Mississippi, zwischen Memphis und der Golfküste.“ Und: „Hören, reisen und träumen Sie mit!“

Ein klarer Rat kommt aus dem Epizentrum der Komischen Kunst, der Caricatura in Frankfurt. Deren Leiter Achim Frenz rät zum Besuch der Robert-Gernhardt-Ausstellung im allerschönsten Museum der Welt. Das ist dienstags bis sonntags zwischen 11 und 18 Uhr geöffnet, mittwochs sogar bis 21 Uhr. Nur montags ist eben schlecht. Wie das in Museen eben so ist. Und weil man Robert-Gernhardt-Originalbilder nicht einfach als Andenken mitnehmen darf, gibt es einen gutsortierten Museumsshop, in dem sich eine Elchtasse in größerer Auflage findet. 9.90 Euro das Stück. Digital ist das Museum unter www.caricatura-museum.de erreichbar.

Sie erreichen den Autor unter

E-Mail: c.oppermann@goettinger-tageblatt.de

Twitter: @tooppermann

Von Christoph Oppermann

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